Wieder im Einsatz: Jan Schindler (FOTO: MZ)
"Da wir unsere Personalsorgen in der Abwehr derzeit nicht kompensieren können, wussten wir, dass wir das Spiel im Angriff gewinnen müssen. Und das haben wir mit einer über 50 Minuten ganz starken Offensiv-Leistung auch geschafft", lobte HSV-Trainerin Ines Seidler ihre Jungs nach der Partie, wobei sie aus einer geschlossenen Mannschaftsleistung vor allem Tobias Ufer hervorheben konnte, der diesmal von Linkaußen die schönen Anspiele seiner Kollegen wunderbar in Tore ummünzte.
Da sich der Naumburg-Stößener Defensivverbund durch die bekannten Verletzungen jedoch lange nicht so stark wie in der Hinrunde zeigt, konnte der Tabellenvorletzte bis zum 11:11 20 Minuten lang gut mithalten. Erst danach erspielten sich die Aufstiegsaspiranten aus dem Burgenlandkreis mit der Halbzeitführung von 19:16 einen komfortableren Vorsprung.
Das brachte Sicherheit ins HSV-Spiel, und nach der Pause folgte dann auch die stärkste Phase der Gäste. Aus einer 22:18-Führung warfen die Seidler-Schützlinge einen Vorsprung von 25:20, später 31:22 und sogar 35:25 heraus. Der Drops war gelutscht. Und dass, obwohl der bis dahin gut Regie führende Ants Benecke in der 35. Minute auf kuriose Art und Weise das Feld aufgrund einer Roten Karte endgültig verlassen musste. Vom Siebenmeterpunkt wollte er den Magdeburger Torhüter mit einem Trickwurf überlisten, traf den Keeper mit seinem Dreher jedoch leicht am Kopf. Die Referees unterstellten Absicht und bestraften ihn.
Doch auch ohne Benecke geriet der Sieg nicht in Gefahr. Und als in der 58. Minute Steffen Baumgart die dritte Zeitstrafe kassierte, ließ man die Zügel eh gerade ein wenig schleifen, so dass sich der Vorsprung auf fünf Tore reduzierte. "Am Ende zählen nur die Punkte", sagte Ines Seidler, die angab, nicht auf die Ergebnisse von Calbe zu schielen. Jedoch: Sollten die Naumburger ihre beiden nächsten (durchaus machbaren) Aufgaben gegen Schönebeck und in Halle meistern und Calbe sein etwas schwereres Restprogramm ebenfalls bestehen, empfängt der HSV am 12. Mai den Dritten aus Landsberg im Saisonfinale zur endgültigen Meisterprüfung.
Und übrigens: Nach seinem Kniescheibenbruch kam in Magdeburg auch Jan "Oskar" Schindler wieder zum (Kurz-)Einsatz. Den musste er jedoch bezahlen. Zum Glück aber nicht mit einer neuen Verletzung, sondern mit einem Kasten Bier, da er unter dem Jubel der Fans und Mitspieler das traditionell "teure" 40. Tor warf.
Sein nächstes Punktspiel bestreitet der HSV am Sonnabend, 28. April, 19.30 Uhr, in der Sporthalle Seminarstraße, gegen Lok Schönebeck.