Der Weißenfelser Torwart Daniel Richter konnte die Elfmeter von Andreas Henzel und Patrick Samel parieren. (FOTO: MZ)
Allerdings bekleckerte sich der Favorit aus der Landesklasse dabei nicht gerade mit Ruhm, und Nebras Trainer Holger Hense sprach auch von einem glücklichen Weißenfelser Sieg. "Ich habe von einer Landesklasse-Spitzenmannschaft mehr erwartet. Meine Mannschaft hat 120 Minuten konditionell gut mitgehalten, ich bin sehr stolz auf meine Spieler", so Hense, dessen Team sich nicht nur wehrte, sondern auch selbst angriff.
Und so gingen die Nebraer bereits nach nicht einmal vier Minuten mit 1:0 in Führung. Manuel Schulze zeigte schnell das größte Manko der Weißenfelser an diesem Tag auf - Abstimmungsprobleme und individuelle Fehler in der Abwehr. Matthias Knabe ließ sich von Schulze den Ball abluchsen, und Daniel Richter im Weißenfelser Tor war machtlos. Doch fast im Gegenzug traf der Favorit zum 1:1 (7.). Nachdem Max Pfannschmidt elfmeterreif gefoult worden war, traf Kapitän Ronny Scharf problemlos vom Punkt. In der Folgezeit war Weißenfels zwar optisch überlegen, die Torchancen hatten aber die cleveren Nebraer.
Nach einer Stunde wurden die Unstrutstädter dann erneut belohnt und gingen mit 2:1 in Führung. Bei einem Kopfball von Jan Domschky pennte neben der kompletten Abwehr diesmal auch Torwart Richter. Dies setzte sich auch knapp zehn Minuten später fort, denn nach einem 60-Meter-Freistoß kam Christian Tesmar fast ungehindert zum Kopfball. Diese Szene war offenbar so etwas wie ein Hallo-Wach für die Saalestädter, die jetzt mit wütendem Anrennen auf das Nebraer Tor antworteten. In der 73. Minute rettet Schulze gerade so noch auf der Torlinie gegen Pfannschmidt, kurz darauf musste sich Torwart Michael Barthel zweimal gegen Patrick Baudisch beweisen. Die größte Chance aber hatte Felix Bransch (89.), aber er vollbrachte das Kunststück, aus zwei Metern über das Tor zu zielen.
Danach kam das teilweise überharte Spiel beider Mannschaften mit zahlreichen Verletzungsunterbrechungen den Weißenfelsern zu Gute. Schiedsrichter Olaf Friedrich gab vier Extraminuten und die nutzte Scharf mit einem letzten platzierten Schuss aus 20 Metern zum 2:2-Ausgleich.
In der Verlängerung passierte nicht mehr viel, und so kam es zum Elfmeterschießen, auf das sich der Weißenfelser Torhüter Richter aus Erfahrung freute. "Zwei Elfer halte ich bei sowas immer", war sich Richter sicher und behielt Recht. Henzel und Samel hießen die Unglücksraben auf Nebraer Seite. Der goldene Torschütze für Weißenfels war dagegen Felix Bransch, obwohl er eigentlich gar nicht auf dem Platz hätte stehen dürfen. Denn beim Warmmachen prellte er sich den großen Zeh, ließ sich aber dennoch nach 70 Minuten für den erschöpften Michael Sturm einwechseln und spielte unter Schmerzen. "Felix hat vor Frust fast geweint, umso stolzer bin ich, dass er zu den fünf Spielern gehörte, die sofort Ja zum Elfmeterschießen gesagt haben", so Trainer Henryk Lihsa.