Volles Haus im Erdgas Sportpark; Angelo Hauk bejubelt sein Tor zum 5:0. (FOTO: ANDREAS LÖFFLER)
Schiedsrichter Thorben Siewer hatte die Partie in der Fußball-Regionalliga zwischen dem Halleschen FC und der Reserve des FC St. Pauli am Sonntag noch gar nicht freigegeben, da rannten Telmo Teixeira-Rebelo und Angelo Hauk schon wie zwei junge Rennpferde bei einem Fehlstart in den Mittelkreis und eroberten den Ball. Der Referee pfiff sie zurück. Im zweiten Anlauf konnte das Spiel regulär beginnen. "Ich habe einen Pfiff gehört", erklärten die beiden HFC-Spieler später unisono.
Die Szene war sinnbildlich für die Einstellung, mit der der HFC dieses Spiel angehen wollte: "Zeitig attackieren und eine frühe Entscheidung suchen", hatte Trainer Sven Köhler vorgegeben. Und wie seine Männer diese Strategie bei ihrem 5:0 (4:0)-Erfolg umsetzten, ging nicht besser. Bereits nach drei Minuten brachte Mittelfeldspieler Marco Hartmann die Rot-Weißen mit seinem zehnten Saisontreffer vor der Rekordkulisse von 13 025 Zuschauern in Führung und legte die Grundlage für eine irre Torejagd. Dennis Mast (12.) und Angelo Hauk sorgten bis zur 19. Minute bereits für eine Vorentscheidung. Telmo Teixeira-Rebelo machte noch vor der Pause (42.) den Deckel auf das Spiel.
"Dieses zehnte Tor hatte ich mir unbedingt vorgenommen. Zweistellig sollte es schon sein in dieser Saison", sagte Hartmann. Er ist damit auf dem besten Weg, als erfolgreichster HFC-Torschütze der Regionalliga in die Vereinsgeschichte einzugehen. Bislang kam noch kein Hallenser über zehn Saisontore hinaus. Für Nico Kanitz (2009 / 10) sowie Pavel David und Angelo Hauk (2010 / 11) war bei zehn Toren Ende. Hartmann hat noch zwei Spiele Zeit, um das zu toppen. "Das wusste ich gar nicht. So tief stecke ich nicht in der Statistik", sagte der Blondschopf.
Viel wichtiger war ohnehin sein Bekenntnis zum Verein. "Ich spiele auch im nächsten Jahr für den HFC - in der dritten Liga", sagte Hartmann. Sein Vertrag wäre zum Saisonende ausgelaufen. Der Sechser hat aber seine Option auf eine weitere Serie gezogen, weil "ich überzeugt bin, dass wir uns den Aufstieg jetzt nicht mehr nehmen lassen. Wir werden den Erfolg ein, zwei Tage genießen und uns dann ganz konzentriert auf das entscheidende Spiel beim ZFC Meuselwitz vorbereiten."
Da lag er auf einer Wellenlänge mit seinem Trainer. "Bis Dienstagnachmittag werden wir uns über das klare Ergebnis freuen. Im Gegensatz zur letzten Woche in Cottbus haben wir unsere Chancen heute konsequent genutzt", erklärte Köhler.
Keine Widerrede, denn bis zur Halbzeit lag die Chancenverwertung des Tabellenführers bei unglaublichen 80 Prozent. Im zweiten Abschnitt "war verständlicherweise etwas der Dampf raus", wie es Marco Hartmann formulierte. Trotzdem fiel noch das 5:0 durch Hauk (74.).