Fußball: Ohne Geld keine Freigabe

12.07.2012 19:03 Uhr | Aktualisiert 12.07.2012 21:47 Uhr
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Fußballspiel

Marcel Osoria (rechts) wird wohl nicht noch einmal für den CFC Germania 03 Köthen auflaufen. (FOTO: ARCHIV/THOMAS RINKE)

Von Marcus Bräuer
Beim CFC Germania 03 Köthen gestalten sich die Gespräche mit Spielern, die trotz Vertrages weg wollen, nach wie vor schwierig. Nun machte Marcel Osoria deutlich, dass er nicht mehr für den CFC spielen will.
Köthen/MZ. 

"Ich habe meinen Standpunkt schon zur Winterpause klar gemacht", sagte Osoria am Mittwochabend gegenüber der MZ. "Und es hat sich nichts daran geändert."

Trybus plant nicht mit Osoria

Osoria war erst im letzten Sommer gekommen und hatte sich bis 30. Juni 2014 an den Köthener Verein gebunden. Nun hat er seine Abmeldung beantragt. "Heute würde ich nicht mehr so einen Vertrag unterschreiben", äußerte Osoria, "aber im Nachhinein ist man immer schlauer." Die nicht pünktlichen Zahlungen seines Amateurhonorars sind der Grund, dass Osoria dem CFC den Rücken kehren will. Er hofft, dass sich in den nächsten Wochen noch etwas entwickelt. "Es muss sich etwas bewegen, das ist kein Zustand", so der 29-Jährige.

Dass er nicht ohne Gegenleistung gehen darf, ist indes klar. Osoria sagt, dass er einen Verein gefunden habe, der ihn nehmen würde. Den Namen des Vereins nennt er nicht. Da Osoria jedoch ab Oktober in Bernburg studiert, ist davon auszugehen, dass es sich um einen Verein aus der näheren Umgebung handelt.

CFC-Trainer Daniel Trybus plant nicht mit Osoria. "Wir hatten mehrere Gespräche, in denen er nicht von seinem Standpunkt gewichen ist", sagt Trybus. Die Tür sei für Osoria aber "immer offen", so Trybus weiter. Man müsse sehen, ob man eine gemeinsame Basis für eine weitere Zusammenarbeit finde.

Bei Philipp Finze und Atanas Vargov sieht es indes besser aus, wie der CFC-Trainer durchblicken ließ. "Mit Philipp hatte ich ein sehr positives Gespräch. Sein Herz schlägt für den CFC. Ich erwarte ihn zum Trainingsauftakt", so Trybus. Atanas Vargov, der vertraglos ist, sei "nicht abgeneigt", weiter für den CFC zu spielen, aber es müsse noch ein weiteres Gespräch geben.

Grundsätzlich schätzt Trybus die derzeitige Situation nicht negativ ein: "Stand heute fallen mit Marcel Osoria und Stefan Liebelt nur zwei Spieler weg. Mit den anderen Spielern und unseren Neuzugängen haben wir dennoch eine schlagkräftige Mannschaft zusammen." Eventuell kommen noch weitere Spieler dazu. Trybus sei in Gesprächen mit Spielern aus dem Bitterfelder Raum.

Im Fall von Stefan Liebelt und dem CFC ist das Verhältnis indes noch frostiger geworden. CFC-Präsident Ronald Maaß war ungehalten, als er die Aussagen Liebelts in der MZ las. "Stefan Liebelt hat mir weder einen Arbeitsvertrag, noch einen neuen Verein präsentiert", so Maaß.

Maaß hat eine Schmerzgrenze

Das Vorgehen von Liebelt findet er "bedauerlich". "Es enttäuscht mich persönlich", sagt Maaß. "Als er im August 2010 zu uns gekommen ist, konnten wir ihn nur mit Hilfe eines Vertrages holen." Liebelt hatte sich damals nicht bis 30. Juni beim SV Edderitz abgemeldet. "Er wusste, dass er für drei Jahre unterschreibt", so Maaß. Und dann wird der CFC-Präsident deutlich: "Ich mache doch keine Verträge, um Geld rauszuschmeißen und die Spieler machen dann doch, was sie wollen."

Dennoch wolle er weiterhin versuchen, vernünftig mit Stefan Liebelt umzugehen. "Im Interesse des Vereins bin ich immer gesprächsbereit", so Maaß. Soll heißen: Bringt Liebelt einen zahlungskräftigen Verein, der ihn nehmen will, würde Ronald Maaß es sich noch einmal überlegen. Ähnlich sieht er das bei Marcel Osoria. "Natürlich habe ich eine Schmerzgrenze", sagt Maaß.