Hochspringerin Ariane Friedrich wurde als Kind in der Schule gemobbt. (FOTO: DPA)
Es werde zudem geprüft, ob gegen den Beschuldigten aus dem Kreis Marburg-Biedenkopf auch wegen der Verbreitung pornografischer Schriften ermittelt werde.
Er soll Deutschlands bester Hochspringerin eine anzügliche Nachricht geschickt und in dem Zusammenhang auch ein Foto seines Geschlechtsteils im Internet veröffentlich haben. Nach Angaben der Sprecherin hatte Friedrich selbst Anzeige erstattet. Ermittler hätten die Wohnung des Mannes durchsucht und Datenträger sichergestellt, die nun ausgewertet würden.
Friedrich, im Hauptberuf Polizeikommissarin, hatte die Belästigung des vermeintlichen Täters auf der Online-Plattform Facebook öffentlich gemacht und auch seinen Namen genannt. Dafür war sie zum Teil heftig kritisiert worden. Daraufhin hatte sie sich zuletzt von der Öffentlichkeit abgeschottet und deshalb sogar immer wieder neue, unbekannte Trainingsorte aufgesucht. Trotz der Aufregung werde ihre Olympia-Vorbereitung nicht beeinträchtigt, hatte die Sportlerin am Donnerstag in Berlin gesagt.
Das hessische Bereitschaftspolizeipräsidium prüft derzeit, ob bei der deutschen Rekordhalterin ein Verstoß gegen dienstliche Pflichten vorliegt. Die Bewertung ist noch nicht abgeschlossen, sagte ein Sprecher.
Derweil teilte erzählte Friedrich, eine schwierige Kindheit habe sie beim Sport angetrieben. «Ich wurde in der Schule furchtbar gemobbt. Da habe ich sehr drunter gelitten», sagte die 28-jährige Frankfurterin in der ARD-Porträtreihe «Höchstpersönlich», die am Samstag ausgestrahlt wird.
Die Hallen-Europameisterin von 2009 und deutsche Rekordhalterin (2,06 Meter) war mit sechs Jahren aus Thüringen nach Nordhessen gekommen und empfand sich in der Schule als Opfer und «Ausländerin»: «Ich habe ein bisschen anders gesprochen, ich sah anders aus, da wird man dann gleich abgestempelt. Es war auch 'ne harte Zeit.» Geholfen habe ihr schließlich der Sport.