Handball: Kampf um den Klassenerhalt spitzt sich weiter zu

19.04.2012 17:31 Uhr | Aktualisiert 19.04.2012 21:14 Uhr
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Benny Böcker

Benny Böcker (r.), hier im Angriff, wird meist in der Abwehr eingesetzt. (FOTO: FRANK GEHRMANN)

Von Thorsten köhler
Die schlechte Nachricht ist, dass sich der HC Aschersleben weiter im Abstiegsstrudel der Dritten Liga Ost befindet. Die gute ist, dass die Alligators noch aus eigener Kraft den Klassenerhalt schaffen können. Eine Voraussetzung dafür ist ein Sieg am Samstag beim feststehenden Absteiger HSG Kleenheim (20 Uhr).
aschersleben/MZ. 

Und ein Erfolg ist auch das erklärte Ziel von Trainer und Mannschaft. "Alles andere als ein Doppelpunktgewinn zählt bei unserer derzeitigen Situation nicht. Wenn wir dort nicht gewinnen, wo dann", weiß auch Benny Böcker.

Der Abwehrstratege, der das Handball-Abc beim SC Magdeburg erlernte und dort viermal deutscher Jugendmeister wurde, ist trotz der schlechten Tabellensituation zuversichtlich. "Wir haben es noch selber in der Hand. An den Abstieg verschwende ich keinen Gedanken", gibt er sich optimistisch.

Doch das wird kein leichtes Unterfangen. Darüber ist sich auch der 27-Jährige im Klaren. Vor allem die Psyche könnte eine Rolle spielen. "Uns fehlt teilweise das nötige Selbstbewusstsein. In der Saison, in der wir in die zweite Liga aufgestiegen waren, haben uns Rückstände von sieben oder acht Toren nicht aus der Bahn geworfen. Wenn wir heute mit zwei, drei Toren hinten liegen, können wir das kaum noch drehen. Da muss noch einmal ein Ruck durch die Mannschaft gehen", sieht Böcker die derzeitige Situation.

Darauf hofft er auch in Kleenheim. "Da haben wir noch eine Rechnung offen." Denn die Partie in eigener Halle endete nur 34:34-Unentschieden. Die Alligators führten zur Pause schon 21:14, vergeigten den Vorsprung und kassierten zu allem Überfluss in der letzten Sekunde auch noch den Ausgleichstreffer.

Doch diesen Punktverlust sollte der HCA genau so abhaken wie die Niederlage gegen Aue aus der Vorwoche. "Jetzt zählt das Spiel in Kleenheim, wo wir das Optimale erreichen wollen. Ich hoffe, ich kann durch meine Leistung dazu beitragen", so Benny Böcker, der eigentlich eher ein ruhiger Vertreter ist, im Spiel aber schon Emotionen zeigt. Und das fordert er auch von den Mitspielern. "Wir müssen uns selbst pushen."

Dass die Krokodile in der Lage sind, die schwierige Situation zu meistern, müssen sie in den noch verbleibenden fünf Spielen nachweisen. Über das notwendige Potenzial verfügt die Mannschaft. Sie muss es aber auch abrufen können. "Wir müssen eine konstante Leistung über 60 Minuten aufs Parkett bringen. Nur wenige Minuten Unachtsamkeit haben uns schon genug Punkte gekostet. Das darf uns in Kleenheim nicht passieren", nimmt er sich und die Truppe in die Pflicht.

Bei den Alligators ist am Samstag alles an Deck. Auch Carsten Kommoß und Frank Seifert, die an einem Trainingslager der Landespolizeiauswahl, die sich für die Endrunde zur deutschen Meisterschaft qualifiziert hatte, teilnahmen, sind mit von der Partie. Vielleicht können sie etwas von der Euphorie auf den HCA übertragen.

Zum Auswärtsspiel nach Kleenheim besteht für die Fans des HCA eine Mitfahrgelegenheit. Abfahrt ist 13.30 Uhr vom Ballhaus-Parkplatz.