Handball: Hochkarätige Neulinge bei Union Halle-Neustadt

11.06.2012 21:51 Uhr | Aktualisiert 11.06.2012 22:14 Uhr
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Michael Funke

Der Vertrag des bisherigen Wildcats-Trainers Michael Funke läuft zum 30. Juni aus. (ARCHIVFOTO: LÖFFLER)

Von Karl Ebert
Ab Juli wird der Slowake Michal Lukacin hauptamtlicher Cheftrainer bei Union. Die Wildcats sicherten sich dazu die Dienste von Polens Nationaltorhüterin Anna Baranowska.
Halle (Saale)/MZ. 

Noch einmal fünf Tage schwitzen. Zum Abschluss ein Turnier in der Nähe von Hamburg. Dann ist endlich Urlaub. Vier Wochen die Beine baumeln lassen. Das wird wohl allen Spielerinnen des Handball-Zweitligisten Union Halle-Neustadt nach dieser Katastrophen-Saison gut tun. Zur Erinnerung: Die Wildcats waren dem Abstieg nur aufgrund des besseren Torverhältnisses entgangen und weil die vier hinter ihnen platzierten Teams vorzeitig ihren Verzicht auf die zweite Liga erklärt hatten.

Und weil niemand noch einmal so eine Saison erleben will, haben die Verantwortlichen schon vor der Sommerpause Nägel mit Köpfen gemacht. Ab Juli wird der Slowake Michal Lukacin hauptamtlicher Cheftrainer bei Union. Der 39 Jahre alte A-Lizenz-Inhaber hat einen Vertrag bis 30. Juni 2014 unterschrieben.

Lukacin ist in Deutschland kein Unbekannter. In der Saison 2007 / 08 führte er die Damen des Erstligisten DJK / MJC Trier auf Platz fünf der Bundesliga. Nach nur einem Jahr musste er wieder gehen, weil Trier einen Bundesstützpunkt einrichten wollte und dafür mit Ildiko Barna eine Bundestrainerin benötigte. In der abgelaufenen Saison führte Lukacin die Frauen von Slovan Duslo Sala zur slowakischen Vizemeisterschaft.

"Michal Lukacin war bereits im November nach der Trennung von Arne Kühr unser Wunschkandidat, stand aber noch unter Vertrag und wollte sein Engagement ordentlich beenden", sagte Unions Teammanager Frank Kastner.

Der Vertrag des bisherigen Wildcats-Trainers Michael Funke läuft zum 30. Juni aus. Mit seiner Assistentin Ines Seidler war laut Kastner ohnehin besprochen, dass sie sich im Fall des Aufstiegs der von ihr außerdem betreuten Männer des HSV Naumburg-Stößen ausschließlich um diese Mannschaft kümmern wird. Der HSV hat als Landesmeister den Sprung in die Mitteldeutsche Oberliga geschafft. "Beide haben die Mannschaft in einer schwierigen Situation übernommen und viel Kraft investiert. Aber die sportlichen Ergebnisse in der Rückrunde entsprachen nicht unseren Erwartungen", so Kastner.

Das lag auch daran, dass Stefanie Praetzel und Anne Voigt den Abgang von Stammtorhüterin Janice Fleischer nicht adäquat kompensieren konnten. Für das neue Spieljahr haben sich die Wildcats nun die Dienste von Polens Nummer eins Anna Baranowska gesichert. Die 24-Jährige unterschrieb einen Dreijahresvertrag bei Union. "Ich freue mich riesig auf die neue Herausforderung in Deutschland. Und ich bin dankbar für die Chance, die mir der SV Union gibt", sagte Baranowska in einwandfreiem Deutsch.

Das mit der Sprache ist kein Wunder, schließlich hat die Torhüterin vom Erstligisten SPR Lublin Germanische Philologie studiert und ist diplomierte Übersetzerin. "Ich denke, dass Annas Verpflichtung schon spektakulär für einen Zweitligisten ist. Mit ihr werden wir bei Union wieder das Konterspiel aufleben lassen, das die Mannschaft viele Jahre ausgezeichnet hat", sagt Kastner.

Erstmals werden die Wildcats die Saison mit drei Torhüterinnen angehen. Hinter Baranowska stehen Anne Voigt und Stefanie Wähner, die beide neue Zweijahresverträge unterschrieben haben. Die Personalplanungen sind damit aber noch nicht abgeschlossen. "Am schwierigsten gestalten sich die Verhandlungen mit einer Rückraumspielerin, die auch von Erstligisten umworben wird. Zudem holen wir noch eine Außenspielerin für die rechte Seite", so Kastner.