Fußball: Seegrehna ist Kreismeister

17.06.2012 18:45 Uhr | Aktualisiert 17.06.2012 19:17 Uhr
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SV Seegrehna

So sehen Sieger aus. Der SV Seegrehna ist neuer Kreismeister des Fachverbandes Wittenberg. (FOTO: VEREIN)

Von thomas tominski
Die Kreisoberliga-Saison 2011/12 ist Geschichte. Trauer in Nudersdorf, Jubel in Seegrehna. Die Mannschaft sicherte sich am Samstag mit einem 1:0-Sieg bei Germania Wartenburg die Kreismeisterschaft plus den Aufstieg in die Landesklasse (Staffel fünf).
wittenberg/MZ. 

Aus, vorbei! Die Kreisoberliga-Saison 2011 / 12 ist Geschichte. Trauer in Nudersdorf, Jubel in Seegrehna. Die Mannschaft von Trainer Hans-Joachim Furchner sicherte sich am Samstag mit einem 1:0-Sieg bei Germania Wartenburg die Kreismeisterschaft plus den Aufstieg in die Landesklasse (Staffel fünf) und ließ es bei der anschließenden Abschlussfeier auf der Sportstätte "Gebrüder Grabsch" richtig krachen. "Das war ein feiner Zug von Wartenburg und Abtsdorf", meinte Übungsleiter Furchner, der das Auftreten beider Teams "als Bereicherung für den Sport im Landkreis" ansieht. "Ich denke, jetzt ist das Thema Absprachen vom Tisch." Den "goldenen" Treffer für den neuen Fußball-Champion erzielte Keeper Robin Brandenburg vom Elfmeterpunkt (72.). "Der Strafstoß war völlig berechtigt", fügte Furchner an, der im Nachgang die schlechte Chancenverwertung seiner Elf bemängelte. "Das war reine Nervensache", sagte er.

Nach dem Schlusspfiff herrschte auf dem Wartenburger Sportplatz absolute Stille. Die Fußballer des SV 93 warteten auf das Endergebnis aus Abtsdorf - die Partie begann mit fünfminütiger Verspätung -, als die Meldung durchsickerte, dass die Partie 1:1 endete, kannte der Jubel keine Grenzen mehr. Auf den Pokal musste der Champion etwa 30 Minuten warten. Staffelleiter Stephan Gräfe kam mit der Trophäe aus Abtsdorf angereist, da Blau-Weiß Nudersdorf aus seiner Sicht der Favorit auf den Titel war. "Das passiert", meinte Furchner lachend, der betonte, dass die Mannschaft mit den wenigsten Gegentoren und Niederlagen es im Endeffekt auch verdient hat, ganz oben zu stehen. In Seegrehna laufen die Planungen für die kommende Saison bereits auf Hochtouren. "Wir brauchen dringend eine Verstärkung im Sturm", erklärte der Coach, der bei der Verpflichtung von neuen Spielern aber "unbedingt auf Qualität" achten will. Masse zu verpflichten, bringe im Endeffekt nichts. "Den nächsten Aufstieg feiern wir im Gasthaus", meinte Furchner abschließend. Wer ihn kennt, weiß, dass der Übungsleiter gern einen Scherz auf Lager hat.

Blau-Weiß Nudersdorf ist am letzten Spieltag sprichwörtlich vom Thron gekippt. Nach dem Schlusspfiff lagen die Spieler verstreut auf dem Rasen des Abtsdorfer Sportplatzes und betrieben kollektive Frustbewältigung. Abteilungsleiter Jens Stockmar hatte aufgrund des verpassten Aufstiegs sichtlich mit den Tränen zu kämpfen. "Die Enttäuschung ist riesengroß", sagte er. Stockmar betonte, dass die Mannschaft heute "wie blockiert" gespielt habe. "Schuld sind wir selber", fügte er an. Denn Nudersdorf habe im Verlauf der Saison zu viele Punkte liegengelassen. Die Gäste wurden von ihrem Gegner mit einem kleinen Feuerwerk empfangen. Doch auf dem Rasen zündeten die "Böller" der Stürmer nicht. Als Mario Hörnig in der 58. Minute per Kopfball den Führungstreffer erzielte, schien der Blau-Weiß-Express in Richtung Aufstieg davonzufahren. Doch vier Minuten später gelang Norman Kaiser der Ausgleichstreffer. Das es vor dieser Partie keine Absprachen zwischen beiden Vereinen gab, war in der Folgezeit deutlich zu sehen. Zeppelin-Torwart Martin Reichert zeigte bei den Kopfbällen von Andreas Hille und Jörn Stanko, warum die Nummer eins seinen Rücken ziert. Die Abtsdorfer Verteidiger warfen sich in jeden Schuss und leiteten zudem Entlastungsangriffe ein. Die große Chance, Nudersdorf in den siebten Fußballhimmel zu schießen, besaß Marcus Hilgenhof. Doch Brachialität führt bekanntlich nicht immer zum Erfolg. "Wir haben im entscheidenden Match nicht clever genug gespielt", betonte Coach Thomas Pielorz nach dem Abpfiff.