Leichtathletik-DM: Nadine Müller freut sich über Konkurrenz

16.06.2012 15:17 Uhr | Aktualisiert 17.06.2012 21:11 Uhr
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Medaillen-Trio

Das Medaillen-Trio Müller, Fischer und Rüh (von links) (FOTO: DPA)

Von CHRISTOPH KARPE
Nadine Müller hat ihre Ambitionen auf eine Olympia-Medaille im Diskuswurf zum Auftakt der deutschen Leichtathletik-Meisterschaften in Bochum unterstrichen.
Halle (Saale)/BOCHUM/MZ. 

Rene Sack nutzte die Freizeit. Er hat ja wenig genug davon. Also durfte sich die Familie am Sonntag über einen Ausflug mit dem Vater freuen. Am Sonnabend war der Trainer noch in Wattenscheid im Einsatz. Schließlich kämpften da seine zwei sportlichen Schützlinge um Top-Resultate bei den deutschen Meisterschaften der Leichtathleten. Und das mit Bravour.

Nadine Müller schleuderte den Diskus gleich im ersten Versuch auf die hochkarätige Weite von 66,47 Metern. Danach hätte die blonde Hallenserin ihren Wettkampf getrost beenden können. Der drehende Wind verhinderte eine Steigerung, die am Ausgang des Finales allerdings nichts geändert hätte. Die 26-Jährige feierte ihren vierten nationalen Titel in Folge. Und stets hat sie sich bei ihren Goldwürfen gesteigert. Von 59,98 Metern (2009) über 63,07 Meter und im Vorjahr 63,41 Meter. In diesem Bereich landeten nun die Verfolgerinnen. Julia Fischer packte 63,21 Meter, und auch Anna Rüh (63,14 Meter) erfüllte erneut die Olympianorm von 62 Metern.

"Nadine hat mehr geschafft als erwartet", sagte Coach Sack, der sich dann noch eine kleine Spitze in Richtung hallesches Rathaus nicht verkneifen konnte. "Viermal Meister - man kommt schon für weniger ins Goldene Ehrenbuch der Stadt", witzelte er. Doch die Sache hat einen ernsten Hintergrund: Vom WM-Silber im Vorjahr hatte die Stadtverwaltung keine Notiz genommen. Das wurmt den Trainer bis heute.

Nadine Müller freute sich derweil lieber über das Hier und Jetzt. "Solch eine Weite hatten wir nicht geplant, weil ich schon wieder voll im Training bin." Und dadurch sei sie "recht kaputt", sagte sie. Doch der "Wettkampf hat Spaß gemacht", wie Sack fand. Der Grund: Nadine Müller ist in einem nationalen Diskuswettbewerb keine Einzelkämpferin mehr. "Es freut mich, dass endlich wieder Mädels dabei sind, die mich fordern. Dadurch muss ich nun bei den Saison-Höhepunkten nicht mehr allein rumspringen. Es ist einfach schöner im Team", sagt sie. Das nimmt mentalen Druck und spornt an. Das Trio wird auch die EM Ende des Monats in Helsinki bestreiten.

Die zweite hallesche Medaillen-Gewinnerin wird dort nicht starten. Aber mit DM-Bronze dank 61,46 Metern im Hammerwurf war Carolin Paesler auch zufrieden.