Handball: Ein Litauer als Königstransfer

14.06.2012 19:31 Uhr | Aktualisiert 14.06.2012 20:46 Uhr
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Handballspiel

Svajunas Kairis trägt hier noch das Trikot des HC Ascherleben. Ab sofort ist es HG-grün. (FOTO/ARCHIV: FRANK GEHRMANN)

Von Marcus Bräuer
Andreas Auerbach hatte einen dicken Fisch angekündigt. Und hier ist er: Svajunas Kairis wechselt zur kommenden Saison vom HC Aschersleben zur HG 85 Köthen. Der 32-jährige Rückraumspieler ist zweitligaerfahren und soll die HG in die 3. Liga führen.
Köthen/MZ. 

HG schnürt das beste Paket

Köthens Präsident Andreas Auerbach hatte seit einigen Wochen an Kairis gebaggert. Am Montag konnten nun endlich die Unterschriften unter den Vertrag gesetzt werden. Zwei Jahre hat sich der Litauer an den Club aus der Bachstadt gebunden. "Er passt in die Mannschaft", sagt Auerbach. Wichtig für die Verhandlungen war aber vor allem Heinz Prokop. "Ohne Heinz wäre er wohl nicht gekommen", glaubt Auerbach. Prokop und Kairis kennen sich aus gemeinsamen Zeiten bei Anhalt Bernburg und Concordia Staßfurt. Von ihrem guten Verhältnis profitierte also nun die HG. "Grundsätzlich war erst einmal entscheidend, dass er in Deutschland bleiben wollte", sagt Prokop. Es sei aber neben der sportlichen vor allem die berufliche Perspektive ausschlaggebend gewesen. Kairis ist verheiratet und hat zwei Kinder. "Die HG hat das beste Paket geschnürt", sagt Prokop. Finanziell hätte er bei anderen Vereinen einen besser dotierten Vertrag unterschreiben können. Doch die HG konnte ihm eine Stelle als Sportlehrer besorgen, auch für die Ehefrau soll die berufliche Zukunft gesichert werden.

Die HG 85 Köthen hat sich also richtig ins Zeug gelegt, um Svajunas Kairis zu binden. Doch was kann man von ihm erwarten? Heinz Prokop zählt die Vorzüge auf: "Er ist ein absoluter Teamplayer, der dahin geht, wo es wehtut. Er ist ein cleverer Spieler, der auch mal ein Schwein sein kann. Aber nie unfair. Damit passt er gut nach Köthen."

Präsident Auerbach will durch die Verpflichtung gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Oberste Priorität hat der Aufstieg. "Ich will mit der Mannschaft Erster werden. Sonst hätte ich Svajunas Kairis nicht zu holen brauchen", sagt er. Doch er will den Litauer auch in die Nachwuchsarbeit einbinden. Kairis hatte bei den Vertragsgesprächen signalisiert, dass er auch als Trainer in der Jugend tätig sein möchte. "Wir wollen mit ihm ein Nachwuchskonzept entwickeln, von der in der Zukunft auch die erste Mannschaft profitieren soll", sagt Auerbach. Es soll also weiter Bewegung in den Verein kommen. Heinz Prokop glaubt, dass für die ambitionierten Ziele der HG mit Kairis der richtige Spieler geholt wurde. "Für den Aufstieg ist es ein Schritt in die richtige Richtung", so Prokop, "aber Handball ist und bleibt ein Mannschaftssport."

Auerbach will Stojan unterstützen

Den freien Platz, den Mario Schellbach neben Spielertrainer Ralf Stojan hinterlässt will der Präsident höchstselbst einnehmen. "Ich werde meine Philosophie mit einbringen und Stojan helfen", sagt Auerbach. Bei den Spielen saß er schon in der letzten Saison häufiger mit auf der Bank. Nun will er sich auch beim Training öfter blicken lassen. "Ich will Tempohandball von der ersten bis zur letzten Minute", sagt Auerbach. Dahin will er gemeinsam mit Ralf Stojan die Mannschaft bringen.

Die wird sich nicht mehr groß verändern. Doch Auerbach ließ durchblicken, dass er noch einen Köder ausgeworfen hat. Beim Dessau-Roßlauer HV soll ein Spieler Interesse signalisiert haben. "Den würde ich mit Kusshand nehmen", sagt Auerbach. Vorerst bleibt der Name des Fisches aber unbekannt.