Landesklasse: «Im Prinzip kann die Feier beginnen»

04.06.2012 22:37 Uhr | Aktualisiert 04.06.2012 22:58 Uhr
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Turbine-Routinier Frank Heyroth

Turbine-Routinier Frank Heyroth sichert im Spiel gegen Eisleben artistisch den Ball. (FOTO: ANDREAS LÖFFLER)

Von GOTTFRIED SCHALOW
Auf dem Felsen hält man von voreiligen Feiern nicht allzu viel. Es gibt ja noch die berühmten Pferde vor der Apotheke. Aber was soll bei Turbine Halle nach dem 2:1-Heimsieg am Wochenende gegen Aufbau Eisleben eigentlich noch schiefgehen?
Halle (Saale)/MZ. 

Zwei Spiele stehen noch aus, fünf Punkte beträgt der Vorsprung auf einen Abstiegsplatz. Dazu heißen die beiden letzten Gegner SG Reußen und im abschließenden Heimspiel Buna Halle-Neustadt. Zwei Mannschaften, die seit dem Wochenende endgültig im sicheren Hafen sind. "Im Prinzip kann die Feier beginnen. Zu drei Vierteln wenigstens", sagt Daniel Wurbs aus der Turbine-Abteilungsleitung.

Brachstedt leistet Schützenhilfe

Der Fußball-Verein vom Felsen hat damit eine schwierige Saison in der Landesklasse zum vermeintlich glücklichen Ende gebracht. Lukas Jahner, der zuvor schon der Verzweiflung nahe war, weil er geschlagene 1 118 Minuten nicht mehr ins Tor getroffen hatte, machte mit zwei Treffern gegen Eisleben alles klar. Erst traf er im Dauerregen nach Vorarbeit von Suli Ali und Markus Heidrich zum 1:0, dann mit dem Kopf nach einer präzisen Flanke von Kai Schumann zum 2:1-Siegtreffer. Die streckenweise schon unlösbar erscheinende Mission Klassenerhalt scheint gelöst. Auch, weil Grüne Tanne Wippra, jetzt fünf Punkte hinter Turbine zurück, beim Aufsteiger Blau-Weiß Brachstedt mit 1:7 unterging.

Feuerwehrmann Wehrmann

Darüber freute sich vor allem Jan Wehrmann, der vor drei Wochen auf der Trainerbank Peter Kluthausen abgelöst hatte. Da stand Turbine auf einem Abstiegsplatz. Wehrmann, 42 Jahre alt, hatte seine besten Zeiten als Spieler bei Tennis Borussia Berlin und Rot-Weiß Erfurt. Nun steht er vor seinem ersten Erfolgserlebnis als Trainer. Klar, dass Turbine nun auch langfristig mit Feuerwehrmann weitermachen möchte. "Wir wollen, er will. Wir müssen eigentlich nur klären, ob er neben seinen anderen beruflichen Verpflichtungen auch genügend Zeit für uns hat. Das ist die wichtigste Aufgabe, die wir in den nächsten Wochen zu lösen haben", sagt Daniel Wurbs, der mit seinen 37 Jahren offiziell auch noch im Aufgebot der ersten Mannschaft geführt wird.

Denn Turbine will sich eine weitere Zittersaison in der Landesklasse ersparen. "Wir hatten in dieser Saison einen schwierigen Umbruch. Viele ältere Spieler haben aufgehört, neue, jüngere Spieler sind nachgerückt. Personell stehen wir jetzt auf breiteren Schultern", sagt Wurbs und klingt dabei optimistisch. Warum auch nicht, wenn die Mission Klassenerhalt so gut wie gelöst ist.