Handball: Ein positiver Abschluss

20.05.2012 19:21 Uhr | Aktualisiert 20.05.2012 21:09 Uhr
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Robert Lux

Vier Treffer gelangen DRHV-Torjäger Robert Lux zum Abschluss der Saison. (FOTO: SEBASTIAN)

Von STEFFEN BRACHERT
Was macht man mit so einem Spiel? Georgi Swiridenko winkte bei der Analyse nur ab. "Jeder, der einmal Handball gespielt hat, weiß, wie schwierig solche Partien sind", verzichtete der Trainer auf eine detaillierte Aufarbeitung.
DEssau/MZ. 

"Wichtig war, dass wir der Saison einen positiven Abschluss gegeben haben." Und das ist dem Dessau-Roßlauer HV mit dem 24:21 gegen den TV Jahn Duderstadt gelungen. Vom Ergebnis her.

Letzte Spieltage sind immer undankbar. Vor allem, wenn es für eine Mannschaft um gar nichts, für die andere aber um fast alles geht. Und genau das war die Situation am Sonnabend, 18.30 Uhr, in der Anhalt-Arena. Bei vorsommerlichem Wetter. Vor 732 Fans.

TV Jahn ohne ein Trio

Duderstadt kämpfte um seine letzte Chance, noch auf Platz 14 vorzurücken und so die Drittliga-Relegation zu erreichen, war aber arg limitiert in seinen Mitteln. "Uns haben mit Janis Grisanovs und Kreisläufer Daniel Müller zwei wichtige Spieler gefehlt", erklärte Jahn-Trainer Ekkehard Loest. Chris Meiser, Leih-Spieler aus Hildesheim, stand auf der vollgesperrten A 2 bei Magdeburg im Stau und schaffte es nicht rechtzeitig bis Dessau. Die Ausgangsbedingungen beim Griff nach dem Strohhalm waren denkbar schlecht. "Wir hätten", machte Loest nach sechs Niederlagen in Folge klar, "einfach vorher unsere Punkte holen müssen."

Dessau-Roßlau begann routiniert und merkte trotz einer Sonderbewachung für Torjäger Robert Lux schnell, dass der Gegner beherrschbar war. Und das war das Problem. "Konzentration und Disziplin waren nicht so, wie ich mir das vorgestellt hatte", sagte Trainer Swiridenko. "Da hat in den gesamten sechzig Minuten immer ein Quäntchen gefehlt." Überbewerten wollte das Swiridenko nicht.

Dessau-Roßlau lag schnell 5:2 vorn, konnte den Vorteil aber nicht nutzen. Beim 7:7 nahm Trainer Swiridenko eine Auszeit und stellte sein Team um. Für Marcel Werner kam Patrick Heddrich. Für Andrius Zigelis erhielt offensiv Chris Alisch seine Chance. Doch keiner überzeugte. Nach einigen übermotivierten Aktionen musste Alisch bald wieder auf die Bank. Und auch Patrick Heddrich hatte nach mehrwöchiger Verletzungspause große Probleme - und vergab beste Chancen. Ein mühsames 11:10 stand zur Halbzeit.

Besser wurde es nicht wirklich. Nach Wiederanpfiff zog Dessau-Roßlau zwar auf 17:13 weg, nahm sich dann aber eine fünfminütige Komplett-Auszeit. Lattentreffer, Schrittfehler, Tore aus dem Kreis, vergebene Konter: Die Geduld der Fans wurde auf eine harte Probe gestellt. Trotz eines starken Andreas Sprecher im Tor: Beim 19:19 (53.) hatte Duderstadt die Hand am Strohhalm Klassenerhalt. Aber nicht aus eigener Stärke. Allein aufgrund der vielen Dessau-Roßlauer Nachlässigkeiten.

Pavlicek vom Siebenmeterpunkt

In einer Auszeit ordnete Trainer Swiridenko ein letztes Mal in dieser Saison die Reihen. Am Ende war es Tomas Pavlicek, der vom Siebenmeterpunkt zwei Mal keine Nerven zeigte. Und nach dem 22:21 war es ausgerechnet der bis dahin unglückliche Kapitän Heddrich, der vierzig Sekunden vor Schluss das spielentscheiden 23:21 erzielte, das Armands Uscins mit der Schlusssekunde noch zum verdienten 24:21 veredelte.

"Wir mussten es wohl noch einmal spannend machen", sagte Präsident Thomas Zänger und war trotzdem zufrieden. Vor allem mit der Heimbilanz, in der 27:3 Punkte stehen. "Die Leistungen der letzten fünf Spiele müssen Maßstab für die kommende Saison sein", blickte Zänger voraus. Ohne Kampfansagen. Demut ist nach dem Scheitern des Projekts Wiederaufstieg angesagt - und ein Neuaufbau. "Wir müssen erst einmal schauen, wie sich die Mannschaft findet mit den vielen Neuzugängen findet."

Dessau-Roßlauer HV:

Sprecher, Hoffmann - Uscins 5, Pavlicek 4 / 2, Lux 4, Zigelis 5, Werner 1, Schöne 1, Heddrich 3, Müller 1