Hallescher FC: Verletzungsmisere setzt sich fort

10.08.2012 10:19 Uhr | Aktualisiert 10.08.2012 10:47 Uhr
Toni Lindenhahn erwischte es gegen Stuttgart am Rücken. (FOTO: WORBSER) 
Von Jan-Ole Prasse
Die Verletzungsmisere setzt sich fort. Mehrere Spieler drohen gegen Unterhaching auszufallen. Dennoch lässt ein Transfer weiter auf sich warten.
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Halle (Saale)/MZ. 

Nach zwei Runden war schon wieder Schluss. Zumindest für Nils Pichinot. Beim gemeinsamen Auslaufen des Halleschen FC am gestrigen Vormittag musste der Mittelstürmer vom Platz humpeln. Der Muskel in der Wade hatte - wie es in der Fußballersprache heißt - wieder zugemacht. "Ich hatte das Gefühl, wenn ich weiter laufe, mache ich es nur noch schlimmer", sagte Pichinot. Er fuhr sofort zum Arzt, der aber keine Entwarnung geben konnte. "Bei Nils wird das für Samstag schwierig werden", sagte Trainer Sven Köhler.

Die Verletzung hatte sich der Mittelstürmer beim gestrigen Spiel gegen die Stuttgarter Kickers schon in seiner zweiten Aktion zugezogen. "Wir hatten Eckball, ich bin angetreten und habe sofort gemerkt, dass mit der Wade was nicht stimmt", sagte Pichinot.

Der vermutliche Ausfall des 22-Jährigen ist nur die letzte in einer Reihe von Hiobsbotschaften, die den HFC nach der 0:0-Auswärtspartie am Mittwoch Abend erreichten. Bei insgesamt vier Spielern - Pichinot, Darko Horvat, Toni Lindenhahn und Andis Shala - steht ein großes Fragezeichen hinter ihrem Einsatz am Sonnabend im Heimspiel gegen den Tabellenführer aus Unterhaching.

"Wenn sich jetzt noch einer schwer verletzt, müssen wir auf jeden Fall auf dem Transfermarkt reagieren", meinte Köhler. Seit den Ausfällen von Sören Eismann und Pierre Becken sucht der HFC ohnehin einen Rechtsverteidiger - bisher allerdings ohne Erfolg. "Es ist nicht so einfach nach Saisonstart jemanden zu finden, der auch wirklich zu uns passt", sagt Köhler: "Wir wollen es nicht überstürzen." Allerdings könnte schon bald ein Schnellschuss angesichts des engen 22-Mann-Kaders zur puren Notwendigkeit werden.

Denn die nun noch angeschlagenen vier Spieler bedeuten mittlerweile Engpässe in allen Mannschaftsteilen. Besonders hart hat es jetzt den Sturm getroffen. Neben Pichinot ist auch der zweite Stürmer Andis Shala seit einer Woche nicht einsatzfähig. "Ich habe es am Dienstag im Training versucht, aber schnell wieder ein Ziepen im Oberschenkelmuskel gespürt", sagte der Deutsch-Albaner. Er wird es am Sonnabend wieder versuchen, ob es mit Samstag klappt, ist mehr als fraglich. Shala klang zumindest nicht besonders zuversichtlich. Damit bleibt als einzige Spitze Angelo Hauk.

Besser gelagert ist die Situation bei Toni Lindenhahn. Der Mittelfeldflitzer ist guter Hoffnung, dass er bis Samstag wieder fit ist. Zumindest hielt er heute beim Auslaufen die vollen 45 Minuten durch. Gegen Stuttgart hatten ihn gleich zwei Verletzungen hingestreckt. "Zuerst habe ich mir eine Zerrung zugezogen und dann auch noch einen Schlag mit dem Ellbogen in den Rücken bekommen", erzählt er. Immerhin: Auf seiner Position stehen mit Erich Sautner und Michael Preuß noch zwei Alternativen bereit.

Das gilt zwar auch für die Torwartposition, dennoch wäre ein Ausfall von Darko Horvat, der an einer Kapselverletzung leidet, ein harter Schlag für den HFC. Schließlich bringt der 39-Jährige unglaublich viel Erfahrung mit und hält mit seiner Sicherheit die junge HFC-Abwehr zusammen. "Kurz vor Schluss bin ich bei einer Parade mit dem Stollen im Rasen hängen-geblieben und umgeknickt", sagte Horvat. Ob er Samstag doch auflaufen kann, wird sich erst direkt vor dem Spiel entscheiden.

Sollte er nicht fit werden, käme Ersatztorhüter Jürgen Rittenauer zu seinem ersten Saisoneinsatz. Horvat macht sich in diesem Fall wenig Sorgen: "Er hat in den letzten Jahren seine Leistung konstant gesteigert. Er wird mich auf jeden Fall gut vertreten." So sieht das auch Sven Köhler: "Ich habe volles Vertrauen in Ritti, dass er das hinbekommt. Wir haben ja mit ihm den Vertrag auch deswegen verlängert, weil wir hoffen, dass er irgendwann einmal Darko beerben kann."

Noch hofft der HFC, die Ausfälle kompensieren zu können. Aber sechs Verletzte nach vier Spieltagen in der dritten Liga sprechen eine deutliche Sprache. Die Belastungen sind eine Spielklasse anscheinend höher als vor der Saison geplant. Noch bleibt ein wenig Zeit zum Reagieren. Das Transferfenster schließt erst am 31. August.