Angelo Hauk (Mitte) und Andis Shala (rechts) streiten mit Nils Pichinot um den Stammplatz in der Angriffsmitte. (FOTO: WORBSER)
Es ist Halbzeit in der Vorbereitung. HFC-Trainer Sven Köhler hat erste Eindrücke von seinem Stammpersonal, aber auch von den neuen Spielern gewonnen. Trotzdem will er eigentlich nur das sagen, "was wohl alle meine Kollegen zu solch einem frühen Zeitpunkt sagen würden". Ja, er ist zufrieden damit, wie alle mitgezogen haben. Ja, es ist immer gut, wenn die Mannschaft in dieser Phase der Vorbereitung von ernsthaften Verletzungen verschont bleibt. "Und auch die neuen Spieler haben sich bislang gut in die Mannschaft integriert."
Wider Erwarten hat Köhler im ersten echten Testspiel gegen den tschechischen Erstligisten FK Teplice noch einmal zwei komplette Teams aufgeboten. Mit Absicht, wie er sagt. "Ich wollte allen Spielern im ersten scharfen Test noch einmal die Möglichkeit geben, sich zu zeigen. Schon am Freitag gegen Erzgebirge Aue werden nicht mehr alle Akteure die gleichen Spielanteile erhalten", sagt Köhler. Trotz der vielen Wechsel hat seine Mannschaft den Rivalen beim 2:0-Erfolg sicher beherrscht. Das deutet auf eine tolle Frühform hin. "Die erste Hälfte war ausgeglichen, aber wir hatten keine Durchschlagskraft. Nach der Pause haben wir unsere Chancen besser genutzt. Vielleicht hatte Teplice dann auch die schwächere Garnitur auf dem Platz", stapelt Köhler ein wenig tief.
In beiden Halbzeiten standen mit Pierre Becken, Philipp Zeiger und Nils Pichinot beziehungsweise Becken, Zeiger und Erich Sautner drei Neulinge auf dem Platz. Aber sie müssen sich strecken, denn die erfolgreiche Aufstiegsmannschaft hat bei ihrem Trainer erst einmal einen Bonus.
"Mal abwarten, wie der Konkurrenzkampf in der Innenverteidigung ausgeht", sagt Köhler. "Steven Ruprecht, Patrick Mouaya und Pierre Becken schenken sich nichts. Das ist genau die Situation, die ich mir als Trainer natürlich wünsche." Auf der linken Außenbahn hat sich Köhler fürs Erste entschieden. "Jan Benes ist auch aufgrund der starken Leistungen in der Rückrunde einen Schritt vor Nico Kanitz. Auch Sören Eismann hat gute Karten, seinen Platz auf der rechten Bahn wieder zu besetzen. Becken hat in der zweiten Halbzeit gegen Teplice gezeigt, dass er dort eine Alternative ist", sagt der Trainer. Die Angreifer klammert er vorerst noch aus. In der letzten Saison hatte Angelo Hauk die Nase vorn. Gegen Teplice punktete Andis Shala mit einem Tor. Und Nils Pichinot wird über kurz oder lang zeigen, dass er schon höherklassig gespielt hat.
Einen eindeutigen Vorjahres-Bonus haben bei Köhler nicht ganz unerwartet die Sechser Maik Wagefeld und Marco Hartmann. "Unser Vorteil ist doch, dass wir eine ganze Reihe von Spielern haben, die wir auf mehreren Positionen einsetzen können", erklärt der Trainer. "Und diese Alternativen sind mit den Neuverpflichtungen noch größer geworden."