Steven Ruprecht ist zum HFC gekommen, um aufzusteigen. Er hat sein Ziel auf Anhieb erreicht. (FOTO: LÖFFLER; SCHUMANN)
Nur so viel vorab: Torwart Darko Horvat ist der einzige, der alle 34 Spiele bestritten hat. Danach folgen Sören Eismann und Maik Wagefeld, die ein Spiel wegen einer Gelb-Sperre verpasst haben. Die MZ-Einzelkritik:
Darko Horvat (34 Spiele / 0 Tore): Der Schlussmann des HFC ist gemessen an der Anzahl der Gegentreffer der beste Torwart der ersten vier Ligen in Deutschland. Nur 15 Mal musste der Kroate in 34 Spielen hinter sich greifen. Das ergibt einen Schnitt von 0,44 pro Partie. Ihm am nächsten kommt Bayern-Schlussmann Manuel Neuer, der 22 Gegentore kassierte. Trainer Sven Köhler: "Darko würde ich ohne Bedenken bei einem Zweitligisten ins Tor stellen."
Jürgen Rittenauer (0 / 0): In den Punktspielen blieb dem zweiten Torwart nur die Rolle auf der Bank. Dafür war er in den bisherigen vier Spielen im Landespokal gesetzt. Trainer Köhler bescheinigt dem 26-Jährigen eine tolle Entwicklung. Er will mit Rittenauer weiterarbeiten.
Jan Benes (22 / 2): Die weitere Beschäftigung des Tschechen stand im letzten Sommer in Frage. Trainer Köhler wollte den 29 Jahre alten Verteidiger aber unbedingt halten, weil er flexibel auf beiden Außenverteidigerpositionen einsetzbar ist. Zum Ende der Hinrunde kam seine Zeit auf der linken Seite. In der Rückrunde war er rechts gesetzt. Er hat seine besten Leistungen gegen die Aufstiegsrivalen aus Kiel und Leipzig gezeigt.
Tom Butzmann (0 / 0): Trainer Köhler schätzt ihn als soliden Ergänzungsspieler. In der Endphase der Saison, als die Innenverteidiger ausfielen, hatte auch er Pech durch eine Verletzung.
Sören Eismann (33 / 1): Der 23-Jährige ist ein absoluter Gewinner-Typ. Er verlieh der Abwehr vom ersten Spieltag an die nötige Stabilität. Dass er nicht nur Außenverteidiger spielen kann, bewies er eindrucksvoll, als er wegen der Verletzungen von Patrick Mouaya und Steven Ruprecht nach innen rücken musste.
Nico Kanitz (29 / 0): Der Kapitän war in den vorangegangenen vier Jahren der beständigste Spieler. Die Serien 2008 / 09 und 2009 / 10 beendete er sogar als treffsicherster HFC-Spieler. Jetzt endete für den "Dicken", wie ihn seine Teamkollegen rufen, eine durchwachsene Saison.
David Haider Kamm Al-Azzawe (2 / 0): Der Verteidiger geht als der Ein-Minuten-Mann in die Geschichte dieser Saison ein. In der Hinrunde kam er sowohl gegen Holstein Kiel als auch gegen den VFC Plauen in der letzten Minute zum Einsatz.
Patrick Mouaya (28 / 0): Der Nationalspieler aus dem Kongo bildete mit Steven Ruprecht oder Sören Eismann ein in der Liga gefürchtetes Innenverteidiger-Paar. Gerade im letzten Spiel gegen RB Leipzig haben er und Ruprecht eindrucksvoll bewiesen, wie man einen 40-Tore-Angriff mit Daniel Frahn und Stefan Kutschke ausschaltet. Mouaya ließ sich auch durch zwei schwere Verletzungen nicht aus der Bahn werfen. Sowohl nach den Operationen an beiden Knien in der Winterpause als auch nach seinem Kiefer- und Augenhöhlenbruch dauerte es nur wenige Wochen, bis die Spaßkanone des Teams wieder auf dem Platz stand.
Steven Ruprecht (26 / 0): Trotz seiner gerade einmal 24 Jahre schätzt ihn sein Trainer bereits als Führungsspieler. Nach langwierigen Verletzungsproblemen bei Rot-Weiß Oberhausen hat sich der Verteidiger in Halle schnell zum Stammspieler entwickelt. Er war in der Abwehr eine Bank. Nach sieben Wochen Verletzung kehrte er gegen RB Leipzig zurück und spielte, als wäre nie etwas gewesen.
Benjamin Boltze (10 / 0): Im letzten Jahr war er Stammspieler. Dieses Mal kam er im Mittelfeld nicht an Maik Wagefeld und Marco Hartmann vorbei. Im Verlauf der zweiten Halbserie resignierte er.
Pavel David (6 / 0): Der mit zehn Treffern beste Torjäger der Vorsaison neben Angelo Hauk wird seine letzte Serie beim HFC nicht in bester Erinnerung behalten. Nach sechs Kurzeinsätzen in der ersten Halbserie spielte der Meniskus nicht mehr mit. Es folgte eine lange Reha. Am Wochenende wurde Pavel David vom HFC verabschiedet. Der Tscheche saß nach dem Abpfiff des RB-Spiels auf der HFC-Bank und hatte Tränen in den Augen.
Steve Finke (0 / 0): Drei Kreuzbandrisse in eineinhalb Jahren - biterer geht es nicht. Finke hat Fußball gelebt, wie sein Trainer sagt. Aber diese Rückschläge könnten ihn die Karriere kosten.
Marco Hartmann (32 / 10): Der Blondschopf hat eine sensationelle Saison gespielt. Seine Zweikampf-Gewinnquote als defensiver Mittelfeldspieler geht in Richtung 90 Prozent, doch auch alle Abwehrspieler der Regionalliga Nord fürchten den 1,90-Meter-Mann. Mit zehn Treffern ist er der beste Torschütze des HFC in diesem Spieljahr. Die Leistung ist um so höher einzuschätzen, weil er neben seinem Fußballer-Dasein auch noch ein Lehrerstudium absolviert.
Anton Müller (24 / 0): Der Mittelfeldspieler kennt die dritte Liga bereits. Für ihn war es sicher eine neue Erfahrung, seinen Stammplatz mitten in der Saison zu verlieren - an Telmo Teixeira. Aber Müller ist ein ungemein mannschaftsdienlicher Typ. An ihm richten sich junge Spieler auf. Er fügte sich auch in seine Rolle als Feuerwehrmann. Immer dann, wenn er gebracht wurde, egal ob im defensiven oder offensiven Mittelfeld, setzte er sofort Akzente und bot gute Leistungen. Sven Köhler: "Er hat einige Male unberechtigterweise nicht von Beginn an gespielt."
Telmo Teixeira-Rebelo (24 / 7): Als Außenverteidiger stellte ihn Trainer Köhler in der Vorsaison aufs Abstellgleis. Er hätte den Verein wechseln können, entschied sich aber für die zweite Mannschaft und kam mit überragenden Leistungen dort zurück in den Regionalliga-Kader. Als Spielmacher blühte er regelrecht auf. Zudem entschied er wichtige Spiele mit seinen Toren, wie zum Beispiel die erste Partie bei RB Leipzig.
Maik Wagefeld (33 / 7): Der unumstrittene Chef auf dem Platz. Er führte die Mannschaft, überzeugte mit einer absolut positiven Einstellung. Manch lautstarke Kritik an ihrer Leistung haben ihm seine Mitspieler spätestens mit dem geschafften Aufstieg verziehen. Der 31-Jährige entschied mit seinen Qualitäten als Freistoßschütze einige Partien im Alleingang.
Angelo Hauk (15 / 7): Nach ein paar Anlaufschwierigkeiten traf der Winterpausen-Rückkehrer auch wieder das Tor. Weil ihn Köhler kannte, wusste er um die charakterlichen Stärken des Angreifers und ging mit seiner Verpflichtung kein Risiko ein.
Toni Lindenhahn (32 / 3): Er hat den Schritt vom ewigen Talent zum Stammspieler geschafft. Der offensive Mittelfeldspieler hat Drittliga-Potenzial, muss aber unbedingt an seiner Torgefahr arbeiten.
Dennis Mast (29 / 4): Der Angreifer trug sich im Sommer mit Wechselgedanken. Dies warf ihn leistungsmäßig zurück und kostete ihn die erste Halbserie. Nach der Winterpause kam er ganz stark zurück und erkämpfte sich einen Stammplatz.
Michael Preuß (27 / 2): Mit seinem erfrischenden Auftritt im DFB-Pokal gegen Eintracht Frankfurt verzückte er die Fans. Im Gegensatz zu einigen Kritikern bescheinigt Trainer Köhler auch ihm das Potenzial für die dritte Liga. Doch dafür muss er an seinen technischen Fertigkeiten arbeiten.
Andis Shala (32 / 6): Er war dem Druck als einzige echte Spitzen zunächst nicht gewachsen. Nach der Rückkehr von Hauk war die Verantwortung besser verteilt. Das kam auch Shala zugute, der prompt seine Trefferquote erhöhte, auch wenn er fast nur noch der Backup des Sturmpartners war.
Dennis Wegner (32 / 4): Als Trainer Sven Köhler vor der Saison sagte, dass er mit Wegner und Mast auf der linken Außenbahn um den Aufstieg mitspielen will, wurde er nur belächelt. Wegner wurde zum Überflieger der Hinrunde. Als er in ein Loch fiel, war Mast zur Stelle. Wenn Wegner seine Überhast in torgefährlichen Situationen in den Griff bekommt, wird sich seine Trefferquote schnell verdoppeln.