Fußball-Oberliga: Markranstädt? Interessiert nicht!

18.07.2012 21:57 Uhr | Aktualisiert 18.07.2012 22:09 Uhr
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Kevin Zschimmer

Kevin Zschimmer freut sich auf Oberliga-Luft mit dem HFC II. (ARCHIVFOTO: LÖFFLER)

Von GOTTFRIED SCHALOW
Drei Vereine aus Sachsen-Anhalt wollen es besser machen als in den Vorjahren. Die Tabellenspitze und ernsthafte Aufstiegsambitionen in die Regionalliga sind dennoch weit weg.
Halle (Saale)/MZ. 

Fußball, Sachsen-Anhalt und die Oberliga, das hat noch nie so richtig zusammengepasst. Nichts sagt das treffender aus als die Abschlusstabelle der letzten Saison, als Grün-Weiß Piesteritz und der VfL Halle 96 einträchtig die beiden letzten Plätze belegten. Sie stiegen nur deswegen nicht ab, weil zuvor schon Borea Dresden und Gera das Handtuch geworfen und den Spielbetrieb eingestellt hatten.

In drei Wochen beginnt die neue Saison, diesmal sogar mit drei Mannschaften aus Sachsen-Anhalt. Wieder mit dem VfL 96 und Piesteritz, und als Aufsteiger die zweite Mannschaft des Halleschen FC. Das erklärte Ziel aller drei heißt: Besser machen als im Vorjahr. Die Tabellenspitze und ernsthafte Aufstiegsambitionen in die Regionalliga sind dennoch weit weg.

Der erklärte Favorit ist der SSV Markranstädt. Der ist zwar gerade erst aus der Sachsenliga aufgestiegen, fällt aber mit seiner interessanten Vereinsgeschichte der letzten Jahre komplett aus dem Rahmen. Vor drei Jahren wurde der Verein komplett vom neugegründeten RB Leipzig übernommen, der dann ein Jahr später seinen Profi-Unterbau wieder komplett in die Kleinstadt im Südwesten von Leipzig und direkt an der Landesgrenze zu Sachsen-Anhalt gelegen, zurück schickte.

So weht heute immer noch eine kräftige Brise RB durch den Verein mit gestandenen Spielern wie Thomas Kläsener, Sven Werner oder Michael Lerchl und dem erfahrenen Trainer Jürgen Raab, der schon als Assistent bei den Bundesliga-Vereinen in Mönchengladbach und Nürnberg tätig war. Schon am ersten Spieltag muss der VfL 96 im Heimspiel gegen Markranstädt die vermeintlich härteste Nuss der gesamten Saison knacken.

"Über Markranstädt müssen wir uns keine Gedanken machen. Wir haben unsere eigenen Hausaufgaben zu lösen", sagt dann auch Carsten Hänsel, der Trainer der zweiten HFC-Mannschaft, der sich aber dennoch auf die Spiele gegen geballte Kicker-Erfahrung freut: "Da gibt es für meine junge Mannschaft viel zu lernen. Das ist für jeden Einzelnen hilfreich."

Dringlichste Aufgabe des HFC II bleibt also wie auch schon in der Verbandsliga, die besten Spieler wie zum Beispiel Kevin Zschimmer an die erste Mannschaft heranführen und andererseits Spieler aus dem Juniorenbereich aufzunehmen. "Ich kenne zwar die Oberliga noch nicht im Detail, verspreche mir aber doch ein ganzes Stück mehr an Niveau und Klasse", sagt Hänsel.

Und er verbindet damit die Hoffnung, dass auch die Zuschauer die neue Spielklasse annehmen, vor allem dann, wenn es mal nicht so laufen sollte. "Wir haben im vergangenen Jahr schon 150 Zuschauer im Schnitt gehabt, eine ganze Menge für eine zweite Mannschaft. Ich rechne damit, dass es bei den jetzt attraktiveren Gegnern noch mal ein paar mehr werden", so noch einmal Hänsel.

Klassenerhalt ist also das erklärte Ziel des Aufsteigers. Nicht mehr und nicht weniger hat sich auch der VfL 96 aus dem Norden Halles auf die Fahnen geschrieben. "Ich habe die Mannschaft in den vergangenen neun Monaten nach meinen Vorstellungen geformt, viele junge Spieler eingebaut und ein paar erfahrene zurückgeholt. Ich bin überzeugt, dass wir eine bessere Rolle als im letzten Jahr spielen", sagt VfL-Trainer Lars Holtmann.

Die ersten Testspiele, 0:2 bei RB Leipzig und 2:2 gegen Preussen Magdeburg, haben gezeigt, dass der Verein auf dem richtigen Weg zu sein scheint. Ambitionen in Richtung Markranstädt gibt es trotzdem keine, dafür aber die Hoffnung auf ein gut besuchtes Heimspiel in drei Wochen gegen eben jenes Team aus Sachsen.