Kurz nach dem Start war das Feld noch dicht beisammen. (FOTO: WITTE)
Ob Abiturball der Tochter am Samstagabend, oder ein kurzfristig geplanter Umzug - die Laufenthusiasten rafften sich auf und standen am Sonntag, 10 Uhr, an der Startlinie zur neunten Auflage des Laufes "Rund um den Hain" in Giersleben. Schließlich ging es um wertvolle Punkte für die Gesamtwertung des Solvay-Cups - der Laufserie im Salzlandkreis.
"Wir sind mit dem Ablauf sehr zufrieden. Viele fleißige Hände aus unserem Verein wie die Fußballer und die Gymnastik-Frauen sowie die Freiwillige Feuerwehr haben zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen. Außerdem hat uns die Kommune unterstützt. Wir haben zwar unseren Teilnehmerrekord nur hauchdünn verfehlt, können aber mit insgesamt 111 Startern sehr gut leben", erklärte Achim Diener, der Chef der Laufgruppe vom SV Grün-Weiß Giersleben.
Im vorigen Jahr fanden 112 Läufer den Weg nach Giersleben, der allerdings diesmal sich terminlich mit dem Fünf-Seenlauf in Schwerin überschnitt, der bei vielen Joggern
aus dem Salzlandkreis sehr beliebt ist. Beim 9,8 Kilometer-Lauf der Männer unterstrich Daniel Medenwald erneut seine Ausnahmestellung und feierte seinen zweiten Sieg beim zweiten Start im Solvay-Cup. Der Aschersleber benötigte für die Distanz nur 35:35 Minuten und hatte im Ziel genau anderthalb Minuten Vorsprung vor dem Könneraner Toni Keller. Auf dem dritten Platz landete Kellers Vereinskollege Dirk Volkmann (38:08), ehe mit Manuel Hirth (39:19) und Ingo Pernt (39:35) die beiden besten Bernburger folgten.
"Es lief bei mir hervorragend. Ich war schon etwas überrascht, dass ich nach dem langen Anstieg hinter mir keinen mehr gesehen habe", meinte der Sieger, der in diesem Jahr noch einen Halbmarathon in Halle oder Ilsenburg absolvieren möchte. "Ich werde jedoch trotzdem beim Solvay-Cup am Ball bleiben und die Sache durchziehen", sagte der künftige Radiologe, der fleißig an seiner Doktorarbeit bastelt. Nur auf dem ersten Drittel der Strecke lief Keller Brust an Brust mit Medenwald. "Nach dem ersten Anstieg konnte ich nicht mehr folgen. Danach hat mir Medenwald doch noch etliche Meter abgenommen. Trotzdem bin ich mit meiner Zeit zufrieden", meinte der Könneraner unmittelbar nach dem Wettkampf, der jedoch zu seinem Teamkollegen Volkmann 63 Sekunden Vorsprung hatte.
"Für mich war es perfekt. Ich habe nie damit gerechnet, auf dem dritten Platz zu landen und konnte dabei sogar noch eine Weile das Duell an der Spitze ganz entspannt verfolgen", erzählte der Boxkampfrichter, der seine Einheiten auch manchmal mit seinem elfjährigen Hund Vito absolviert.
Trotz reduzierten Programms zeigte der ehemalige Triathlet Ingo Pernt seine Qualitäten auf der Laufstrecke. "Ganz ohne Training geht es natürlich nicht, aber ich habe mich in den vergangenen Wochen schon mehr auf meine zweite große Leidenschaft konzentriert", erzählte der Bernburger, der bei den Landesmeisterschaften im Rudern im Einer den fünften Platz seiner Altersklasse belegte.
Beim Frauenwertungslauf über 5,7 Kilometer ließ die Atzendorferin Ina Schöler nichts anbrennen und gewann mit über zwei Minuten Vorsprung vor der Aschersleberin Andrea Kretschmer und Jana Ernst aus Könnern.
Nur Harald Lütkemeier aus Ilberstedt und der Bernburger Lutz Hülskath haderten ein wenig mit den Veranstaltern. Das Duo kam vom rechten Wege ab und bemängelte die Streckenkennzeichnung. Dies konnte nicht nur Sieger Medenwald nicht ganz nachvollziehen. "Eigentlich konnte sich niemand verlaufen. Die einzelnen Distanzen waren hervorragend ausgeschildert", so Medenwald. "Wir nehmen jeden Hinweis ernst und werden die Verpflegungsstelle an der Kreuzung zwischen 5,7 und 9,8 Kilometer vielleicht 100 Meter nach vorn verlegen, damit sich niemand mehr verläuft", sagte Diener.