Handball-Bundesliga: Mit neuen Standards gegen Zuschauerschwund

04.06.2012 17:29 Uhr | Aktualisiert 04.06.2012 17:31 Uhr
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Frank Bohmann

Frank Bohmann ist der Geschäftsführer der Handball-Bundesliga (HBL). (FOTO: DPA)

Von Martin Kloth
Die Handball-Bundesliga knipst den Turnhallen das Licht aus. Mit ihrer Offensive zu modernen Arenen mit mehr Plätzen und heller Beleuchtung stemmt sich die stärkste Liga der Welt gegen einen befürchteten Zuschauerschwund.
Leipzig/dpa. 

Zugleich sollen die Fernsehbilder neuen Glanz statt verstaubter Atmosphäre zeigen. Und die verschärften Standards fordern ein prominentes Opfer: Die altehrwürdige Eugen-Haas-Halle in Gummersbach. «In der Eugen-Haas-Halle, so wie sie jetzt steht, kann kein Bundesliga-Handball mehr stattfinden», erklärte Frank Bohmann, Geschäftsführer des Ligaverbandes HBL.

Dem Tschüss von Heiner Brand von der großen Handball-Bühne bei einer stimmungsvollen Gala am Sonntag in Mannheim folgt nun der leise Abschied seines sportlichen Wohnzimmers. Mit seinem VfL Gummersbach gewann der 59 Jahre alte Weltmeister als Spieler und Trainer dort zahlreiche Bundesliga- und Europacup-Partien - doch nun ist die 1974 gebaute Sporthalle nicht mehr bundesligatauglich.

2100 Zuschauer passen in die Eugen-Haas-Halle. Das ist der HBL zu wenig. Mindestanforderung sind unter anderem künftig 2200 Plätze sowie zwei gegenüberliegende Tribünen, fernsehgerechte Beleuchtung, mehr Platz für Kameras, VIP- und Presseräume oder auch moderne Umkleide- und Sanitärtrakte.

In Bezug auf die Zuschauerzahl hätte die HBL sicher ein Auge zugedrückt für die Übergangssaison bis zur Fertigstellung der Schwalbe-Arena. «Aber die erfüllen andere Standards, die wir setzten, nicht. Insbesondere an das Licht und an die Verpflichtung, beidseitige Tribünen anzubieten», sagte Bohmann.

In Gummersbach ist nun guter Rat teuer. Zur Spielzeit 2013/2014 soll die rund neun Millionen Euro teure neue Halle mit 4000 Plätzen fertig sein. Bis dahin muss der Traditionsclub ein Provisorium schaffen, das auch den Zuschlag der Liga erhält. «Gummersbach kennt die Situation, die arbeiten daran», sagte der HBL-Geschäftsführer. Laut VfL-Manager Axel Geerken befasst sich die Vereinsführung «intensiv mit Alternativen wie einem temporären Umbau oder einem Umzug für einzelne Bundesliga-Heimspiele in eine andere Spielstätte».

Neben den Gummersbachern war nur Aufsteiger TV Neuhausen von den Neuerungen bei der Zulassung der Hallen betroffen. Der Neuling machte jedoch aus der Not eine Tugend: Von Beginn der kommenden Saison am 25. August an spielen die Schwaben in der Paul-Horn-Arena in Tübingen. Diese fasst 3180 Zuschauer statt der im besten Falle 1500 wie die bisherige Heimstätte Hofbühlhalle.