Handball: Turnier für Feinschmecker

22.06.2012 19:07 Uhr | Aktualisiert 22.06.2012 19:25 Uhr
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Szene aus dem Finale des Vorjahres

Eine Szene aus dem Finale des Vorjahres, als Medwedi (in Violett) überraschend Atletico Madrid besiegte. (FOTO: ARCHIV)

Von frank harnack
Am 12. August steigt in der Anhalt-Arena die Finalrunde des Champions Cups. Titelverteidiger Chehovski Medwedi ist wieder mit am Start.
dessau/MZ. 

Was ist für einen Fan das Schlimmste am Ende einer Handball-Saison? Die Wartezeit auf die nächste. Die wird den Dessau-Roßlauer Anhängern dieser Sportart im August wieder verkürzt. Der Handball-Champions-Cup macht zum fünften Mal in der Anhalt-Arena Station. Nach den Vorrundenspielen in Meuselwitz, Hohenmölsen und Wittenberg am 11. August steigt tags darauf in der Bauhausstadt die Finalrunde.

Angesichts des Teilnehmerfeldes gerät Dessau-Roßlaus Sportdirektor Ralph Hirsch regelrecht ins Schwärmen. "Wir wollen die Handball-Euphorie in Dessau mit dem Champions-Cup am Köcheln halten. Das geht am besten mit Weltklasse-Handball", sagt er und meint damit vor allem die Füchse Berlin, den ungarischen Vizemeister Pick Szeged, den schwedischen Meisterschaftszweiten IFK Kristianstad und natürlich Chehovski Medwedi, den Pokalverteidiger.

Diesen charakterisiert Hirsch als "identisch mit der russischen Nationalmannschaft", die ja den Zug zu Olympia in London verpasst hat. "So schade das für die Russen ist, für den Champions Cup ist es gut", meint Hirsch. Dadurch sehen die Zuschauer eine ganze Reihe von Nationalspielern in Aktion. Auch bei den Füchsen aus Berlin. Die müssen wohl lediglich auf ihren Kroaten Ivan Nincevic verzichten. "Ansonsten haben sie angekündigt, mit dem kompletten Kader zu kommen", so Hirsch, der in den Planungen darauf gedrungen hat, dass auch der Dessau-Roßlauer HV, obwohl nur Drittligist, wieder mitmachen darf. "Das war meine Bedingung dafür, dass wir wieder Austragungsort sein werden."

Für den DRHV wird es der erste Auftritt während der Vorbereitung vor heimischer Kulisse werden. Ihr Vorrundenspiel bestreitet die Sieben von Trainer Georgi Swiridenko in Hohenmölsen, wo es auf Saint Raphael, den Dritten der französischen Meisterschaft, treffen wird. Die Chancen auf einen Erfolg stehen da vorab sicherlich nicht hoch. Doch was für die Spieler des DRHV vor allem zählt, denkt Hirsch, ist "das Erlebnis, gegen Nationalspieler anzutreten. Auch wenn sie verlieren sollten, gewinnen sie dabei viel, jeder einzeln für sich und auch als Mannschaft. Es ist die perfekte Vorbereitung". Besonders gespannt ist der Sportdirektor im Zusammenhang mit dem DRHV auf dessen Wiedersehen mit dem THSV Eisenach. "Das wird die Wiederbelebung eines alten Ostklassikers", sollten beide Teams in den Platzierungsspielen aufeinandertreffen. "Da können die Dessauer gleich mal sehen, wie weit weg sie vom Niveau der zweiten Liga sind", sagt Hirsch. Ein Fingerzeig auf das, was vom DRHV erwartet wird.