Handball: Erstligist siegt zum dritten Mal im Champions-Cup

13.08.2012 19:57 Uhr | Aktualisiert 14.08.2012 10:07 Uhr
Der Franzose Geoffroy Krantz (mit Ball) hatte es schwer, sich in eine gute Torschussposition zu bringen. Am Ende musste sich Saint-Raphaël Var auch 22:35 bei seinem Zwischenrundenspiel gegen die Berliner Füchse, die den Handball-Champions-Cup erneut gewannen, beugen. (FOTO: THOMAS KLITZSCH) 
Von andreas richter
Beim zehnten Handball-Champions-Cup gewinnen die Füchse Berlin das dritte Mal hintereinander. Der Sieger begeistert die Zuschauer bereits beim Zwischenrundenspiel in Wittenberg.
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wittenberg/MZ. 

Peter Kurth konnte es sich leisten, nicht persönlich in Wittenberg zu erscheinen. Der Turnierleiter des Handball-Champions-Cup, die Zwischenrunde der Gruppe A fand am Samstag in Wittenberg statt, ignorierte aber nicht einfach so die Lutherstädter. Zum einen hatte er bis Sonntagabend - da ging in Dessau das Finale über das Parkett - noch alle Hände voll zu tun. Und zum anderen war er sich sicher, "dass die Wittenberger so handballbegeistert sind, dass klappt dort alles, auch wenn ich nicht mit dabei bin".

Nicht ganz so viele Zuschauer

Recht hatte Kurth. Zwar blieb man mit über 500 Zuschauern ein wenig hinter den Erwartungen zurück - bis zu 800 Handballfans hätten sich die beiden Zwischenrundenpartien anschauen können. Doch die Organisatoren vor Ort - der Wittenberger Kreissportbund (KSB) und seine vielen Helfer - konnten damit leben. KSB-Mitarbeiter René Stepputtis meinte, "dass wir in Sachsen-Anhalt mitten in der Ferienzeit liegen, viele sind derzeit noch im Urlaub."

Die, die daheim geblieben waren und in die Stadthalle kamen, dürften den Besuch indes nicht bereut haben. Stimmung pur herrschte auf und neben dem Parkett. Und es gab natürlich wie erwartet Handballkost vom Feinsten zu erleben. Speziell der Auftritt des späteren Turniersiegers Füchse Berlin gegen den Drittplatzierten der vergangenen Meisterschaftsserie in Frankreich, Saint-Raphaël Var, ließ die Herzen der Besucher höherschlagen. Wo ansonsten "nur" Aktive aus der Sachsen-Anhalt-Liga und darunter den Ball fliegen lassen, gab es selbst bei der Partie des Drittligisten Dessau-Roßlauer HV gegen die ungarische Formation Pick Szeged manche tolle Momente. Wenngleich die Ungarn mit ihrem 33:19-Sieg den Muldestädtern deutlich die Grenzen aufzeigten und im direkten Vergleich zum Auftritt der Hauptstädter gegen die Franzosen noch einmal einige Handballwelten dazwischenlagen. Schade war, dass Füchse-Keeper Silvio Heinevetter nur kurze Zeit das Gehäuse hütete.

Autogrammwünsche erfüllt

Gerade ihn hätten viele gern länger in Aktion gesehen. Denn Heinevetter ist in Sachsen-Anhalt ein Begriff. Der 1984 in Bad Langensalza geborene Torwart stand von 2005 bis 2009 beim SC Magdeburg zwischen den Pfosten. Anschließend wechselte er in die Bundeshauptstadt. 2006 gab er sein Debüt als Mitglied der Deutschen Nationalmannschaft. In Magdeburg wurde er zweimal von den Fans zum "Spieler des Jahres" (2008 und 2009) gewählt. Bei den Füchsen hat er inzwischen seinen Vertrag bis 2014 verlängert. In Wittenberg nahm sich der Torwart immerhin die Zeit, Autogramme zu geben.

Die waren auch beim regionalen Handballnachwuchs begehrt. Für Mädchen und Jungen aus vier Vereinen war es aber nicht allein deswegen ein besonderer Tag. Sie durften die Teams beim Auflaufen in die Halle führen. Voller Stolz Hand in Hand mit den Großen, auch dies prägte die Stimmung beim Champions-Cup in Wittenberg. Für René Stepputtis war klar: "Immer wieder gern, wenn man erneut zu uns kommen will."