Ralf Stojan wird auch in der kommenden Saison gemeinsam mit Mario Schellbach die Trainerrolle übernehmen. (FOTO: MZ)
Am Samstag wird noch einmal Handball gespielt. Auch in Hermsdorf. Zu Gast ist die HG 85 Köthen. Das Spiel wird, wie jedes andere am letzten Spieltag in der Mitteldeutschen Oberliga auch, um 19 Uhr beginnen. So weit die Fakten zu einer Partie, die sich mit den Duellen Halle gegen Wittenberg-Piesteritz und Oebisfelde gegen Freiberg um den Titel "Unwichtigstes Spiel" streitet.
Stojan und Schellbach weiter dabei
Rien ne vas plus - Nichts geht mehr für die Bachstädter. Zumindest in dieser Spielzeit. Seit Wochen wird aber schon am neuen Kader gefeilt. Die Messlatte für die Neuzugänge ist hoch: Sie sollen den Aufstieg bringen. Präsident Andreas Auerbach hat vor wenigen Wochen betont, dass es in der nächsten Saison nur um den ersten Platz gehen soll. Dafür sucht er die Bausteine, die den guten Grundstock im Kader stärken. Zwei Neuverpflichtungen kann der Präsident schon benennen. Vom HSV Apolda kommt Torwart Nils Hübscher. Zudem konnte die HG Steven Just verpflichten. Der Rechtsaußen kommt vom Ligakonkurrenten TuS Radis. Doch dabei wird es Auerbach nicht belassen. Nach MZ-Informationen sind die Verhandlungen mit weiteren Spielern fortgeschritten. Hierbei soll es sich um Rückraumspieler handeln. Besonders die leichten Tore aus der Distanz fehlten der HG in dieser Saison, um Dresden und Bad Blankenburg an der Tabellenspitze ernsthaft zu gefährden.
Eine weitere Personalie ist geklärt. Ralf Stojan wird auch in der kommenden Saison gemeinsam mit Mario Schellbach die Trainerrolle übernehmen. Fest steht auch, dass Stojan seine Einsätze weiter zurückfahren wird. "Ich habe mit ihm gesprochen und ihm gesagt, dass ich möchte, dass er sich mehr auf seine Trainerrolle konzentriert", sagt Andreas Auerbach. Stojan räumt ein, dass es schwierig war mit der Doppelbelastung. "Man sieht einfach nicht alles", sagt er. Aber seinen Abschied als aktiver Handballer will er nicht verkünden. "Ich denke schon, dass ich der Mannschaft noch weiterhelfen kann." Besonders in der Verteidigung. "Ich sehe bisher keinen, der in der 5-1 oder 3-2-1-Deckung den vorderen Part so gut spielen kann, wie ich", so Stojan. Es hinge immer von der Taktik ab, wie häufig er zum Einsatz komme. Er sei aber grundsätzlich bereit, sich weiter zurückzunehmen.
Experimente gegen Hermsdorf
Für die Partie am Samstag sieht Stojan den SV Hermsdorf in der Favoritenrolle. Zum einen liegt das an der schwachen Bilanz der HG in den letzten sieben Spielen. Nur drei Punkte konnten in diesem Zeitraum geholt werden. Zum anderen ist da aber vor allem die beeindruckende Heimstärke der Hermsdorfer. In zwölf Spielen gewann Hermsdorf neun Mal, nur Dresden und Bad Blankenburg gewannen, Freiberg schaffte ein Unentschieden. "Wir haben Respekt vor dieser Mannschaft", sagt Stojan. Dennoch will er die Partie nutzen, "um ein, zwei Sachen zu experimentieren." Gewinnen wolle man dennoch. "Ich hoffe auf ein enges Spiel. Mal sehen, wer am Ende gewinnt." Und wer als nächstes zur HG wechselt.