Ein Handballspieler wirft den Ball. (FOTO: DPA)
Das Finale liegt zwar schon eineinhalb Wochen zurück, doch sind die Eindrücke für Carsten Kommoß noch frisch. "Es war eine sehr gute Stimmung in der Truppe. Wir hatten trotz der anstrengenden Spiele viel Spaß. Auch die Organisation und der Rahmen haben gepasst", blickt Kommoß zurück.
Doch vor dem Erfolg flossen jede Menge Schweißtropfen. Denn eine Woche vor dem Turnier trafen sich die Auswahlspieler, um sich gezielt auf die Europäische Polizeimeisterschaft vorzubereiten. "Wir haben zweimal am Tag trainiert und abends noch Testspiele absolviert. Teilweise standen auch noch andere Termine an. Der Tag war richtig voll", sieht der 31-Jährige die Vorbereitungsphase.
"Das Training war gut. Wir haben vor allem in taktischer Hinsicht gearbeitet. Dennoch hat uns Trainer Rudi Fritsch auch Freiräume gelassen", so Kommoß. So wuchs die Mannschaft immer mehr zusammen und sah dem Turnier optimistisch entgegen. "Zunächst war mein Ziel ein Platz auf dem Podium. Doch ich habe gemerkt, dass mehr möglich ist. So wuchs dann auch der Glaube an den Titel."
Und die deutsche Auswahl startete gleich mit einem Sieg gegen Norwegen in das Turnier. "Wir kannten den Gegner nicht. Dennoch war es ein sicherer Erfolg", sagt Carsten Kommoß. Nachdem auch die Schweiz bezwungen wurde, ging es gegen Frankreich um den Gruppensieg. "Frankreich war keine schlechte Mannschaft, aber wir waren eben besser", kommentiert er das Spiel.
Im Halbfinale wartete mit Schweden ein starker Kontrahent. "Die Schweden haben das Tempo verschleppt und versucht, uns damit aus dem Konzept zu bringen. So wurde es ein enges Spiel. Wir waren aber ausgeglichener besetzt und haben so mit drei Toren gewonnen."
Das Endspiel gegen Dänemark war eingebettet in einen Tag der Polizei, so dass die Veranstaltung echten Eventcharakter hatte. So waren auch über 2 500 Zuschauer in der Göppinger EWS-Arena, die für gute Stimmung sorgten. "Wir haben in der Abwehr super gestanden und sind dann über Konter zu Toren gekommen. Schon zur Pause war ich mir sicher, dass wir gewinnen würden", betont der Ascherslebener, der an der Fachhochschule Mitglied der Sportfördergruppe ist.
"Carsten Kommoß hat damit in allen Belangen des Sports der Polizei Geschichte geschrieben. Er ist der erste Europameister in einer Mannschaftssportart in Sachsen-Anhalt", so Frank Retzlaff, Leiter Studien- und Ausbildungsgruppe Spitzensport, der beim Finale selbst in der Halle war.
Auf die Frage wie er seine Leistung sieht, meint Carsten Kommoß: "Ich denke, ich habe ein gutes Turnier gespielt. Im Durchschnitt stand ich 30 Minuten auf dem Spielfeld, war sehr effektiv und habe kaum Fehlwürfe gemacht. der trainer war mit meiner Vorstellung zufrieden, also kann es nicht so schlecht gewesen sein."
Nach dem Finale erhielt Carsten Kommoß viele Anrufe und SMS mit Glückwünschen. "Es war ein schöner Höhepunkt in meiner sportlichen Laufbahn. Ich möchte mich bei allen bedanken, die dabei unterstützt haben, besonders bei der Fachhochschule."
Carsten Kommoß absolviert derzeit sein Praktikum und macht in diesem Monat Urlaub. "Ich muss jetzt erst einmal etwas Abstand gewinnen und Kraft tanken für die kommenden Aufgaben."