Fußball: Piesteritzer Generalprobe mit Wacklern

05.08.2012 19:45 Uhr | Aktualisiert 05.08.2012 20:36 Uhr
Man musste ein wenig genauer hinschauen, um beim letzten Testspiel des Piesteritzer FC gegen Chemie Leipzig nicht die Teams zu verwechseln. Zum Glück waren die Gastgeber (wie rechts Tim Körnig) quer gestreift. (FOTO: ACHIM KUHN) 
Von andreas richter
Uwe Schreiber, Mitglied im Vorstand des FC Grün-Weiß Piesteritz und Stadionsprecher, machte sich während des letzten Testspiels des Piesteritzer Fußball-Oberligisten am Sonnabendnachmittag so seine Gedanken. Piesteritz gewinnt mit 3:2 sein letztes Testspiel gegen Leipzig.
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wittenberg/MZ. 

Uwe Schreiber, Mitglied im Vorstand des FC Grün-Weiß Piesteritz und Stadionsprecher, machte sich während des letzten Testspiels des Piesteritzer Fußball-Oberligisten am Sonnabendnachmittag so seine Gedanken.

Dass der Gastgeber "nur" 3:2 gegen das Landesligateam der BSG Chemie Leipzig gewann, betrachtete der erfahrene Fußball-Kenner aus dem Volkspark völlig unaufgeregt. "Wenn es zur Generalprobe einige Wackler gibt, ist das doch ein gutes Omen für die Meisterschaft", mutmaßte er. Bedenken hat Schreiber jedoch, wenn er auf das Starterfeld der Oberliga schaut. "Da tummeln sich so viele Reserveteams, die verzerren schlicht das Bild. Gerade diese Mannschaften nutzen die Oberliga doch eigentlich nur für Ausbildungszwecke für die eigenen Ersten. Deren Interesse am Tabellenplatz oder gar einem Aufstieg ist nebensächlich." Dies sei schon ungerecht jenen Mannschaften gegenüber, die mit Ernst und Ehrgeiz an die Sache gehen, wie die Truppe aus dem Volkspark.

Nicht mit Ferl tauschen

Daher, so Schreiber, möchte er nicht mit FC-Chefcoach Uwe Ferl die Rollen tauschen. "Der hat viel zu tun. Nicht nur körperlich muss Uwe unsere Jungs fit halten, sondern auch mental." Das werde er aber packen, ist sich der Stadionsprecher sicher. Wie gut Ferl das hinbekommt, wird sich bereits zeigen, wenn Grün-Weiß bei Aufsteiger Blau-Gelb Laubsdorf am Samstag aufläuft. Bis dahin feilt der Coach weiter an seinem Konzept. Auch Erkenntnisse der Partie gegen Leipzig fließen dabei ein. Momentan lässt sich Uwe Ferl - nicht überraschend - nicht in die Karten blicken lässt. Fragen nach einer Startelf bleiben unbeantwortet.

Kandidaten dafür konnten sich am Sonnabend noch einmal in Aktion präsentieren. Beim letzten Test zeigten sich die Gastgeber vor allem in den ersten 25 Minuten durchaus stark, es gab Ähnlichkeiten zum hochgelobten Vorwochenspiel gegen Meuselwitz. FC-Präsident Volker Neuberg, der sich die Partie natürlich mit anschaute, zeigte sich zu diesem Zeitpunkt begeistert. "So muss die Mannschaft auftreten, dann klappt das auch mit dem Klassenerhalt." Zu Hilfe kamen den Platzherren die Leipziger dabei auch noch, da Tim Krömer ein Eigentor fabrizierte (26.). Für das 2:0 zeichneten die Piesteritzer dann aber selbst verantwortlich. Kapitän Kevin Gerstmann markierte die Pausenführung.

Leipziger voller Kampfgeist

Aber: Der Landesligist aus der Messestadt war nicht angereist, um sich etwa demontieren zu lassen. In der Schlussphase des ersten Durchgangs und auch im Laufe des Abschnitts zwei glänzten die Messestädter vor allem durch Kampfgeist. Sie unterliefen immer wieder die Abwehr des Gegners, der sich davon phasenweise verunsichern ließ. Vor allem deutlich erkennbar an zu vielen Zuspielen, die zu ungenau ausgeführt wurden oder auch einigen vergebenen Torchancen für den FC. Dies waren dann die auch von Uwe Schreiber erwähnten Wackler. Die immerhin dazu führten, dass aus einer deutlichen 3:0-Führung (Vladimir Penev, 71.) doch noch eine Zitterpartie wurde.

Zuerst markierte nur zwei Minuten nach dem Penev-Tor Norman Lee Ganda das 1:3. Und Chemie Leipzig ackerte danach fleißig weiter. Lohn dieser Mühen war der Treffer zum 2:3, für den Marciano Voufack verantwortlich zeichnete. In der Schlussphase gelang es dem FC dann nicht mehr, mit einem weiteren Tor wieder für deutlichere Verhältnisse zu sorgen.

In den verbleibenden Tagen bis zum Saisonstart am Sonnabend (15 Uhr) stehen noch einmal intensive Trainingseinheiten auf dem Programm. Lediglich am Freitag bekommen die Schützlinge von Uwe Ferl frei.

FC Grün-Weiß Piesteritz:

Jan Lindemann, Oliver Hinkelmann, Tim Körnig, Florian Freihube, Pawel Wojciechowski, Kevin Gerstmann, Robert Römer, Tim Hebsacker, Vladimir Penev, Benjamin Witt, Marvin Peters