Tobias Große (r.), hier im Zweikampf mit Ronny Cisewski, war im Mittelfeld viel unterwegs. (FOTO: WITTE)
Die Entscheidung im Rennen um die Meisterschaft und den damit verbundenen Aufstieg in die Landesliga ist jedoch auf den noch ausstehenden letzten Saisonspieltag, der am kommenden Wochenende über die Bühne gehen wird, vertagt. Denn wie der Tabellenführer SV Lok Aschersleben, hat auch sein ärgster Verfolger FSV Blau-Weiß Biere, der in Atzendorf mit einem 3:0-Sieg die Oberhand behielt, nichts anbrennen lassen. Jetzt deutete alles darauf hin, dass diese beiden Mannschaften nun das mit Spannung erwartete Titelrennen unter sich ausmachen werden.
Zu seinem letzten Heimspiel der Saison hatte der SV Lok Aschersleben eine Premiere parat. Denn zum ersten Mal gingen die Schützlinge von Trainer Siegfried Keller auf der sehr gut hergerichteten Spielstätte des SV Lok an der Wilslebener Straße auf Punktejagd. Zu Gast war der seit langem als Absteiger feststehende SV Baalberge, gegen den eigentlich nichts anderes als ein deutlicher Sieg zur Debatte stehen sollte. Vor einer beachtlichen Zuschauerkulisse und bestem Fußballwetter übernahmen die Gastgeber vom Start weg dann auch sofort die Initiative. Doch schon bald wurde deutlich, dass sich die mit Mann und Maus aufopferungsvoll verteidigenden Rand-Bernburger nicht so einfach aushebeln lassen. Dass die Ascherslebener Angreifer im Abschluss zu unentschlossen, aber auch fahrlässig mit ihren Chancen umgingen, kam den Schützlingen von Trainer Heiko Buhrau, die vorwiegend auf Schadensbegrenzung aus waren, sehr entgegen. So mussten die Zuschauer 23 Minuten warten, bis sich Lok-Kapitän Johannes Kilian ein Herz fasste und zur eigentlich längst überfälligen 1:0-Führung unhaltbar einköpfte.
Wer nun dachte, der Knoten im Torschießen sei damit beim Gastgeber geplatzt, sah sich zumindest bis zur Pause eines anderen belehrt. Er fand einfach keine Lücke im Baalberger Abwehrbollwerk und wenn, dann wurde neben oder über das Gästetor geschossen.
Das änderte sich etwas nach dem Wechsel. Wieder war es der Lok-Kapitän, der in der 49. Minute die Führung auf 2:0 ausbauen konnte. Trotz drückender Überlegenheit und klarster Chancen fast im Minutentakt, dauerte es weitere 20 Minuten, bis Davis Drici zum 3:0 vollendete. Als dann Patrick Illiger in der 75. Minute zum 4:0 traf, ahnte keiner, dass die Gastgeber damit bereits ihr Pulver verschossen hatten.
Die bis zum Schluss aufopferungsvoll verteidigenden Baalberger hatten ihrerseits im gesamten Spielverlauf keine einzige echte Torchance.
"Wir haben hochkarätige Chancen liegengelassen und 4:0 gewonnen. Mehr fällt mir im Moment zu diesem Spiel nicht ein", so Lok-Trainer Siegfried Keller kurz nach dem Abpfiff.