Eine Szene aus dem Vorjahresfinale des Champions Cup. Atletico Madrid/Ciudad Real (in Rot-Weiß) unterlag überraschend dem russischen Serienmeister Medwedi Tschechow. (FOTO: ARCHIV/SEBASTIAN)
Er ist eine der schillerndsten Figuren des deutschen Männerhandballs, und einer der einflussreichsten wie erfolgreichsten "Macher" dieser Sportart. Bob Hanning, Manager des Erstligisten Füchse Berlin und zudem noch A-Jugend-Trainer des Clubs aus der Hauptstadt. Was er anpackt, gelingt. Kein Wunder, dass auch der Dessau-Roßlauer Sportdirektor Ralph Hirsch in höchster Anerkennung von dem 44-Jährigen spricht.
Große Anerkennung
"Ich kenne ihn ja noch in seiner Funktion als Co-Trainer der Nationalmannschaft von Heiner Brand. Er ist für mich als Manager und PR-Stratege ein absolutes Vorbild", sagt Hirsch, und freut sich deshalb doppelt auf das bald bevorstehende Wiedersehen mit dem in Essen geborenen Hanning. Dessen Füchse gastieren am 12. August wieder in der Dessauer Anhalt-Arena, zum Finaltag des Champions Cup. "Für mich ist Berlin einer der ganz großen Favoriten auf den Turniersieg. Es ist einfach Wahnsinn, welche Entwicklung dort in den vergangenen Jahren vonstatten gegangen ist", legt sich Hirsch fest.
In der Ära Hanning, die 2005 begann, schafften die Füchse nicht nur die Rückkehr in die erste Bundesliga, sondern avancierten dort auch zu einer der Spitzenmannschaften der von vielen als besten Handballliga der Welt eingestuften Bundesliga. Vorläufige Höhepunkte: Platz drei in der Meisterschaft 2010 / 11 mit anschließender Teilnahme an der Champions League, die ebenfalls als Dritter beendet wurde, und dann erneut Meisterschaftsdritter. Einen vergleichbaren Höhenflug hat kein anderes Team vorzuweisen. "Ich bin mir sicher: Bob Hanning würde in Dessau vier Jahre brauchen, dann würden wir hier erste Bundesliga spielen. Mit seinen Netzwerken schafft er das. Zumal ihm ja auch die Anhalt-Arena sehr gut gefällt", verrät Hirsch wohl einer seiner Wunschträume. Hanning als Manager des Dessau-Roßlauer HV, es wäre die Sensation schlechthin. "Aber das wird wohl sicher nicht passieren", lächelt Hirsch.
Zuletzt gastierte Hanning erst im Januar diesen Jahres in Dessau. Beim internationalen Handballturnier um den Peugeot-Cup erreichten die Füchse das Finale, wo sie dem TBV Lemgo mit "Hanning-Entdeckung" Florian Kehrmann unterlagen. "Wir kommen nächstes Jahr gern wieder", betonte Hanning damals. Nun schafft er es sogar noch im gleichen Jahr.
Heißer Kandidat auf den Sieg
Die Füchse, derzeit noch bis Sonntag im Trainingslager auf Island, wollen mit voller Kapelle zum Champions Cup anreisen. Lediglich der Kroate Ivan Nincevic wird wohl fehlen, wegen Olympia. Alle anderen sind an Bord. Ein Grund mehr, die Füchse als heißen Kandidaten auf den Sieg beim Champions Cup zu handeln. Den hatten die Füchse zuletzt 2010 gewonnen. Das schreit doch förmlich nach einer Wiederholung.