Der Brachstedter Thomas Jebock kommt direkt vor dem Tor von Ostraus Schlussmann Jens Obenauf zum Kopfball. (FOTO: STEFAN RÖHRIG)
Die Verantwortlichen der SG Blau-Weiß Brachstedt haben in dieser Woche alle Hände voll zu tun. Da ist ein Auswärtsspiel beim MSV Eisleben vorzubereiten. Es müssen die T-Shirts für den Fall des Aufstiegs bestellt und bedruckt werden. Und nicht zuletzt gilt es, eine geeignete Lokalität zu finden, wo am Sonnabend die große Sause starten kann. Nach dem 4:2 (2:0)-Erfolg im Landesklasse-Derby gegen die LSG Ostrau steht die Mannschaft von Trainer Maik Scholz vor dem direkten Wiederaufstieg in die Landesliga.
"Erst müssen wir die drei Punkte holen, dann können wir feiern. Ich bin zudem kein Freund von Planungen, sondern von spontanen Feiern", sagt der Trainer. "Ich wäre auch mit einem Unentschieden zufrieden, dann lösen wir das Landesliga-Ticket eben im nächsten Heimspiel gegen Wippra. Man hat mit dem HFC schließlich ein aktuelles Beispiel vor Augen, wie schnell sieben Punkte Vorsprung dahin sein können."
In ihrem Programmheft zum Heimspiel gegen Ostrau riefen die Brachstedter ihre Anhänger bereits auf, möglichst zahlreich am Sonnabend mitzukommen zur Partie in Eisleben. Dieses Duell ist der ultimative Showdown um den Aufstieg in der Landesklasse vier zwischen dem Tabellenführer und seinem einzig verbliebenen Verfolger.
Sieben Punkte trennen beide Mannschaften vor den letzten vier Spielen. Gewinnt Brachstedt, würden es zehn Zähler Vorsprung und der vorjährige Betriebsunfall Landesliga-Abstieg wäre ausgebügelt.
Noch tritt Scholz ein wenig auf die Bremse. "Eisleben hat sich noch nicht aufgegeben. Im Gegenteil, die haben uns beim Derby sogar noch einmal beobachtet."
Mit dem 4:2-Erfolg gegen die bis dahin viertplatzierte LSG Ostrau bewiesen die Schützlinge von Scholz, dass sie bestens gerüstet sind. Dabei spiegelt das Ergebnis nicht einmal die wahren Kräfteverhältnisse wider. Das Derby war bis zur 65. Minute eine einseitige Angelegenheit. Thomas Jebock (30.), Kevin Kluge (38., 65.) und David Reza (53.) hatten den Tabellenführer bis dahin uneinholbar mit 4:0 in Führung geschossen. "Danach war natürlich ein wenig die Luft raus. Wir waren völlig unkonzentriert und haben uns das Spiel aus der Hand nehmen lassen. So konnte Ostrau das Ergebnis noch freundlicher gestalten", sagte Scholz - und meinte damit die Gegentreffer von Eugen Duseckin (70.) und Enrico Löwe (88.). "Aber diese schwache Schlussphase war für mich noch einmal ein Fingerzeig, wovor ich mit Blick auf Eisleben warnen muss."
Am meisten wurmt den Blau-Weiß-Coach, dass die Vorbereitung auf das Spitzenspiel durch den Himmelfahrtstag massiv gestört wird. Eigentlich sind der Dienstag und der Donnerstag die Trainingstage der Brachstedter. "Ich habe am Sonnabend einmal leicht angefragt, ob wir nicht ausnahmsweise am Donnerstagvormittag trainieren und auf dem Sportplatz grillen wollen. Ich hätte mir die Frage kneifen können", erzählt Scholz.
Auch wenn es am Sonnabend noch nicht klappen sollte, hat Scholz schon die nächste Saison im Blick. "Wir sind ohne größere Verletzungsausfälle durch die Serie gekommen - mit 14 Spielern. In der Landesliga müssen wir uns breiter aufstellen, 16 bis 18 Mann brauchen wir. Dann ist vielleicht auch zweimal Training mit einer kompletten Mannschaft möglich und nicht nur mit sechs Spielern."