Vergangene Saison gewann der DRHV - hier Torjäger Robert Lux - beide Spiele gegen Aschersleben. Ein gutes Omen für den Saisonstart ? (FOTO: SEBASTIAN)
Die Frage steht ganz am Anfang. Ist Patrick Heddrich am Sonnabend beim Thyrolf- & -Uhle-Cup dabei? Thomas Zänger schüttelt den Kopf. "Ich denke nicht", sagt der Präsident des Handball-Drittligisten Dessau-Roßlauer HV. Der startet am Montag offiziell die Vorbereitung auf die neue Saison und präsentiert sich am Sonnabend beim Sportfest des Dessauer SV 97 an den Kienfichten. Ohne seinen Kapitän, der 13 Jahre für den Verein tätig war.
"Es ist noch kein Aufhebungsvertrag unterzeichnet", sagt Zänger. Heddrich war zuletzt im Urlaub. "Doch die Modalitäten sind mündlich abgesprochen. Ich gehe davon aus, dass er wechselt." Zum Mitteldeutschen Oberligisten HG 85 Köthen. "Es scheint für alle Beteiligten besser zu sein." Groß erklären will das keiner. Zänger spricht von Trainerzufriedenheit und Konstanz. Im Umkehrschluss heißt das wohl, das beides nicht so war, dass eine weitere Zusammenarbeit logisch war.
Trio kommt aus Magdeburg
Die Entscheidung ist allerdings nicht ohne Risiko. Insgesamt fünf Neuzugänge hat der Dessau-Roßlauer HV. Paul Otto wechselt vom Liga-Konkurrenten HC Aschersleben. Marco Hüls, Daniel Schmidt und Martin Danowski kommen aus Magdeburg. Martin Najmann kehrt aus Wolfen in die Dessauer Anhalt-Arena zurück.
Mit weiteren Verstärkungen hält sich der Verein zurück. Zwei Kandidaten aus Brandenburg waren in der Warteschleife. Der eine hat allerdings die sportärztliche Untersuchung nicht bestanden. Der andere hat immer noch keine Freigabe von seinem alten Verein erhalten. "Wir sind da in Verhandlungen", sagt Zänger - und verteidigt zugleich die Personalpolitik. "Wir wollten und mussten das Gesicht des Dessau-Roßlauer HV verändern." Die alte Mannschaft habe die Qualifikation zur eingleisigen zweiten Liga vergeigt und den Wiederaufstieg verpasst. "Obwohl die Qualität der Spieler eigentlich da war", sagt Zänger. "Wir konnten nicht einfach so weiter machen. Wir mussten Konsequenzen ziehen."
Die Konsequenz sieht nun aber so aus, dass es mit Max Najmann nur einen gelernten Linksaußen im Kader gibt und nach dem Abschied von Ladislav Brykner in Richtung Zweitliga-Aufsteiger Aue ein Linkshänder im Rückraum fehlt. Zänger weiß darum. "Doch wir haben Spieler im Kader, die flexibel einsetzbar sind." Armands Uscins habe in der lettischen Nationalmannschaft schon auf Linksaußen Tore geworfen. "Und ohne Linkshänder mussten wir die ganze Rückrunde auskommen. So schlecht haben wir da nicht gespielt." Klar sei eines, lacht Zänger: "Es wird immer auf jeder Positionen einer spielen."
Mit Trainer Georgi Swiridenko ist verabredet, die Vorbereitung abzuwarten und dann zu entscheiden, ob man noch etwas tun muss. Gerade auf Linksaußen gebe der Markt immer etwas her. "Der Trainer muss jetzt das Puzzle zusammenfügen. Wie stark diese Mannschaft ist, kann im Moment doch keiner sagen." Deshalb gibt es auch keine Aussage zum Saisonziel.
Unklares Saisonziel
"Das machen wir traditionell auf unserer Eröffnungspressekonferenz bei der Sparkasse", sagt Zänger. War dies früher eher ein Ritual, ist diesmal wohl wirklich abzuwarten, was die Wundertüte Dessau-Roßlauer HV im zweiten Jahr in der dritten Liga bereithält. Sieben Wochen dauert die Vorbereitung, ehe am 1. September das erste Pflichtspiel ansteht - das Derby beim HC Aschersleben, der seinen Kader ähnlich stark verändert hat. Die beiden Slowaken Norbert Pavlisin und Patrick Krok standen zuletzt in Magdeburg unter Vertrag. Mit dem 21-jährigen Linkshänder Richard Babjak kommt ein dritter Slowake, der mit Tatran Presov sogar schon Champions-League-Erfahrung sammelte.
Ascherslebens Neuzugänge 4 und 5 sind der 24-jährige Brasilianer Andrews Do Nascimento, der schon über drei Monate in Aschersleben mittrainiert, und Spielmacher Alexander Weber, der vom SV Anhalt Bernburg wechselt und ebenfalls für zwei Jahre unterschrieben hat.