Fußball: Zur Pause die Bremsen gelöst

06.05.2012 19:53 Uhr | Aktualisiert 06.05.2012 21:55 Uhr
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Nietleben gegen Dessau

Da konnte Nietleben nur hinterherlaufen: DESSAU 05 - hier mit Max Eschner (rechts) und Benny Woitha (Mitte) - gewann mit 4:0. (FOTO: SEBASTIAN)

Von Werner Michaelis
Der Satz ist so legendär wie der Spieler selbst. "Um Fußball zu stoppen, muss die Sintflut kommen", erklärte Deutschlands Stürmerstar Gerd Müller einst nach der Wasserschlacht 1974 bei der WM gegen Polen (1:0). Ähnliches galt für das Landesliga-Punktspiel des SV Dessau 05 am Sonnabend gegen Askania Nietleben aus Halle.
Dessau/MZ... 

Scheinbar literweise stürzte das Wasser aus den Wolken auf den Rasen des Schillerparks. Die Gastgeber kamen mit diesen Bedingungen weitaus besser zurecht als der Tabellenvorletzte aus der Saalestadt. Nach 90 Minuten stand ein klares 4:0 auf der Anzeigetafel.

Damit können die Bauhausstädter weiter an der Tabellenspitze kräftig mitmischen und bei noch fünf ausstehenden Spieltagen vielleicht doch noch ein ernsthaftes Wörtchen im Kampf um den Aufstieg mitreden. "Ein souverän heraus gespielter Sieg. Wir haben den Gegner klar beherrscht, clever auf unsere Chancen gewartet, dabei die Ruhe behalten und sind dafür belohnt worden", resümierte 05-Cheftrainer Dirk Metzker nach dem Spiel.

Allerdings platzte der Knoten bei seinen Schützlingen erst nach der Halbzeitpause. Trotzdem hatte niemand der 107 Zuschauer bei strömendem Regen das Gefühl, dass irgendetwas in diesem Spiel schief gehen könnte. Zu groß war die Dominanz der Gastgeber gegen die eher harmlosen Hallenser. Nur einmal musste 05-Keeper Georg Melzer seine Qualitäten unter Beweis stellen, als er in der 35. Minute einen Schuss von Marcus Jähne zur Ecke abwehrte. Ansonsten blieb der Dessauer Schlussmann nahezu beschäftigungslos. Sein Gegenüber Christian Kersten konnte das nicht von sich behaupten. Schon im ersten Abschnitt musste er Schwerstarbeit leisten, denn Max Eschner (8.), Otto Möbius (9., 12.) und Volker Nickels (19., 29.) hätten die Hausherren in Führung bringen müssen. "Bei 80 Prozent Ballbesitz muss einer drin sein", trauerte Metzker in der Halbzeitpause den vergebenen Chancen nach.

Im zweiten Durchgang klappte das dann besser. Benny Woitha eröffnete den Torreigen in der 58. Minute mit dem 1:0, der sehr gut aufgelegte Nickels ließ 120 Sekunden später das 2:0 folgen. Damit war der Knoten endgültig geplatzt und 05 spielte sich in einen kleinen Rausch. Zwei Riesenchancen von Phillip Horn folgten (70., 75), Kersten verhinderte dabei mit seinen Glanztaten ein Desaster für die Gäste. Allerdings war auch er anschließend machtlos, als Nickels das 3:0 (80.) erzielte und der eingewechselte Florian Rupprecht zum 4:0 (83.) traf. "Mit diesem Resultat war Nietleben noch sehr gut bedient", meinte Dessaus Co-Trainer Franck Jaenecke und ärgerte sich angesichts der starken Leistung der 05er erneut über die Pleite der Vorwoche. "Nicht auszudenken, wir hätten vergangene Woche in Landsberg gewonnen". Dann hätten die 05er nur noch zwei Zähler Rückstand auf Spitzenreiter Imo Merseburg, aber so sind es immer noch deren fünf.

Dessau 05:

Melzer, Merkel, Heisig, Schulze, Wallach, S. Kaluza, Eschner (62. Rupprecht), Woitha, Möbius (79. Baatz), Nickels, P. Horn (86. Billing)