Fußball-Oberliga: Drei Tage trainingsfrei als Lohn

29.07.2012 23:07 Uhr | Aktualisiert 29.07.2012 23:10 Uhr
Stephane Mvibudulu köpft auf Sandersdorfs Tor. (FOTO: BÄR) 
Von GOTTFRIED SCHALOW
Die zweite Mannschaft vom Halleschen FC und Union Sandersdorf, in der vergangenen Saison lange Zeit direkte Konkurrenten im Aufstiegsrennen um den einen zu vergebenden Platz in der Oberliga, trafen sich am Freitag in drückender Abendhitze zu einem Testspiel.
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Halle (Saale)/MZ. 

Es war ein Wiedersehen und zugleich Abschied für geraume Zeit. Die zweite Mannschaft vom Halleschen FC und Union Sandersdorf, in der vergangenen Saison lange Zeit direkte Konkurrenten im Aufstiegsrennen um den einen zu vergebenden Platz in der Oberliga, trafen sich am Freitag in drückender Abendhitze zu einem Testspiel. Sandersdorf gewann 2:1, dem HFC II muss dennoch nicht bange sein vor dem Abenteuer in der neuen Spielklasse.

"Das Ergebnis hätte auch andersherum lauten können. Wir haben vor allem in der zweiten Halbzeit pausenlos auf Sandersdorfs Tor gespielt, treffen gleich drei Mal nur Pfosten und Latte", sagt HFC-Trainer Carsten Hänsel. Verloren habe sein Team das Spiel vor allem durch zwei Aussetzer seiner Abwehr. Deshalb reichte der Freistoßtreffer von Kapitän Sebastian Dräger nur zum vorübergehenden Ausgleich.

Weil eine knappe Niederlage gegen den alten Rivalen aus der letzten Saison durchaus zu verkraften war, dazu die Beine nach den harten Trainingseinheiten der letzten Tage sichtlich schwer waren, entschloss sich Carsten Hänsel zu einer auf den ersten Blick ungewöhnlichen, im Endeffekt aber wohl sinnvollen Maßnahme: Er gab seinen Jungs drei Tage trainingsfrei.

"Dis zum Punktspielstart in zwei Wochen bei der zweiten Mannschaft von Rot-Weiß Erfurt will ich ohnehin nicht mehr viel ändern. Meine Anfangs-Aufstellung habe ich im Kopf, und bange ist mir vor der Oberliga sowieso nicht", sagt der Trainer äußerst selbstbewusst. Vielmehr müsse er drauf achten, dass seine jungen Spieler auf dem Boden bleiben. Zu Übermut bestünde kein Grund.

Hänsel sieht sich in den kommenden Tagen auch als Psychologe gefordert. "Es wird einige lange Gesichter geben, wenn ich einigen Spielern sagen muss, dass sie nicht gleich zur Startelf gehören. Ich muss ihnen deutlich machen, dass ihre Chance kommt, dass ich auf sie baue. Erst recht, wenn sie in der 60. Minute eingewechselt werden", sagt der Trainer. Und ist damit bei seinem vielleicht größten Problem. "Wir haben einen kleinen überschaubaren Kader. Das ist so gewollt, um den Konkurrenzkampf groß zu halten. Allerdings hat kaum jemand Erfahrung in der Oberliga. Die Eigenheiten dieser Liga müssen wir erst noch kennenlernen."

Carsten Hänsel wird sich zunächst mal wenig um die Stärken und Schwächen der kommenden Gegner in der neuen Spielklasse kümmern. "Wir schauen auf uns selbst. Alles andere ergibt sich auf dem Platz", sagt der Trainer. Deshalb auch kann ihn der deutliche 6:1-Erfolg des Oberliga-Konkurrenten VfL 96 im Test gegen Ammendorf nicht schocken. Hänsel: "Alles zu seiner Zeit."