Maik Wagefeld und Telmo Teixeira-Rebelo. (FOTO: ANDREAS LÖFFLER)
Telmo Teixeira-Rebelo: Der Deutsch-Portugiese ist für den HFC zum Glücksfall geworden. Im Sommer wurde er von Trainer Sven Köhler aussortiert und erhielt trotz laufenden Vertrages die Freigabe, sich einen anderen Verein zu suchen. Doch Teixeira-Rebelo blieb. Er spielte in der U 23 in der Verbandsliga. Nun aber auf einer anderen Position. Von der rechten Seite der Viererkette rückte er auf die Position des Spielmachers. Plötzlich taute er auf, wurde zum Kopf der Mannschaft und schoss sich zeitweilig an die Spitze der Torschützenliste in der höchsten Spielklasse Sachsen-Anhalts.
Mit dem elften Spieltag, dem Tag des Landesderbys in Magdeburg, holte ihn Köhler zurück in den Regionalliga-Kader - dieses Mal als Spielmacher. "Ich habe großen Respekt vor Telmo. Er hätte sich einen anderen Verein suchen können, hat es aber vorgezogen, sich durchzubeißen", sagt HFC-Präsident Michael Schädlich. "Sein Talent war auf der Verteidiger-Position verschenkt. Aber Trainer Sven Köhler hat genau so viel Größe gezeigt, wie zuvor der Spieler und hat ihm die zweite Chance gegeben. Er hat sie genutzt. Das ist ein selten positiver Fall."
Maik Wagefeld: Der erstligaerfahrene defensive Mittelfeldspieler ist vom ersten Tag an als Leitfigur in der Mannschaft anerkannt. Er hat die Zielstellung des Vereins - Drittliga-Aufstieg in den nächsten beiden Jahren - sofort verinnerlicht. „Maik Wagefeld wird einmal laut, ist aber immer wieder auch der besonnene Routinier, der jüngeren Spielern jederzeit hilft“, beschrieb Sven Köhler den 31-Jährigen. AuchWagefeld hat einmal ein schwächeres Spiel. Aber allein seine Präsenz auf dem Spielfeld ist bemerkenswert. Er gilt nicht nur in den eigenen Reihen als Respektsperson, er ist es auch für alle Kontrahenten.
„Über ihn redet man. Er ist ein Typ, der nicht verlieren kann und will. Solche Typen brauchst du für den Aufstieg. Die hatten wir früher gar nicht oder zu wenig“, sagt Präsident Michael Schädlich. Maik Wagefeld übernimmt auf dem Spielfeld nicht nur Verantwortung schlechthin, er ist auch Ideengeber und trifft in schwierigen Situationen die richtigen Entscheidungen. Seine beiden Freistoßtore über Freund und Feind hinweg gegen Lübeck und Halberstadt können in der Endauswertung noch Gold wert sein. Insgesamt hat er sieben Mal getroffen.
Patrick Mouaya: Vom konsequenten Innenverteidiger des HFC träumen die gegnerischen Angreifer nach ihren Duellen schlecht. Es gibt kaum einen Stürmer, der gern gegen den Nationalspieler aus dem Kongo antritt. Im Laufe der fast drei Jahre beim Halleschen FC hat sich der 26-Jährige einen festen Stand in der Mannschaft erkämpft. In der Anfangszeit war Mouaya dafür bekannt, dass er in den ersten beiden Spielen einer Halbserie Anpassungsschwierigkeiten hat. Mit risikoreichen Aktionen wurde er zum Unsicherheitsfaktor. „Doch weil Trainer Sven Köhler Spieler verbessern kann“, wie Präsident Michael Schädlich behauptet, hat er auch dieses Mouaya-Problem in den Griff bekommen.
In dieser Saison ist Mouaya auch zu einem echten Stehaufmännchen geworden. Weder eine Operation an beiden Knien in der Winterpause noch ein Kiefer- und Augenhöhlenbruch oder eine lästige Oberschenkelzerrung konnten ihn aufhalten. Andere Spieler wären bei so viel Verletzungspech verzweifelt. Nicht Mouaya. Schon wenige Tage nach einem Malheur stand er wieder auf dem Trainingsplatz - und wenn er nur das Auslaufen organisierte.
Darko Horvat: Der kroatische Schlussmann steht als Synonymfür die abwehrstärksteMannschaft der Regionalliga Nord. Mit seinen 38 Jahren merkt er vor allem im Winter, beim Training auf gefrorenen Plätzen, „jeden einzelnen Knochen“, wie er zugibt. Doch der Mann besitzt nach wie vor Zweitliga-Format und ist aus der Mannschaft von Sven Köhler nicht wegzudenken. Auch wenn er sich mittlerweile immer von Jahr zu Jahr entscheidet, ob er seinen Vertrag verlängert, die dritte Liga reizt auch ihn noch. Und die Komplimente der Konkurrenz gehen runter wie Öl. Nach seiner überragenden Leistung imLandesderby bei Germania Halberstadt verneigte sich Germania-Trainer Andreas Petersen vor dem Schlussmann und bat ihn ehrlichen Herzens um ein Autogramm. Darko Horvat ist wie die gesamte Mannschaft auf dem besten Weg, einen neuen Rekord aufzustellen.
Nur 14 Gegentreffer ließ das Team in den bisherigen 31 Punktspielen zu. In der ersten Regionalliga- Saison waren es in 34 Partien 20. „Ohne die beste Abwehr der Liga vor mir könnte ich das nie schaffen“, gibt Horvat die Komplimente an seine Vorderleute weiter.