Im Vorjahr blieb David Storl in Halle unter 21 Metern. (FOTO: ANDREAS LÖFFLER)
Aufgefallen ist der Koloss in diesem Jahr noch nicht - jedenfalls nicht unter freiem Himmel. Was bei 1,99 Metern Körpergröße und gut 120 Kilo Gewicht wirklich schwer ist. Doch die Erklärung ist simpel: David Storl, der deutsche Weltmeister im Kugelstoßen, hat bislang einfach noch keinen Wettkampf bestritten, sondern bislang nur trainiert. Erst am Samstag rückt sich der Chemnitzer ins Rampenlicht. Bei den Werfertagen in Halle gibt er seinen Einstand in die Olympia-Saison.
Minimalziel: die Norm für London. "Das dürfte nicht so das Problem sein", sagte der 21-Jährige dem Sportinformationsdienst. Wirklich nicht. Denn der Verband fordert lediglich 20,50 Meter für ein London-Ticket. Das hat er drauf. Auch aus der Kalten. Weltmeister ist David Storl im Vorjahr schließlich mit 21,78 Metern geworden.
Und sein Weiten-Ziel hat er hochgeschraubt: 22 Meter übertreffen. "Ich hoffe, dass es in dieser Saison klappt. Das muss mein Anspruch sein." Diese magische Marke zu knacken ist wohl auch die Grundvoraussetzung, um mit realistischen Ambitionen in den olympischen Medaillenkampf zu gehen. Gefallen ist sie in diesem Jahr noch nicht. Die Amerikaner Reese Hoffa und Christian Cantwell haben allerdings mit 21,73 und 21,71 Metern vor einem Monat schon einmal Achtungszeichen gesetzt.
"Wenn man in die Bestenliste schaut, da ist das Niveau momentan schon einmalig", sagt Storl. "Ich glaube auch nicht, dass das schon alles gewesen ist. Es werden vor Olympia bestimmt auch noch einige über 22 Meter stoßen."
In diese Bereiche will auch Storl, und das so schnell wie möglich. Und dafür startet er nun durch. "Ich muss mir das Gefühl und die Wettkampfhärte wieder erarbeiten", sagt der Champion von Daegu. "Ich muss sehen, dass ich in meiner Technik sicher bin und viele gültige Versuche mache."
Das ist seine Maßgabe für den Auftakt an den Brandbergen. Im Vorjahr war er hier Dritter mit 20,56 Metern. Diesmal darf es ruhig etwas weiter gehen - was im Zweikampf mit dem polnischen Olympiasieger Tomasz Majewski durchaus realistisch ist.
Doch die Kugelstoßer sind nicht die einziges Stars des Werfertages: Der zweimalige Diskus-Weltmeister Robert Harting startet in Topform - in Wiesbaden vor einer Woche glänzte er mit Jahres-Weltbestleistung (68,52 Meter). Halles Diskus-Vizeweltmeisterin Nadine Müller trifft auf die chinesische Weltmeisterin Li Yanfeng. Dabei sind auch alle deutschen Speerwurf-Asse der Frauen.