Fußball: Locker zum Titel?

10.05.2012 20:13 Uhr | Aktualisiert 14.05.2012 10:05 Uhr
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Sven Fiebig

Nach dem 2:1 über Wulferstedt erwartet Sven Fiebig die Nachbarn aus Blankenburg in Westerhausen. (FOTO: DETLEF ANDERS)

Westerhausens Trainer setzt sein Team vor dem Derby gegen Blankenburg nicht unter Druck. Die Gäste wollen im Abstiegskampf punkten.
Westerhausen/MZ/dan/wg. 

Fünf Spieltage hält die diesjährige Landesklasse-Saison noch bereit. Weder an der Spitze noch im Keller sind die Entscheidungen schon gefallen. Wie im letzten Jahr scheint Lok Aschersleben, auf der Zielgeraden zu schwächeln. Westerhausen steht nun wieder auf Rang eins. Das morgige Nachbarschaftsderby gegen Blankenburg (15 Uhr) wird in Westerhausen schon mit Spannung erwartet.

Die Blankenburger haben aus den drei letzten Spielen fünf Punkte geholt und sich mit dem 1:0-Sieg in Aschersleben vor zwei Wochen das Prädikat Favoritenschreck wohl verdient. Im Team von Matthias Fieberling spielt außerdem der vielleicht beste Abwehrstratege der Liga - Dennis Mzyk, der die Herbstserie außerdem noch in Westerhausen bestritt. Seitdem haben die Blankenburger, die in der Herbstserie zwölf Spiele verloren hatten und 39 Gegentore kassierten, nur noch drei Partien verloren und 14 Gegentore kassiert.

Damit sind sie in der Rückrundenbilanz Siebenter. Nur in der aktuellen Tabelle steht immer noch ein 14. und damit Abstiegsplatz zu Buche. "Sie haben sich enorm stabilisiert. Sie werden nicht wie ein Absteiger auftreten", ist sich Westerhausens Trainer Ralf Hermann sicher. Deshalb werden die morgigen Gäste auch beim Tabellenführer punkten wollen und sich für die 0:2-Hinspielniederlage revanchieren wollen. "Es wird für uns sehr schwer werden", glaubt Hermann.

Die Wolfsberg-Elf hat auch ohne Mzyk die Abwehrstärke behalten und nur sechs Gegentreffer in den bisherigen zehn Partien zugelassen. Doch zu Hause tat sie sich in dieses Saison etwas schwer. Zwar wurde noch kein Spiel verloren, doch fünf Unentschieden und nur 22 Heimtore in zwölf Partien sprechen auch nicht für ein Team mit Torjägerqualitäten. Hermann lobt sei Team als trainingsfleißig und versucht, keine Spannung aufzubauen. "Wir müssen clever und cool bleiben", fordert er.

Marcel Tietze ist Optimist

Am morgigen Samstag fällt wohl für Stahl Thale (4.) auch die Entscheidung, ob das im Kampf um Tabellenplatz drei noch eingreifen kann. Die Stahl-Elf hat es selbst in der Hand, durch einen Sieg den Fünf-Punkte-Rückstand auf Gastgeber Biere (3.) zu verkürzen. Aber die Blau-Weißen zählen mit nur einer Niederlage auf eigenem Gelände (Schlanstedt 1:2) zu den stärksten Heimmannschaften und stellen mit 75 Treffern den gegenwärtig torgefährlichsten Angriff. In der Torjägerliste platzieren sich unter den besten Neun gleich drei FSV-Akteure: Stefan König (24) auf Rang eins, Maik Adrian (19) und Rolf Schulze (12).

Die aktuelle Platzierung des Neulings auf Rang drei überrascht nicht wirklich, denn im Team des FSV stehen viele ehemalige Spieler aus Schönebeck und Umgebung mit Verbands- und Landesligaerfahrung. Da der Auftritt der Thalenser am vergangenen Wochenende gegen Schlanstedt (2:4) wenig überzeugend war und besonders die Abwehrschwächen offenbarte, gehört schon eine Menge Optimismus dazu, sich der Meinung von Abwehrchef Marcel Tietze anzuschließen.

"Gerade ersatzgeschwächt lieferten wir zuletzt die besseren Spiele ab, auch am Samstag wollen wir gewinnen", war wohl mehr augenzwinkernd zu hören. Er deutete an, dass Trainer Andreas Lehmann wieder auf fünf Stammkräfte verzichten muss und der "Rest" die wohl letzte Chance auf den Podestplatz nutzen will. Aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

Lok Aschersleben (1:3), Westerhausen (0:2) und andere Teams haben es in dieser Saison nicht geschafft, dem Gastgeber Biere ein Bein zu stellen. Thale unternimmt am Samstag den nächsten Anlauf. Allerdings ist der 5:1-Hinspielsieg der Bodestädter keine Garantie für ein erneutes erfolgreiches Abschneiden.

Germania mit Durchschlagskraft?

Für Germania Gernrode geht es im heimischen Hagental um den Klassenerhalt. Nachdem am letzten Samstag gegen Wulferstedt verloren wurde und Heudeber, Blankenburg und Wernigerode punkteten, ist Gernrode der Gejagte. Im Hinspiel gewann Atzendorf 2:0. Doch Uwe Schwierske, der Trainer der Gernröder und Bad Suderöder, ist überzeugt, dass sein Team drei Punkte holen wird. Positiv stimme ihn die Disziplin und dass Sascha Piontek und Tobias Richter wieder dabei sind. Und Schwierske baut darauf, dass die Durchschlagskraft wieder da ist - wie beim 5:2 gegen Bernburg. "In 90 Minuten nur zweimal aufs Tor zu schießen, das ist zu wenig", hatte er sein Team nach der Niederlage in Wulferstedt ins Gebet genommen. Das Spiel wird am Felsenkeller in Bad Suderode ausgetragen.