HALLENFUSSBALL: Titel nur für die Kleinen

09.02.2012 12:39 Uhr | Aktualisiert 09.02.2012 12:42 Uhr
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Lothar Pietsch (vorn links) und Roland Thieme...

Lothar Pietsch (vorn links) und Roland Thieme vom KFV hatten am Wochenende in Zeitz die Vorrundenturniere der wiederbelebten Hallen-Kreismeisterschaft geleitet. (FOTO: CORINA WUJTSCHIK)

Von Torsten Kühl, Matthias Voss und Joachim Beyer
Wenn am kommenden Sonntag die Endrunde um den Sparkassen-Cup, der inoffiziellen Hallenfußball-Kreismeisterschaft, stattfindet, werden Mannschaften ab Kreisoberliga abwärts - wie schon bei der Vorrunde - unter sich sein. Teams aus Landesliga und Landesklasse wurden im Vorfeld durch den Kreisfachverband (KFV) Burgenland kategorisch ausgeschlossen. Als Grund gibt KFV-Geschäftsführer Steffen Deibicht an, "dass die höherklassigen Vereine in der Vergangenheit nicht immer ihre besten Mannschaften geschickt haben". So sollen in diesem Jahr also die sogenannten Kleinen den Titel unter sich ausmachen. "2013 kann das schon wieder ganz anders aussehen. Dazu müsste man sich mal mit allen Vereinen an einen Tisch setzen", so Deibicht.
Zeitz/Naumburg. 

"Wie sinnvoll ist so eine Meisterschaft, wenn die meisten Vereine fehlen?", fragt Maik Kunze, Trainer des Landesligisten Blau-Weiß Zorbau. Er hätte gern an der Veranstaltung teilgenommen, ist aber nicht böse über den Ausschluss: "Das ist KFV-Sache. Wir sind mitten in der Vorbereitung zur Rückrunde, da hätte das sowieso nicht so richtig gepasst." Außerdem habe jeder doch schon sein eigenes Turnier gehabt, die Hallensaison sei sowieso vorbei. Generell würde man sich in Zorbau aber nicht gegen eine Teilnahme sträuben.

Bei den beiden Landesligisten der Saale-Unstrut-Region ist man geteilter Meinung. Andreas Pietzonka, Coach des Verbandsliga-Absteigers Naumburger SV 05, würde einen Start seines Teams bei einer "echten" Kreismeisterschaft unterm Hallendach begrüßen. "Natürlich wären wir dabei. Ich habe das früher als Aktiver auch immer gern gemacht. Und in anderen Kreisen wird das ja mit großem Erfolg ebenfalls praktiziert. Für die Zuschauer wäre das eine schöne Sache", meint Pietzonka.

Eher zurückhaltender ist man da schon bei der SG Herrengosserstedt. Deren Vorsitzender Andreas Ehrhardt sagt: "Unser Trainer Ralph Eschrich ist kein großer Freund des Hallenfußballs. Wir nehmen zwar im Winter auch regelmäßig an zwei Turnieren teil, aber die finden in Thüringen statt, weil dort eine viel angenehmere Atmosphäre herrscht als hierzulande." Was er beispielsweise beim Landratscup in Naumburg erlebt habe, als sich die Zuschauer nicht unter Kontrolle hatten und es auch auf dem Feld oft unfair zuging, müsse er nicht noch einmal haben, so Ehrhardt.

Matthias Blumentritt will sowieso nicht so viel in der Halle spielen. Für den Trainer des Landesklasse-Vertreters VfB Nessa birgt der Hallenboden viel Verletzungsgefahr. "Aber teilgenommen hätten wir wohl. Dann aber mit einem anderen Modus", so Blumentritt und spricht damit an, dass die Teams auf Kreisebene sich erst für eine Runde mit den höheren Mannschaften qualifizieren müssten. "Für die Kreisligisten ist es doch toll, wenn sie einen VfB Nessa schlagen können. Für diese Möglichkeit sollten sie auch etwas tun", sagt der VfB-Trainer und schlägt einen um vier Wochen früheren Termin vor. Denn auch er stecke mit seiner Mannschaft mitten in der Vorbereitung. Wie der SV Rot-Weiß Weißenfels. "So eine Meisterschaft hätte schon ein bisschen gestört, aber teilgenommen hätte ich trotzdem gern", sagt Thomas Otto, Trainer des Landesklasse-Teams, der aber nicht enttäuscht darüber ist. Auch er würde Vorentscheidungsrunden begrüßen, damit die besten Mannschaften am Ende unter sich sind. Und das seien nun mal die aus den höheren Ligen.

Beim 1. FC Weißenfels sieht man den aktuellen Sparkassen-Cup als sinnlos an: "Wir reden hier über ein Turnier, das ohne die Mannschaften aus Landesliga und Landesklasse nicht als Kreismeisterschaft deklariert werden sollte", sagt René Milbrath, sportlicher Leiter des Clubs. Auch der 1. FCW hätte gern mit seiner ersten Mannschaft an dem Turnier teilgenommen. Aber natürlich nicht in der Vorbereitungszeit. "So etwas sollte man irgendwann von Mitte Dezember bis Mitte Januar veranstalten. Dann, wenn Hallenfußball noch Spaß macht und keine Pflichtveranstaltung ist", so Milbrath.

Dirk Fröhlich, Trainer des Landesklasse-Vertreters 1. FC Zeitz, war verwundert, als er davon hörte, dass Teams nur bis zur Kreisoberliga teilnehmen dürfen. Woanders seien Hallenkreismeisterschaften ein echter Höhepunkt. Aber wenn es die Ausschreibung bei uns so vorschreibt, dann müsse man dies akzeptieren. "Wir hätten bestimmt teilgenommen", so Fröhlich weiter.