Bei 5,42 Metern war für Stabhochspringer Tim Lobinger Schluss in Dessau. (FOTO: SEBASTIAN)
Einen viel entspannteren Eindruck konnte er kaum hinterlassen: Ganz in schwarz gekleidet, mit weißen Socken und weißen Schuhen, dazu die obligatorische Sonnenbrille auf der Nase, so zeigte sich Tim Lobinger am Freitag beim Anhaltmeeting in Dessau. 39 Jahre ist er inzwischen alt. Man könnte meinen, jeder Wettkampf sei nur noch purer Spaß für ihn. Doch für Lobinger geht es um viel - auch in der Stabhochsprung-Konkurrenz am Freitag im Paul-Greifzu-Stadion.
"Ich will zu Olympia nach London", sagte Lobinger offensiv. "Es ist vor allem die Leidenschaft des Stabhochspringers, die mich immer noch antreibt, Grenzen auszutesten." Und er rechnet sich gute Chancen auf einen der drei Startplätze für Deutschland aus. "Es gibt immer ein paar Jungs, die sich mit Wehwehchen plagen. Ich fühle mich so gut wie lange nicht." Die Norm liegt bei 5,72 Metern.
Im Winter hat Lobinger sein Trainingsprogramm umgestellt. "Ich habe viel mit Fußballern trainiert, dadurch viele kurze Sprints absolviert, dazu noch viel allgemeine Athletik." Sein Programm umfasste zuletzt bis zu 14 Trainingseinheiten pro Woche. Nach Freizeitsportler klingt das nicht.
Doch ob die Änderungen wirken, ist seit Freitag eine offene Frage. Schon die Eingangshöhe von 5,22 Metern schaffte Lobinger erst im zweiten Anlauf. Bei 5,42 Metern war schließlich Schluss. Eine Enttäuschung. Seine kuriose Erklärung: "Es lag an der Heuschnupfen-Tablette, die ich genommen habe. Die macht müde und ist nichts für den Leistungssport."