Heidelauf: Erfolgreiche Rekordjagd

03.06.2012 19:51 Uhr | Aktualisiert 03.06.2012 21:00 Uhr
Drucken per Mail
Waldemar Cierpinski (links in Rot)

Waldemar Cierpinski (links in Rot) schickt die Pokallaufstarter auf die Strecke. (FOTO: WASSERMANN)

Von rainer wassermaNN
Die siebente Auflage des Kochstedter Heidelaufes hat sich in der Historie dieser Volkssportveranstaltung einen besonderen Platz gesichert. Gleich drei neue Rekorde konnten die Organisatoren um deren Chef Manfred Kattner vermelden.
kochstedt/MZ. 

Das ging schon bei der Anzahl der Starter los. 231 Aktive notierte Kattner, der damit seiner eigenen Prognose gerecht werden konnte. Allerdings hatten einige Angemeldete den Weg nach Kochstedt nicht gefunden. So war vom LAV Halensia, der mit schlagkräftiger Truppe anreisen wollte, nicht ein einziger Athlet vor Ort. Ob es nun die prognostizierte Witterung oder der Börde-Marathon in Magdeburg war, der ebenfalls am Freitag ausgetragen wurde, war auf die Schnelle nicht zu klären.

Gekrönt wurde der Teilnehmerrekord noch durch die zwei Streckenrekorde im weiblichen Bereich. Sowohl über die sechs, als auch über die zwölf Kilometer gab es neue Bestmarken. So konnte die für den SV Germania Roßlau startende Martina Rarek ihre eigene Bestzeit aus dem Jahr 2010 von 26:20 Minuten auf 25:52 Minuten verbessern.

Rekord Nummer zwei ging auf das Konto von Sandra Petersohn, einer für den LV Dübener Heide aktiven Dessauerin. Fehlten ihr im vergangenen Jahr nur drei Sekunden an der Einstellung der Streckenbestzeit von Uta Schadow (LATV Plauen / 51:06 Minuten) über die zwölf Kilometer, gab sie diesmal Vollgas. Petersohn unterbot in 50:17 Minuten die bisherige Bestleistung sehr deutlich.

Bei den Männern ging es zwar nicht gemütlich voran, aber die Streckenbestzeiten behielten Bestand. Mit 43:33 Minuten blieb der Sieger des Pokallaufes über zwölf Kilometer, Toni Keller (VSG Saaletal Wettin) gut zweieinhalb Minuten über der von Samuel Diedering (LAV Halensia) im Vorjahr gesetzten Marke von 40:56 Minuten. Zweiter wurde Jörg Petersohn, der in 44:34 Minuten auch Rang eins der Altersklasse M 40 über die Zwölf-Kilometer-Distanz erkämpfte. Bei Temperaturen um 15 Grad Celsius machte lediglich ein kalter böiger Wind den Aktiven und vor allem den Zuschauern zu schaffen.

Ein prominenter Hallenser "verirrte" sich dann aber doch noch nach Kochstedt. Waldemar Cierpinski, der Namensgeber der Laufgruppe des TuS Kochstedt, stand kurz vor 18 Uhr unvermittelt am Rande des Starts zum Pokallauf über 12 Kilometer und beobachtete das Treiben interessiert. Erst Sekunden vor dem Start wurde er von Cheforganisator Manfred Kattner bemerkt, der sofort den Start unterbrach und Cierpinski vor das Starterfeld bugsierte, um ihm dort noch eine ganz kurze Ansprache zu entlocken und die Starterpistole in die Hand des zweifachen Marathon-Olympiasiegers zu drücken.

Cierpinskis Besuch in der Bauhausstadt zum Kochstedter Heidelauf war von ihm ja bereits mehrfach geplant worden, aber immer kamen im letzten Moment noch dringende geschäftliche Termine dazwischen. Und auch diesmal hätte es fast wieder nicht geklappt. Eine Sportverletzung hatte ihm "linksseitig einen Klumpfuß verpasst", wie er scherzhaft bemerkte. "Autofahren ging überhaupt nicht, ich musste auch schon den lange geplanten Pfingsturlaub auf Hiddensee abschreiben. Erst ein Arztbesuch brachte dann endlich grünes Licht für den Besuch in Dessau, den ich mir für dieses Jahr ganz fest vorgenommen hatte." Sehr lang fiel sein Besuch dann aber auch nicht aus.

Noch ein paar kurze Gespräche mit Kattner und Dessau-Roßlaus Sportdirektor Ralph Hirsch, dann war Waldemar Cierpinski auch schon wieder verschwunden. Hirsch hatte zuvor den Startschuss für den Drei- und den Sechs-Kilometer-Wettbewerb übernommen und damit den eigentlichen Starter Bernd Knappe entlastet.