Union-Stürmer Tommy Parthier (links) traf gegen Fortuna Magdeburg doppelt. (FOTO: HOLGER BÄR)
Ein 3:0-Auswärtssieg von Union Sandersdorf beim ersten Auftritt am Magdeburger Schöppensteg - so richtig konnte und durfte man mit dem Gesehenen als Unionfan nicht zufrieden sein.
Der SV Fortuna Magdeburg präsentierte sich so, wie es das Tabellenbild widerspiegelt. Die Mannschaft von Trainer André Hoof spielte speziell in der Defensive, als hätte sie erst zur Vorwoche den Sprung von Klein- auf Großfeld vollzogen. In einer völlig konfusen Abwehr agierte man sträflich hochstehend schon an der Mittellinie. Union erkannte dies früh, und Erol Gugna blieb so nach erstem Tempogegenstoß bereits nach einer Umdrehung des Sekundenzeigers aus halblinker Strafraumposition das 1:0 vorbehalten (2.). Mit Christoph Zorn und Christian Kuka mussten zwei der Sandersdorfer Sprinter verletzt passen. Da durfte sich die Fortuna im Glück wähnen. Denn mit dem frühen Treffer lernte man nicht. Union stieß über die Außenbahnen immer wieder in den Rücken der Abwehr. Rico Gängels Eingabe erreichte Gugna in Hüfthöhe, so dass der Mazedonier erneut frei nicht vernünftig abschließen konnte (4.). Nun ging Tommy Parthier auf und davon und verzog aus 15 Metern (5.). Während Fortunas Simon Weiß beim ersten Angriff der Platzherren den letzten Schritt zu spät kam (10.), blieb seitens der Hausherren alles Stückwerk. Union lief ihnen weiter davon. Gängels nächste Eingabe kam zu ungenau in den völlig sorglos bewachten Strafraum (11.). Dann jedoch traf Parthier, und das aus identischer Position, wie es zuvor Gugna tat (2:0 / 14.). "Was ist das für ein Fußball von euch", brüllte der im Tor allein gelassene Norman Schuster seine Vorderleute an, als mit Freistoßvariante von Dominik Witt erneut Gängel völlig frei vor ihm auftauchte (24.).
Der schönste Spielzug brachte das 3:0. Jannick Hempowicz bediente Gugna, und dieser mit der Hacke Parthier. Unions Nummer 17 versenkte trocken aus 14 Metern (3:0 / 30.).
Ging Sandersdorf über weite Strecken bereits sehr sorglos mit besten Möglichkeiten um, begann nun die Zeit, wo man versuchte für die Galerie zu spielen. Als Gugna nach der Pause anstelle des klaren Torschusses einen Lupfer ansetzte, lief diesem völlig das Fass über (48.). Seitdem attackierte Fortunas Schlussmann speziell Unions Mazedonier immer wieder verbal und schaffte es damit, auch den Schwung in Sandersdorfs Angriffszentrum zu hemmen. Fortunas Weiß probierte, aus der Distanz Geburtstagskind Roßberger per Lupfer zu düpieren - erfolglos (49.).
Trainer Lisiewicz erkannte, dass es im Unionangriff zu brav wurde. Er löste nach einer Stunde die teils arbeitslose Viererkette in eine Dreierkette auf. Torsten Lehmann sollte mit seinem Spielverständnis vorn etwas bewegen. Der Innenverteidiger glänzte sogleich mit gutem Schuss, welchen Schubert jedoch parierte (62.). Nun kam die Zeit, in welcher sich ein ansonsten guter Schiedsrichter Felkel bemerkbar machen sollte. Zwei glasklare Elfmeter blieben ungeahndet. Nach weitem Einwurf ging Gängel zur Kopfballverlängerung hoch. Der übermotivierte Schubert stieß den Unioner mit beiden Fäusten von hinten in die Nieren, so dass dieser zusammensackte (68.). Sogar Fortunas stetig argumentierender Schlussmann wartete auf den Elfmeterpfiff, als Parthier in der 76. Minute von den Beinen geholt wurde. Auch hier ertönte dieser nicht. "Er sah im Feld die kleinsten Freistöße. Bei diesen zwei deutlichen Verstößen im Strafraum bleibt der Pfiff aber aus", wunderte sich Lisiewicz, den es bei diesem Spielstand jedoch nur sekundär berührte. Mehr ärgerte ihn, dass seine Spieler die Galligkeit vermissen ließen, tortechnisch aufzutrumpfen. Fortunas aufgerückter Marcel Lindner besaß spät die Möglichkeit, nach guter Eingabe den Ehrentreffer zu erzielen. Bezeichnend für den gesamten Auftritt der Magdeburger semmelte er den Ball weit über Roßbergers Gehäuse.