Hallescher FC: Torgefahr auf Probe

22.08.2012 21:49 Uhr | Aktualisiert 22.08.2012 22:33 Uhr
Addy-Waku Menga (Mitte) am Mittwoch beim HFC-Training. Der Ex-Wiesbadener sucht einen neuen Verein. (FOTO: ANDREAS HEINE) 
Von Thomas Düll
Hallescher FC Stürmer Addy-Waku Menga präsentiert sich im Training und macht einen guten Eindruck. Trainer Sven Köhler gibt sich aber extrem zurückhaltend.
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Halle (Saale)/MZ. 

Addy-Waku Menga trabt ein wenig der Zeit hinterher. Am vergangenen Sonntag um 23.15 Uhr hat der Stürmer in seinem Facebook-Profil seinen Wohnort verändert: "Wehen, Hessen, Germany", steht jetzt dort. Ein reichlich später Eintrag. Der Deutsch-Kongolese hat im Mai 2010 beim dortigen Drittligisten angeheuert. Und er steht womöglich kurz davor, eine neue sportliche Heimat zu finden.

Der 28-Jährige hat am Mittwoch zum ersten Mal beim Halleschen FC mittrainiert. Menga ist ein Offensivspieler. Sein Auftrag wäre es also, die Torflaute im Angriff der Rot-Weißen zu beheben. Auch wenn Trainer Sven Köhler bemüht ist, die enorme Erwartungshaltung ein wenig abzufedern: "Ein neuer Spieler ist auch kein Heilsbringer."

Bundesliga-Erfahrung mit Rostock

Köhler weiß: Ein neuer Mann würde sofort unter Druck stehen, müsste die Mannschaft also qualitativ wirklich nach vorn bringen. Und am Mittwoch präsentierte sich Menga tatsächlich als Spieler mit Torgefahr und Übersicht. "Er hat ein gutes Passspiel mit Links und Rechts, und einen guten Blick für die Situation", lobte Köhler.

Beim Training auf dem Kleinfeld überzeugte Menga vor allem im Abschluss, ließ einmal Torwart Jürgen Rittenauer und einmal Nils Pichinot aussteigen und versenkte den Ball im Kasten. Hinzu kommt: Mit 28 Jahren würde er viel Erfahrung mitbringen, sogar aus der Bundesliga.

Viele Pluspunkte also für den Testkandidaten. Doch es gibt auch die andere Seite. Und das fängt schon bei der Position an. Bei seinem letzten Verein, dem SV Wehen Wiesbaden, kam der 1,77-Meter-Mann auf der rechten Außenbahn zum Einsatz. Doch gerade die Außenbahnen sind beim HFC gut und vor allem doppelt besetzt mit Toni Lindenhahn, Dennis Mast, Michael Preuß und Erich Sautner. Das Problem liegt eher im Strafraum, wo ein torgefährlicher Mittelstürmer fehlt.

Menga selbst bietet sich genau dort an, sagt, es ziehe ihn "in die Spitze, um Tore zu machen und Selbstvertrauen zu gewinnen". Immerhin: Als Mittelstürmer hat er sogar Bundesliga-Erfahrung gesammelt, machte in der Saison 2007 / 08 in zwölf Spielen für Hansa Rostock ein Tor. "Er kann überall in der Offensive spielen", sagt Sven Köhler. "Wir müssen mal sehen, wo er uns helfen kann."

Viele Verletzungen

Wirklich überzeugt klingt das nicht. Zumal Addy-Waku Menga noch weitere Unwägbarkeiten mitbringt. So verlängerte Wehen-Wiesbaden den Vertrag mit ihm nach zwei Spielzeiten nicht mehr, auch wegen seiner hohen Verletzungsanfälligkeit.

Unter anderem setzten ihn ein Bandscheibenvorfall und eine Leistenoperation außer Gefecht. Menga kam in der vergangenen Drittliga-Saison 15-mal zum Einsatz, wurde aber allein 14-mal eingewechselt. Tore erzielte er nicht.

"So ist es eben im Fußball. Wenn es nicht so läuft, kommt ein anderer", meint Menga. In seinem Fall war es Daniel Brosinski, der heutige Duisburger, der ihn aus der Stammelf verdrängte.

Am Donnerstag wird sich Addy-Waku Menga noch einmal im Training des HFC präsentieren und versuchen, dem Verein das durchaus riskante Unterfangen einer Verpflichtung schmackhaft zu machen. Wer zwischen den Zeilen liest, dem dürfen aber Zweifel kommen, dass ihm das gelingen kann.

"Addy hat die gleichen Stärken und Schwächen wie die anderen auch", sagte Trainer Sven Köhler am Mittwoch nach dem Training. Und: "Vielleicht ist es am Ende gar nicht notwendig."

Überzeugung, dass eine Neuverpflichtung die Mannschaft weiterbringt, klingt anders.