Hallescher FC: Der weiße Fleck ist weg

20.05.2012 11:42 Uhr | Aktualisiert 28.02.2013 15:12 Uhr
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HFC-Fans

HFC-Fans (FOTO: ANDREAS LÖFFLER)

Von CHRISTOPH KARPE
Der Hallesche FC ist in die dritte Liga aufgestiegen. Damit hat Sachsen-Anhalt wieder einen Platz auf der Landkarte des Profi-Fußballs.
Halle (Saale)/MZ. 

Fußball-Halle badet im Glück. Der Hallesche FC hat sich den Aufstieg in die dritte Liga gesichert. Nach 20 Jahren, seit dem Abstieg des HFC damals aus der zweiten Liga, gibt es in Halle wieder Profi-Fußball - und damit auch wieder in Sachsen-Anhalt. Der vergangene Sonnabend war also auch ein Feiertag für das Land mit seinen 83 400 Kickern in 842 Vereinen. Schließlich hat es jetzt wieder ein Aushängeschild. Nun ist allein Schleswig-Holstein ein weißer Fleck auf der Landkarte des geschäftsmäßigen Fußballs.

Die Stadt freut sich derweil über einen riesigen Imagegewinn. Schließlich wird sie jetzt nicht nur über Wissenschaft, Kultur oder Einzelsportler wie Schwimmweltmeister Paul Biedermann deutschlandweit noch mehr in den Fokus rücken. Die Gegner heißen künftig Karlsruher SC, Hansa Rostock oder Alemannia Aachen. Insgesamt spielen in der dritten Liga zehn Vereine, die bereits in der ersten Fußball-Bundesliga dabei waren.

Doch für den HFC bedeutet der Aufstieg auch eines: Er muss professioneller werden. Die Fußballer waren bereits allesamt Profis. Aber die Geschäftsstelle benötigt neue Strukturen - die verlangt der Deutsche Fußball-Bund in seinen Lizenz-Auflagen. Bislang waren entscheidende Positionen nur ehrenamtlich besetzt. Zum 1. Juli werden nun ein Marketing-Chef und ein Presseverantwortlicher eingestellt.

Der Klub stockt seinen Etat von bisher 3,1 Millionen Euro auf 4,5 Millionen Euro auf. Er plant mit einem Zuschauerschnitt von 5 000 - was durchaus realistisch erscheint. Schon in der Regionalliga-Saison strömten bei 17 Heimspielen 101 000 Fans (Durchschnitt rund 5 900) ins Stadion. Ein wichtiger Finanzposten wird das TV-Geld von künftig etwa 730 000 Euro, das der DFB pro Verein ausschüttet. Bisher waren es 90 000 Euro. „Es wird zwar wirtschaftlich nicht einfach für uns, aber ich gehe mit einem guten Gefühl in die kommende Aufgabe“, sagt HFC-Präsident Michael Schädlich.

Wie wichtig der Aufstieg in diesem Jahr war, zeigt die künftige Struktur der Regionalliga. Sie wird auf fünf Staffeln aufgeteilt und vom DFB in die Regie der Regionalverbände übergeben. Selbst der Staffelsieger steigt nicht automatisch auf, sondern muss noch eine Relegation überstehen. Auch die finanzielle Kluft wird größer: Die Vereine bekommen kein TV-Geld mehr. „Im kommenden Jahr wäre ein Aufstieg schwieriger geworden“, sagt der HFC-Chef. Entsprechend ausgiebig wurde im Verein und in ganz Halle gefeiert. „Vierte Liga - nie mehr, nie mehr“ - das war das Lied des Tages.