Da war hatte er noch seinen Stammplatz: Patrick Mouaya im Gespräch mit kleinen Autogrammjägern. (ARCHIVFOTO: LÖFFLER)
Eigentlich hat er immer ein Lächeln auf den Lippen. Patrick Mouaya ist so etwas wie die personifizierte gute Laune im Team des Halleschen FC. Doch im Testspiel gegen den Regionalligisten VfB Auerbach war davon nichts mehr zu sehen. Als Trainer Sven Köhler seinen Innenverteidiger in der 83. Minute für Steven Ruprecht einwechselte, war der Spaßvogel der Mannschaft sichtlich angefressen. Sieben Minuten Einsatzzeit waren ihm geblieben. Viel zu wenig für einen Spieler, der in der Vorsaison noch einer der Garanten des Aufstiegs in die dritte Liga war. "Er ist mit Sicherheit enttäuscht gewesen", stellte auch Trainer Köhler nach dem Spiel fest.
Doch es war nicht nur die geringe Einsatzzeit, die Patrick Mouaya die Laune verdarb. Er wusste natürlich, dass mit der Entscheidung des Trainers, im letzten Test vor Saisonbeginn auf das Innenverteidiger-Duo Ruprecht und Neuzugang Pierre Becken zu setzen, auch eine Vorentscheidung im Kampf um die Stammplätze gefallen ist. Und Köhler ließ dies am Montag dann Gewissheit werden. "Natürlich haben die beiden, die am Sonnabend gespielt haben, die Nase vorn", sagte er der MZ. Heißt: In der Auftaktpartie gegen Kickers Offenbach am kommenden Sonnabend wird Patrick Mouaya wohl nicht spielen.
Verflixter Hexenschuss
Das allein ist schon eine bittere Nachricht für den Kongolesen. Immerhin bildete er in der vergangenen Saison mit Steven Ruprecht die beste Abwehr aller überregionalen Spielklassen von der ersten Bundesliga bis zur fünftklassigen Oberliga. Nur 15 Gegentore musste der HFC hinnehmen. Noch bitterer aber ist für ihn, wie die Entscheidung zustande kam.
Mouaya muss nämlich nicht wegen schlechter Leistungen weichen. Er hatte im entscheidenden Moment einfach Pech. Der Nationalspieler konnte im wichtigen Testspiel gegen Erzgebirge Aue nicht mitmachen, blieb mit einem Hexenschuss zu Hause. So spielten Ruprecht und Becken 90 Minuten und überzeugten wie die gesamte Mannschaft beim 3:1 gegen den Zweitligisten. "Wenn die anderen beiden gut spielen, warum soll ich als Trainer dann wechseln?", fragt Köhler und ergänzt: "Am Ende ist es eine Millimeterentscheidung, denn Patrick hat sehr gut trainiert." Doch das ändert nichts. Was bleibt, ist, dass Mouaya seinen Stammplatz in der Innenverteidigung verloren hat. Er ist der große Verlierer der Saisonvorbereitung des Halleschen FC.
Trotz der für ihn ungewohnten Situation zeigt sich Mouaya zuversichtlich: "Ich spiele jetzt seit vier Jahren in Halle, da weiß der Trainer, was er an mir hat." Und er schickt auch gleich eine Kampfansage an die beiden anderen, sich nicht zu sicher zu sein: "Ich werde den Konkurrenzkampf annehmen und um meine Chance kämpfen."
Köhler wird das gern hören. Letztlich ist die Situation doch schon vor Saisonstart die erste Bestätigung seiner Personalpolitik. "Mehr Konkurrenz ist es, was wir mit der Verpflichtung von Pierre Becken wollten."
In der letzten Saison hatte sich die Innenverteidigung im Grunde von allein aufgestellt. Zwischenzeitlich musste sogar Rechtsverteidiger Sören Eismann einspringen. Das ist nun anders. Drei Spieler kämpfen um zwei Plätze. Wobei einer die Nase vorn zu haben scheint. Zumindest lässt die Aussage von Köhler diese Interpretation zu: "Ruprecht und Mouaya harmonieren gut, auch bei Ruprecht und Becken sieht das sehr anständig aus." Das mögliche Duo Mouaya und Becken erwähnt der Trainer nicht.
Startelf nicht in Stein gemeißelt
Köhler macht dem Kongolesen aber Hoffnung, dass sich seine Situation sehr schnell ändern kann: "Die Aufstellung vom ersten Spieltag ist nicht in Stein gemeißelt. Wir haben wahrscheinlich bis Weihnachten 26 Spiele, da wird Patrick seine Chancen bekommen." Mouaya will sie nutzen: "Ich bin sicher, dass ich mich am Ende durchsetzen werde." Dann wird beim derzeitigen Pechvogel das Lächeln zurückkehren.