Fußball: Trotzreaktion nach Pleitenwoche?

10.05.2012 19:17 Uhr | Aktualisiert 10.05.2012 19:21 Uhr
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Ein Zweikampf

Kemberg, hier Mathias Smetak (rechts) in Aktion, erwartet Stendal. (FOTO: POPOVA)

Von ulf rostalsky
20 Gegentore in zwei Spielen. Null Punkte und eine Magdeburger Fortuna, die den Rückstand auf Kemberg im direkten Duell (6:3-Sieg) auf sechs Punkte verkürzt hat. Fest steht: Die Verbandsliga-Fußballer des SV Rot-Weiß müssen in die Erfolgsspur zurückfinden.
kemberg/MZ. 

"Wir brauchen wieder mannschaftliche Geschlossenheit und Leistung", ist Trainer Falko Rupprecht überzeugt.

Mehr noch: Nur wenn alle Spieler ans Limit gehen, sind auf der Zielgeraden der laufenden Saison weitere Erfolgserlebnisse drin. Der Coach will keine großen Worte mehr über das 0:14-Debakel in Haldensleben verlieren. Das Spiel habe allein anhand der Personalsituation einen ganz besonderen Charakter gehabt. "Aber die Partie gegen Fortuna war die schwächste seit langem." Rupprecht hat geahnt, dass ein solches Spiel kommen wird. "Die Jungs haben immer Leistung gebracht. Da ist irgendwann der Akku leer."

Der Trainer appelliert aber auch an die Fußballer-Ehre seiner Rot-Weißen. Wenn manche gerade nach dem Sieg gegen Union Sandersdorf gedacht haben, das alles ganz von allein laufen wird, haben sie sich getäuscht. "Jetzt ist Engagement gefragt. "Ich erwarte am Samstag ab 15 Uhr vom Team eine Trotzreaktion." Der Gegner aus Stendal könnte den Kembergern in die Karten spielen. Immerhin haben die Rupprecht-Schützlinge im vergangenen Herbst in der Altmark 1:0 gewonnen und treffen jetzt auf heimischem Rasen auf eine Lok-Mannschaft, die ihre Personalprobleme nicht verbergen kann. "Wir sind angesichts des dünnen Kaders heilfroh, dass wir schon 26 Punkte auf dem Konto haben", bestätigt Stendals Trainer Volcan Uluc. Auf Platz zehn rangiert die Lokomotive, von einem leichten Spiel gegen die vergangene Woche arg gebeutelten Kemberger möchte Uluc aber nicht sprechen. "Ehrlich, wir nehmen das wirklich ernst. Das ist nicht nur Gerede."

Der Stendaler Coach wird am Sonnabend elf Mann aufs Feld schicken. "Das steht fest", sagt er. Doch leicht fällt ihm das nicht. Es gibt reichlich Baustellen im ohnehin dünnen Kader. Vier Stammspieler sind verletzt. In Kemberg fehlt mit dem gesperrten Benedikt Nellessen (fünfte Gelbe) ein weiterer Leistungsträger. "Ich werde auf ein paar Spieler aus der A-Jugend zurückgreifen müssen", erklärt Lok-Coach Volcan Uluc vorausschauend.

Deutlich besser steht sein Gegenüber Falko Rupprecht da. "Wir haben alle an Bord", gibt er zu Protokoll und rudert doch wieder zurück. Ein paar Fragezeichen gebe es hinter dem Einsatz des seit einiger Zeit verletzten Martin Cerny. "Es wird sich zudem kurzfristig entscheiden, ob Matthias Liebmann auflaufen kann." Wieder lassen dessen Verpflichtungen auf Arbeit keine langfristige Planung mit dem Leistungsträger zu.

Dennoch: Kemberg will zurück in die Erfolgsspur. "Wenn alle Leistung zeigen, ist sicher was drin", ahnt Coach Rupprecht. Er will die kleinen Brötchen backen und Punkte sammeln. Am Sonnabend gegen Stendal, in der Woche darauf gegen Sangerhausen und vielleicht auch im Nachholspiel zu Hause gegen Preussen Magdeburg.