Handball: Hummel-Flug bei den Wildkatzen

22.04.2012 18:32 Uhr | Aktualisiert 22.04.2012 22:34 Uhr
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Michael Funke und Stefanie Hummel

Trainer Michael Funke trägt Stefanie Hummel vom Feld. (FOTO: ANDREAS LÖFFLER)

Union kann doch noch gewinnen. Nach neun sieglosen Spielen kamen die Wildcats am Sonntagnachmittag gegen die TSG Ketsch zu einem letztlich ungefährdeten 36:27-Erfolg.
Halle (Saale)/MZ. 

Das Spiel zwischen Union Halle-Neustadt und der TSG Ketsch war noch nicht abgepfiffen, da trug Wildcats-Trainer Michael Funke seine Kreisspielerin Stefanie Hummel schon auf Händen über das Spielfeld. Dieser Gentleman-Geste lag zunächst nur ein Wadenkrampf zugrunde, der die agile 20-Jährige kurz vor Schluss ausgebremst hatte. Aus medizinischer Sicht alles halb so schlimm - aber Symbolcharakter besaß die Szene allemal.

Denn als kurz darauf die Schlusssirene durch die Uni-Sporthalle schallte und Unions Zweitliga-Handballerinnen nach fast drei Monaten endlich wieder einen Sieg bejubeln durften, war auch dem halleschen Trainer Michael Funke klar: Das war der große Tag der Hummel-Schwestern.

Beim klaren 36:27-Heimsieg am Sonntag gegen die TSG Ketsch stachen die blonden Zwillinge im Unions-Dress vor allem durch ihre Treffsicherheit heraus. Jacqueline Hummel war mit 15 Toren beste Werferin der Wildcats, während ihre Zwillingsschwester Stefanie sechs Mal einnetzte.Bereits im Vorfeld hatte Union-Trainer Funke am Gelingen der Hummel-Show geschraubt: Erstmals in dieser Saison setzte er die Schwestern nicht gemeinsam im Rückraum ein, sondern beorderte Stefanie an den Kreis. Das zahlte sich aus. "Die Variante mit Stefanie am Kreis und mir im Rückraum ging ziemlich gut auf. So haben wir damals in Leipzig immer zusammengespielt", sagte Jacqueline Hummel. "Im Angriff ging immer die Post ab. Heute haben wir endlich die Konstanz gezeigt, die uns in den letzten Wochen und Monaten gefehlt hat", so die 20-Jährige.

Folgerichtig gab Union die Führung nicht ein einziges Mal aus der Hand. Zur Halbzeit führten die Neustädterinnen bereits mit vier Toren, in der zweiten Hälfte bauten sie den Vorsprung zeitweise auf 13 Treffer aus. Im Tor der Wildcats bot Anne Voigt vor allem im zweiten Durchgang ein ansprechende Leistung.

Nach der überwundenen Durststrecke von neun sieglosen Spielen zeigte sich Union-Trainer Funke erleichtert: "Man hat gesehen, dass wir den Sieg mehr wollten als der Gegner. Das hat mir gefallen. Auch wenn unsere Mannschaft nicht mehr absteigen kann: Wir wollen uns unbedingt beweisen, dass wir auch sportlich zu den besten 32 Mannschaften Deutschlands gehören." Damit spielt Funke auf die derzeitige Konstellation in der Liga an, in der es durch den Lizenzverzicht von Wolfsburg, Altlandsberg und Wismar keinen Absteiger mehr geben wird.

Davon profitiert auch die TSG Ketsch, deren Teamchef Thomas Löbich dennoch an der Hummel-Gala zu knabbern hatte: "Es kann nicht sein, dass die Kreisläuferinnen gegen uns jedes Mal zu Weltklasseform auflaufen." Durch den Sieg klettert Union auf den zwölften Tabellenrang, den ersten Nichtabstiegsplatz. "Nach wie vor ist das unser Minimalziel", verkündete eine erleichterte Stefanie Hummel.