Hallescher FC: Halle feiert seine Helden

24.05.2012 17:08 Uhr | Aktualisiert 24.05.2012 22:09 Uhr
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Empfang

Die Spieler des HFC feiern das Double nach dem Empfang im Rathaus mit den Fans. (FOTO: MEINICKE)

Von jan möbius und michael tempel
Gut 3.000 Hallenser feiern bis zum Abend ihre Fußball-Helden auf dem Markt. Die Stadt ehrt das Team und seinen Trainer Sven Köhler.
Halle (Saale)/MZ. 

Halle aus dem Häuschen: Nach dem Aufstieg des HFC in die dritte Liga und dem Sieg im Landespokalfinale gab es für die Fans am Donnerstag kein Halten mehr. Auf dem Markt jubelten rund 3 000 Menschen ihren Fußballhelden zu. Die Köhler-Elf durfte nach einem Empfang bei Oberbürgermeisterin Dagmar Szabados (SPD) eigens dafür sogar auf den Balkon des Stadthauses treten - aus Sicherheitsgründen wird das eigentlich nur ungern gesehen. Gäbe es in Halle eine Erdbebenwarte - am Donnerstag hätte sie 18.05 Uhr auf dem Markt deutliche Erschütterungen registriert: Da nämlich traten die Kicker auf den Balkon, präsentierten die Regionalliga-Meisterschale und den Landespokal.

Der Balkon war geschmückt mit einem Banner mit der Aufschrift: „Danke für Eure Unterstützung beim Double-Sieg!“ Die Fans tobten und fingen an, gemeinsam zu hüpfen. Bald fielen die Massen und die Spieler in Fan-Gesänge ein wie „Die Nummer eins im Land sind wir!“ Als ambitionierter Barde tat sich einmal mehr Stürmer Andis Shala hervor, der mit Inbrunst „Chemie Halle, olé, olé, olé, Chemie Halle“ intonierte. Der Jubel nahm aber noch zu, als Publikumsliebling und Mittelfeldregisseur Telmo Texeira-Rebelo von oben verkündete, dass er am Freitag seine Vertragsverlängerung beim HFC unterschreiben wolle. Einige feierten indes auf eher unschöne Weise und zündeten Bengalos und Böller.

Zuvor hatte sich Szabados im großen Ratssaal erfreut gezeigt, dass es seit 1971, als der HFC DDR-Oberliga-Dritter geworden war, endlich wieder eine Gelegenheit gebe, den Spielern des Clubs einen Empfang zu geben. HFC-Präsident Michael Schädlich sagte, dass der Erfolg des Vereins, der verglichen mit der Konkurrenz nicht über die besten Voraussetzungen verfügt habe, beispielgebend für die ganze Stand sein könne: „Wir haben Teamwork und wir haben einen starken Zusammenhalt. Die Stadt hat dasselbe Potenzial.“

Die Fußballparty auf dem Markt hatte um 16 Uhr begonnen. Die Hoffnung vieler Fans: endlich den Spielern nah zu sein. Doch dieser Wunsch scheiterte vielfach an den massiven Sicherheitsvorkehrungen. In einem Umkreis von 20 Metern verhinderten ein rot-weißer Absperrzaun und muskelbepackte Sicherheitsleute den Zugang zum Stadthaus. „Das ist echter Mist. Warum sperrt man uns so aus“, beschwerte sich der 21-jährige Dennis Hoffmann.

Als die Spieler später in zwei Kleinbussen vorgefahren waren, ließen sie sich aber trotz Absperrungen nicht davon abhalten, zuerst ihre Fans zu begrüßen. Unter den Massen auf dem Markt war auch René Stolpe. Zwar ist der 38-Jährige (noch) kein ausgemachter HFC-Anhänger: „Wenn aber hier so eine Meisterfeier über die Bühne geht, dann muss man doch dabei sein.“ Der Mann aus Doberlug-Kirchhain (Brandenburg) verbringt gerade die Elternzeit für sein Kind bei seiner Partnerin, die in Halle Medizin studiert.