HANDBALL: Es bleibt fast alles beim Alten

12.02.2012 16:35 Uhr | Aktualisiert 12.02.2012 16:38 Uhr
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Tobias Seyfarth war mit zehn Toren bester...

Tobias Seyfarth war mit zehn Toren bester HSV-Werfer. (FOTO: TORSTEN BIEL)

Von Torsten Kühl
"Der Handball-Gott ist zurzeit offenbar kein HSV-Fan." Den Beistand von oben, den sich Ines Seidler, Trainerin des Tabellenführers der Sachsen-Anhalt-Liga und Landespokal-Halbfinalisten Naumburg-Stößen, dieser Tage wünscht, kommt einfach nicht. Erst die schweren Verletzungen von Jan Schindler (Bruch der Kniescheibe) und Marcel Kilz (Meniskusanriss, Tageblatt/MZ berichtete). Dann das denkbar schlechteste Los, das sie sich im Pokal vorstellen konnte (siehe auch "Wieder auswärts"). Und nun diese letzten Sekunden im Punktspiel am frühen Sonnabendabend beim Tabellenvierten SV Langenweddingen.
Langenweddingen. 

"Der Handball-Gott ist zurzeit offenbar kein HSV-Fan." Den Beistand von oben, den sich Ines Seidler, Trainerin des Tabellenführers der Sachsen-Anhalt-Liga und Landespokal-Halbfinalisten Naumburg-Stößen, dieser Tage wünscht, kommt einfach nicht. Erst die schweren Verletzungen von Jan Schindler (Bruch der Kniescheibe) und Marcel Kilz (Meniskusanriss, Tageblatt / MZ berichtete). Dann das denkbar schlechteste Los, das sie sich im Pokal vorstellen konnte (Auswärtsspiel in Langenweddingen). Und nun diese letzten Sekunden im Punktspiel am frühen Sonnabendabend beim Tabellenvierten SV Langenweddingen.

Es stand 32:32, die HSV-Männer sind in Ballbesitz und in doppelter Überzahl. Sie haben den Siegtreffer vor Augen, vertändeln aber trotz des 6:4-Vorteils auf dem Feld den Ball, so dass die Gastgeber das Remis über die Zeit bringen können. "So etwas darf uns nicht passieren, und dass müssen wir auch auswerten", kritisierte Ines Seidler, um im gleichen Atemzug zu sagen: "Insgesamt gesehen können wir aber in unserer derzeitigen Situation mit diesem Punkt sicher zufrieden sein."

Tatsächlich hat sich durch das Unentschieden an der Konstellation an der Tabellenspitze des Sachsen-Anhalt-Oberhauses nicht viel verändert - auch wenn Verfolger TSG Calbe daheim sicher mit 30:13 gegen Glinde gewann. Der Vorsprung des HSV beträgt nun einen Punkt, aber gefühlt zwei Zähler, weil bei Punktgleichheit am Saisonende das direkte Duell entscheidet. Beide Partien zwischen diesen Kontrahenten endeten remis, jedoch der HSV hat beim 28:28 in Calbe mehr Auswärtstreffer erzielt als die TSG vor zwei Wochen in Naumburg (23:23).

Es sei ein Punktgewinn der Moral und des großen Kampfgeistes gewesen, so Ines Seidler nach dem 32:32 in Langenweddingen. Sie habe auf ein taktisches System vertraut, in dem eigentlich nur sieben Feldspieler zum Einsatz kamen (Paul Engelmann stand nur kurz im Angriff auf der Platte). Die Gäste agierten mit Marcus Deibicht in der Kilz-Rolle zentral und mit dem wiedergenesenen Steffen Baumgart auf Linksaußen. Später wechselten sie den an der Schulter lädierten Ants Benecke ein, der schwer ins Spiel fand, "aber ab der 49. Minute, als er den Kopf ausschaltete, ein wichtiger Faktor für uns wurde", wie die Trainerin fand. In dieser kritischen Phase, als ihr Team einen Fünf-Tore-Vorsprung (siehe "Spielfilm") nicht nur nicht halten konnte, sondern plötzlich mit 22:25 im Hintertreffen lag, habe sie in einer Auszeit noch einmal aggressives und schnelles Spiel nach vorn angemahnt. Und ihre Schützlinge hätten dies beherzigt.

Sie wolle aus dem Kollektiv, das sehr engagiert aufgetreten sei, eine sehr gute erste Halbzeit gespielt, dann aber kräftemäßig etwas abgebaut habe, zwar niemanden herausheben. "Wir hatten aber mit Sebastian Fende einen starken Mann im linken Rückraum, mit Tobias Seyfarth wieder einen Torgaranten, der allerdings in der Abwehr zu viele Fehler machte, mit Tobias Ufer einen treffsicheren Rechtsaußen und mit Marcus Deibicht einen Spieler, der nicht nur ordentlich Regie führte, sondern auch Langenweddingens gefährlichsten Werfer mit Manndeckung fast gänzlich aus dem Spiel nahm." Diesem, Mario Seifert, gelangen zwar zehn Treffer, aber davon sieben von der Siebenmeterlinie.

Naumburg-Stößen:

Tobias Beyer, Sandro Zacher; Paul Engelmann, Sascha Kluge 2, Ants Benecke 3, Tobias Seyfarth 10 / 3, Marcus Deibicht 1, Sebastian Fende 8, Tobias Ufer 7, Steffen Baumgart 1.

Spielfilm:

2:3 (5. Minute), 3:7 (10.), 5:8 (15.), 7:10 (20.), 9:14 (25.), 13:16 (Halbzeitstand), 16:17 (35.), 19:19 (40.), 23:22 (45.), 27;24 (50.), 28:29 (55.), 32:32 (Endstand).

Sein nächstes Punktspiel bestreitet der HSV am kommenden Sonnabend, 18. Februar, 19.30 Uhr, in der Seminarstraße gegen die SG Spergau.