Alexander Weber (M.) steckt nicht nur hier in der Klemme. Seine sportliche Zukunft ist noch offen. (FOTO: ENGELBERT PÜLICHER)
Der Vorhang fällt! Das Saisonfinale in der dritten Liga Ost steigt für die Handballer des SV Anhalt Bernburg am Samstag, 18.30 Uhr, beim bärenstarken Aufsteiger DJK Rimpar. Die Bayern stehen dort, wo die Schwarz-Gelben gern gelandet wären - auf dem sechsten Platz - und sind von dort nicht mehr zu verdrängen. Die Saalestädter dagegen könnten bei einer Niederlage vom zehnten noch auf den elften Rang zurückfallen.
"Es wäre schön, wenn wir die Saison mit einem Erfolgserlebnis beenden könnten. Außerdem haben wir mit dem Gegner noch eine Rechnung offen", meinte Anhalt-Coach Sven Liesegang, der beim 31:25-Heimspielsieg gegen Kleenheim krankheitsbedingt fehlte, aber in Rimpar wieder auf der Bank sitzen wird. Das Hinspiel verloren die Schwarz-Gelben gegen den Aufsteiger mit 31:32 (14:14). Vor allem am starken Keeper Max Brustmann, der den Anhalt-Fans die Vorfreude auf das Weihnachtsfest gründlich verdarb, verzweifelten die Gastgeber.
Doch für die Bernburger wird es gleich aus mehreren Gründen nicht einfach, erfolgreich Revanche zu nehmen. Kreisläufer Tobias Rindert fällt wegen einer Verletzung im Sprunggelenk definitiv aus. Enrico Lampe wird mit hoher Wahrscheinlichkeit aus beruflichen Gründen nicht mit im Mannschaftsbus sitzen.
Die Saalestädter werden außerdem auf hochmotivierte Hausherren treffen. Die DJK-Spieler wollen ihrem scheidenen Trainer Heiko Karrer einen erfolgreichen Abschied bereiten. Der ehemalige Nationalspieler wird ab der kommenden Saison den TV Hüttenberg trainieren. Die Mittelhessen stehen derzeit in der Bundesliga auf dem drittletzten Platz, der zu Relegationsspielen um den Klassenerhalt berechtigt.
Auch Liesegang wird nach der Partie in Rimpar seinen Hut nehmen müssen. Doch im Gegensatz zu seinem ehemaligen Bundesliga-Rivalen ist die sportliche Zukunft des Champions League-Siegers noch völlig offen, nachdem der Wechsel zum HC Empor Rostock geplatzt ist und das Management des SV Anhalt den Wunsch Liesegangs nach der Unterzeichnung eines Aufhebungsvertrags erfüllte.
Bis auf zwei bis drei Wackelkandidaten soll das Gerüst der Mannschaft erhalten bleiben. Alexander Weber gehört jedoch zu den Spielern, die sich noch Bedenkzeit ausgebeten haben. "Ich bin Familienvater. Da hat der Handball nicht mehr die oberste Priorität. Die berufliche Perspektive steht im Vordergrund", meinte der Rückraumspieler, der jedoch gern in Bernburg bleiben würde, wenn er Beruf und Handball an diesem Standort verbinden könnte. "Meine Schwiegereltern leben hier. Meine Eltern sind auch nicht weit weg. Ich habe keinen Grund meine Zelte abzubrechen, wenn ich in der Nähe einen Job finde."