Dennis Mast kann einen sportlichen Erfolg vermelden. Er hat jetzt die Platzreife - beim Golfen. "Ich habe im Trainingslager in Meisdorf vor dem Spiel im Mai gegen RB damit begonnen. Es ist ein unheimlich entspannender Sport", sagt der Flügelflitzer vom Halleschen FC.
Mit der Platzreife, mit der nachgewiesen wird, dass er sich und andere auf dem Golfparcour nicht gefährdet und einigermaßen zügig spielen kann, darf er jetzt auf den richtigen Golfplätzen alleine ran. Mit dem Anfängerhandicap von 54.
Aber nicht nur auf dem Golfplatz hat Mast die Platzreife nachgewiesen, sondern auch in den Stadien der dritten Liga. Im DFB-Pokal gegen Duisburg am Samstag war Mast der beste Mann auf dem Rasen. Dabei hatte die Saison denkbar schlecht für den 20-Jährigen begonnen.
Am ersten Spieltag gegen Offenbach stand er nicht im Kader, sammelte stattdessen bei der zweiten Mannschaft ein wenig Spielpraxis. "Das war schon ein kleiner Schock für mich", erzählt Mast: "Aber es war auch Ansporn, im Training noch mehr zu geben, sich noch mehr anzubieten."
Offensichtlich mit Erfolg. Schon im nächsten Spiel in Karlsruhe stand er in der Startelf, wie seitdem jedes Mal. "Es ist schon überraschend, eine Woche Tribüne und danach Stammmannschaft", meint Mast.
So ganz unbekannt ist dieses Wechselspiel nicht für ihn. Ende der Saison 2010 / 11 kam er am 25. Spieltag als Shooting Star direkt aus der A-Jugend in den Profikader. "Der Trainer hat gesagt: ,Ich schmeiß dich mal ins kalte Wasser.'" Mast bewährte sich, spielte in den letzten neun Partien und schoss zwei Tore.
Zu Beginn der vergangenen Saison lief es dann in der Hinrunde schlecht für ihn. "Das war der richtige Start im Männerbereich", erzählt er. Der Mittelfeldspieler war nur noch Wechseloption für maximal 20 Minuten. "Natürlich kommst du dabei ins Grübeln, zweifelst an dir."
Doch Mast kam auch aus diesem Leistungsloch wieder raus. Und erneut waren es die letzten neun Partien, die besonders rund liefen. Der gebürtige Rathenower schoss vier Tore, bereitete zwei vor. Geholfen hat ihm dabei sein Credo seit der Jugend: "Wenn du Spaß am Fußballspielen hast, kommt der Rest von ganz allein."
Ein besonderer Rückhalt für Mast ist in diesen Situationen Torwart Darko Horvat. Der "Oldie" im Team ist eine Stütze für die jungen Spieler beim HFC. "Darko gibt Tipps, kritisiert, baut einen auf. Er ist ein kleiner Papa in der Mannschaft", sagt Mast.
Aber auch seine Freundin Frances hilft ihm immer wieder. "Ich versuche schon, alle seine Heimspiele live im Stadion zu sehen. Ich bin stolz auf ihn, habe aber auch manchmal Angst, gerade wenn er gefoult wird", erzählt die 19-Jährige. Vor drei Wochen ist sie mit ihm in eine eigene Wohnung in der Innenstadt gezogen. "Wir sind gerade am Einrichten", erzählt Mast. Er fühlt sich reif für große Aufgaben - nicht nur auf Plätzen.