Marko Trogrlic (HFC/rechts) köpft vor Amsdorfs Sven Richter. (FOTO: A. LÖFFLER)
Die gute Laune hatte ihren Grund. Beim 3:1-Heimsieg am Samstag im Verbandsliga-Punktspiel gegen Romonta Amsdorf musste Hänsel seinen Ersatzkeeper Tretropp im Feld einwechseln. Es war Not am Mann. Also kam der Aushilfsstürmer in der 75. Minute für Frunsik Hovhannisyan aufs Feld.
Schon bei seiner ersten Einwechslung vor 14 Tagen gegen Arnstedt hatte Tretropp als Tor-Vorbereiter geglänzt, diesmal setzte der gelernte Tore-Verhinderer noch einen drauf und schob in der Schlussminute nach einem schönen Konter den Ball selbst ein - mit dem linken Fuß ins lange Eck.
"Das habe ich noch nie erlebt, und ich bin schon seit 20 Jahren dabei", sagte HFC-Mannschaftsleiter Klaus Lorenz. Es schwang Anerkennung in seiner Stimme mit. "Da gehört schon einiges dazu, so etwas kann nicht jeder." Angst um seine Truppe, die personell arg geschröpft war, weil einige verletzt und andere für die Regionalligamannschaft und auch die A-Jugend auf den Spielberichtsbögen standen, hatte das HFC-Urgestein nie. "Wir haben das Spiel von Anfang an dominiert", sagte Lorenz.
Hänsel sah das auch so. "Wir hatten Amsdorf jederzeit im Griff," bestätigte der Coach. "Und wir hatten auch schon in der ersten Halbzeit zwei, drei gute Chancen." Diese vermochten die Hallenser aber nicht zu nutzen - ihr einziges Manko. Erst in der zweiten Hälfte münzten sie die Chancen in Zählbares um. In der 65. Minute konnte Amsdorfs Torhüter Robert Höllriegel zwar Marcel Nüchterns Abschluss abwehren, der Nachschuss aber saß. Vier Minuten später legte Maximilian Heyse mit dem 2:0 nach. Obwohl Jan Eberhardt im Gegenzug mit einem Flatterball der Anschluss gelang, drohte das Spiel nicht zu kippen. Für den Schlusspunkt sorgte schließlich Halles Universalwaffe Tretropp.
Dafür gab es von Hänsel ein Sonderlob. "Angriff ist eben die beste Verteidigung", sagte er. Dass sein Team trotz der angespannten Personalsituation nicht den Kopf in den Sand stecke, mache ihn stolz.
Der nun wiedereroberte erste Platz in der Verbandsliga sicher auch. Auch wenn Hänsel der Blick auf die Tabelle gar nicht so recht ist. Sein Team solle lieber ohne Druck aufspielen. Und das gleich am kommenden Sonntag in Bernburg.
Die Askanen waren bisher Tabellenführer, hatten durch ein 0:0 am Freitag gegen Oschersleben aber zwei wichtige Punkte liegen gelassen. Dass das Spitzen- auch ein Schlüsselspiel sein wird, verneint Carsten Hänsel indes vehement. "Wir haben noch fünf Spiele. Und jedes davon ist für uns ein Schlüsselspiel."