Verletzte sich schwer: Sascha Kluge. (FOTO: MZ)
Zwei wichtige Punkte gewonnen, einen wichtigen Spieler verloren: So könnte man das Auswärtsspiel des HSV Naumburg-Stößen in Güsen, das mit 32:37 (13:16) endete, zusammenfassen. Und so konnte sich HSV-Trainerin Ines Seidler am Sonntag auch über einen "hart erkämpften Sieg", eine "geschlossene Mannschaftsleistung" und eine "super Offensiv-Leistung freuen". Doch immer wieder klang auch der dicke Wermutstropfen an: "Saschas Ausfall werden wir einfach nicht komplett kompensieren können".
Was sie da meint, passierte in der 25. Minute. Da verletzte sich HSV-Kreisläufer Sascha Kluge schwer am linken Zeigefinger. Diagnose: doppelt gebrochen, abgesplittert, OP nötig, mindestens vier Wochen Pause. "Ein schwerer Schlag für uns. Denn nach den Verletzungen von Marcel Kilz und Jan Schindler war Sascha unser wichtigster Mann in der Abwehr."
Und mit einer ordentlichen Defensive präsentierte sich der HSV in Güsen zumindest in der ersten Hälfte. "Wir sind zurecht mit viel Respekt nach Güsen gefahren. Denn der Gegner hat sich richtig stark verkauft, war uns körperlich überlegen. Und wir mussten knallhart für die Punkte kämpfen", so Ines Seidler.
Der Schlüssel zum Sieg lag in diesem Auswärtsspiel jedoch vor allem in der Offensive. Lediglich drei technische Fehler leistete sich der HSV-Angriff über 60 Minuten. Seidler: "Wir wollten die Aufgabe spielerisch lösen und haben das auch geschafft." Mit 8:6, 13:10, 16:13, 20:18, 23:20 und 28:26 lagen die Naumburg-Stößener immer zwei bis drei Tore vorn, konnten sich dann aber entscheidend zum 33:27 absetzen. Seidler: "Wir haben vorne einfach immer unser Tor gemacht." Am treffsichersten zeigte sich dabei Sebastian Fende mit zwölf Toren. Steffen Baumgart führte das Team mit Übersicht. Hinten stellte die Übungsleiterin aufgrund fehlender Abwehr-Recken in Halbzeit zwei auf eine ultra-offensive 1:5-Deckung um. Sascha Kluge wurde durch Paul Engelmann ersetzt, der seine Sache im Angriff mit zwei Toren und zwei herausgeholten Siebenmetern auch recht ordentlich machte.
Wer denkt, dass es mit dem überstandenen schweren Auswärtsspiel in Güsen nun leichter wird, irrt sich aber. Am kommenden Wochenende steht mit dem Pokalhalbfinale in Langenweddigen und dem Auswärtsspiel in Wernigerode ein knallharter Doppelpack an. Seidler: "Normalerweise hätte ich da bei unserer starken Truppe nur wenig Bedenken. Aber ohne Sascha Kluge wird das eine verdammt harte Nuss."
HSV mit:
Sandro Zacher, Tobias Beyer; Paul Engelmann 2, Sascha Kluge 3, Ants Benecke 6, Tobias Seyfarth 8 / 2, Marcus Deibicht 1, Sebastian Fende 12 / 3, Tobias Ufer 4, Steffen Baumgart.
Am Sonnabend, 24. März, 18 Uhr, spielt der HSV im Landespokal-Halbfinale beim SV Langenweddingen, und am Sonntag, 25. März, 15 Uhr holt er beim HV Wenigerode das Punktspiel der Sachsen-Anhalt-Liga nach.