Stefanie Beyer war in der Sachsen-Anhalt-Liga der Schrecken aller gegnerischen Torfrauen. (FOTO: ENGELBERT PÜLICHER)
An die 750 Volltreffer kam nicht einmal Staffelsieger MSV Buna Schkopau (703) als zweitbeste Offensive auch nur annähernd heran.
Allerdings schluckten die Saalestädterinnen auch 665 Gegentreffer, sogar zwei mehr als das Schlusslicht Spielgemeinschaft HSG Großgrimma / Zeitz. Nur im Kasten des Vorletzten SG Lok Schönebeck (688) klingelte es noch öfter als im Askania-Gehäuse. Auch deswegen konnten die Bernburgerinnen die Saison nur auf dem sechsten Platz abschließen.
"Ich setze auf Tempohandball. Wir sind nun mal eine relativ kleine Mannschaft, die ihre Tore aus der ersten und zweiten Welle erzielen muss, weil uns für den Positionsangriff die Spielerinnen mit Gardemaß fehlen, die auch einmal aus einem Freiwurf aus dem Rückraum einfache Treffer erzielen können. Deswegen fallen in unseren Begegnungen immer relativ viele Tore. Als unser Konterhandball lief, sahen wir immer gut aus. Wenn uns im Vorwärtsgang natürlich etliche Fehler unterliefen, wurden sie vor allem von den Spitzenmannschaften Schkopau und Gräfenhainichen knallhart bestraft", erklärte Trainer Yves Luthe, der seine Mannschaft weiter oben sieht. "Eigentlich gehören wir zu den drei besten Teams in dieser Spielklasse."
An der riesigen Diskrepanz zwischen Angriffs- und Abwehrleistung, die auch dem schnellen Spiel geschuldet ist, lag es jedoch nicht allein, dass der TV Askania hinsichtlich der Platzierung unter seinen Möglichkeiten blieb. Die Mannschaft stand in den ersten fünf Begegnungen trotz intensiver Suche nach einem Nachfolger für Luthe ohne Trainer da. Die Saalestädterinnen verloren in dieser Phase selbst bei den Kellerkindern TSV Niederndodeleben II (25:26) und Großgrimma / Zeitz (17:21). Nach vier Pleiten in Serie und dem Absturz auf den drittletzten Platz fassten sich die Spielerinnen ein Herz, überfielen Luthe daheim und überredeten ihren Coach zum Rücktritt vom Rücktritt, den er im Sommer 2011 aus familiären Gründen vollzogen hatte. Nachdem Luthe wieder auf der Bank saß, ging ein Ruck durch die Mannschaft. 27:11 Punkte fuhren die Bernburgerinnen in den folgenden 19 Spielen ein und hatten diese starke Bilanz auch Stefanie Beyer zu verdanken, die mit 235 Treffern die Torjägerkrone in der Sachsen-Anhalt-Liga eroberte. "Steffi hat wieder eine sehr starke Saison gespielt. Aber wir sind in den meistens auch mannschaftlich sehr geschlossen aufgetreten", meinte Luthe, der jedoch nicht ausschließlich in dem Fehlstart den Grund für den sechsten Platz sieht. "Wir haben leider auch unter meiner Regie einige Punkte verschenkt. Ich denke nur an die unglücklichen Niederlagen beim TuS Magdeburg und in Seehausen oder die Punkteteilung beim Dessau-Roßlauer HV."
Kommende Saison sollte die Askania-Sieben um einen Fehlstart herumkommen. Luthe bleibt auf jeden Fall für ein weiteres Jahr an Bord und kann seinen kleinen Kader zumindest mit einer Spielerin verstärken. Claudia Winkler, die schon für den MSV Buna Schkopau auf dem Parkett stand, wird die Bernburgerinnen verstärken. Trainingsauftakt ist am 3. August.