Fußball-Verbandsliga: Frei aufspielen

14.06.2012 20:25 Uhr | Aktualisiert 14.06.2012 21:42 Uhr
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Tommy Parthier (r.)

Tommy Parthier (r.) will seinen Teil zum Sandersdorfer Erfolg beitragen. (FOTO: ANDRé KEHRER)

Von christian kattner
Erst waren sie mittendrin, dann wieder raus - am Samstag aber haben sie wieder die große Aufstiegschance. Die emotionale Achterbahnfahrt der vergangenen Wochen ist auch an den Spielern von Union Sandersdorf nicht spurlos vorbeigegangen.
bitterfeld/MZ. 

Erst waren sie mittendrin, dann wieder raus - am Samstag aber haben sie wieder die große Aufstiegschance. Die emotionale Achterbahnfahrt der vergangenen Wochen ist auch an den Spielern von Union Sandersdorf nicht spurlos vorbeigegangen - sie saßen schließlich im ersten Wagen mit bestem Blick alle Erlebnisse. Doch scheinbar hat sich diese Entwicklung positiv ausgewirkt. "Vor ein paar Wochen hatten wir mit der Sache abgeschlossen", sagt Tommy Parthier, "dadurch spielen wir jetzt befreit auf." Und haben am letzten Spieltag wieder eine reelle Chance auf den Landesmeistertitel und den damit verbundenen Oberligaaufstieg.

Auch wenn Preussen Magdeburg derzeit die Fußball-Verbandsliga anführt, so muss der Spitzenreiter am Samstag zuschauen, wenn die Reserve des Halleschen FC und Union Sandersdorf die Mannschaft aus der Landeshauptstadt abfangen wollen. Beiden Teams genügt dafür jeweils ein Sieg. "Die Chancen stehen 50:50", sagt Tommy Parthier, "ich kenne es von meiner Zeit damals beim HFC, dass man solche Spiele wie das in Kemberg zu locker, vielleicht sogar ein wenig arrogant angeht." Mit dem Wissen um die spielerische Überlegenheit im Hinterkopf kann dann auch ein Favorit zum Stolpern kommen. Und genau darin liegt die Chance für Union Sandersdorf. Am parallel um 15 Uhr angepfiffenen letzten Spieltag erwarten die Sandersdorfer die zweite Mannschaft des 1. FC Magdeburg. "Wir wollen natürlich unser Spiel gewinnen", sagt Richard Wießner, "alles andere können wir eh nicht beeinflussen." Innerhalb der eigenen Mannschaft sei jeder heiß, die Chance auf dieOberliga und die letzten Siege hätten noch einmal beflügelt.

"In dieser Saison kann man jedem alles zutrauen", so Wießner, "der HFC wird sich aber auf keine Spielchen einlassen." Doch müssen die Saalestädter ihren Kapitän Marcel Trojandt ersetzen. Der hatte sich vergangene Woche bei der 0:2-Niederlage gegen Preussen Magdeburg einen Innenbandriss zugezogen und wird definitiv nicht zur Verfügung stehen. Seinen Ausfall muss die junge Mannschaft des HFC erst einmal verkraften und zudem die eigenem Nerven im Zaum halten. Den eines ist klar: Der größere Druck liegt auf Seiten der Reserve des Drittligaaufsteigers. "Dass sich die Chance für uns noch einmal ergibt, kam überraschend, wir haben nichts zu verlieren", sagt Parthier. Damit ist die Situation gegensätzlich zu der aus der vergangenen Spielzeit. Damals war Union Sandersdorf lange Zeit der Gejagte und wurde kurz vor dem Ende von Grün-Weiß Piesteritz noch abgefangen. Genau diese Rolle könnten die Sandersdorfer in diesem Jahr einnehmen und so am Samstag doch noch den Aufstieg feiern. "Im Vordergrund müssen wir ruhig bleiben und unser Spiel gewinnen", so Tommy Parthier.

Und dann heißt es, warten auf den Ausgang der Partie Kemberg gegen Hallescher FC II. "Ich bin dafür, keine Informationen zu bekommen", so der Sandersdorfer Stürmer, "vielleicht den Halbzeitstand." Für seinen Teamkollegen spielt das parallele Duell nur einen untergeordnete Rolle: "Letzte Woche hat mir irgendwer auf dem Feld gesagt, dass Preussen 2:0 führt. Aber ich will davon eigentlich nichts wissen", sagt Richard Wießner, "an meinem Spiel wird es nichts ändern." Dass die eine oder andere Information durch das Sandersdorfer Sport- und Freizeitzentrum gehen wird, dürfte sich bestimmt nicht vermeiden lassen. Schon gar nicht, wenn sie auf einen Oberligaaufstieg von Union Sandersdorf hindeutet.