Leichtathletik: Verzichtet Friedrich auf Olympia-Teilnahme?

22.07.2012 16:38 Uhr
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Hochspringerin

Ariane Friedrich ist immer noch nicht in Form. (FOTO: DPA)

Silke Spiegelburg schwebt nach ihrem Rekordsprung auf Wolke sieben, Ariane Friedrich kommt nach einem weiteren Tiefflug nicht raus aus dem Tal der Tränen.
FrankfurtMain/dapd. 

Einen Tag nachdem die Stabhochspringerin mit dem Deutschen Rekord von 4,82 Metern ihren Anspruch auf eine Olympia-Medaille angemeldet hatte, kamen bei Hochspringerin Ariane Friedrich nach überquerten 1,84 Metern Gedanken an einen möglichen Verzicht auf London 2012 auf. Auch für andere deutsche Leichtathleten verlief die olympische Generalprobe nicht nach Wunsch.

„Wenn wir das Gefühl haben, dass sie definitiv keinen Boden unter die Füße bekommt, wird sie in London nicht starten. Aber dieses Gefühl haben wir bislang noch nicht“, sagte Friedrichs Trainer Günter Eisinger am Sonntag der dapd. Beim völlig verregneten Meeting im italienischen Pergine hatte die Frankfurterin zwar die Anfangshöhe gemeistert und damit den Wettbewerb gewonnen. Danach aber scheiterte die 28-Jährige dreimal an 1,87 Metern. Friedrich springt nach ihrer Achillessehnen-Operation vor eineinhalb Jahren den eigenen Ansprüchen weiter hinterher. „Wir geben nicht auf“, sagte Eisinger.

Sieg über die versammelte Weltelite

Silke Spiegelburg wusste nach ihrem Rekordflug am späten Freitagabend dagegen gar nicht wohin mit ihren Emotionen. Erst schnellte sie wie ein „Springteufel“ von der Matte hoch, dann schlug sie die Hände vors Gesicht, schließlich rannte sie wie von Sinnen kreuz und quer über die Tartanbahn. Um zwei Zentimeter hatte die Leverkusenerin in Monaco bei der Generalprobe für Olympia den Deutschen Rekord in die Höhe geschraubt und die versammelte Weltelite geschlagen. „Seit drei Jahren warte ich auf den Moment, mir den Rekord zu holen. Ich bin überglücklich“, jubilierte die Leverkusenerin.

Auf 4,82 verbesserte die 26-Jährige den nationalen Rekord von Martina Strutz aus Schwerin, ihre eigene Bestleistung im Freien hievte sie gleich um sechs Zentimeter nach oben. Richtig speziell machte den Abend beim Diamond-League-Meeting im Fürstentum aber der Triumph über die Weltrekordlerin, die dreimal an der Anfangshöhe von 4,70 Metern gescheitert war. „Rekord und Jelena Isinbajewa geschlagen: Das macht mich doppelt froh“, gab Spiegelburg zu.

Die Deutsche Meisterin, die bei der EM vor drei Wochen nur Vierte geworden war, reist nun als Weltjahresbeste zum Saisonhöhepunkt. Die bisherige Marke hatte die US-Amerikanerin Jenny Suhr mit einem Zentimeter weniger gehalten, die als einzige aus der Weltspitze in Monaco nicht am Start war. Als Favoritin auf den Olympiasieg wollte sich Spiegelburg aber nicht sehen.

Isinbajewa, die in London ihr drittes Gold anstrebt, muss mehr denn je Spiegelburg auf der Rechnung haben. Abschreiben darf man aber auch Strutz nicht trotz ihres verpatzten Tests für Olympia. Die abgelöste Rekordlerin kam über 4,54 Meter nicht hinaus, hat ihre Nervenstärke als Zweite bei Welt- und Europameisterschaften aber schon bewiesen. Weitsprung-Europameister Sebastian Bayer aus Hamburg, der mit schwachen 7,94 Metern Fünfter wurde, und die mit mäßigen 64,64 Metern zweitplatzierte Diskus-Vizeweltmeisterin Nadine Müller aus Halle reisen ebenfalls ohne Erfolgserlebnis nach London.

US-Sprinter schicken Grüße nach Jamaika

Außer beim Stabhochsprung der Frauen wurden bei der neunten Station der Diamond-League-Serie drei weitere Jahresweltbestzeiten aufgestellt. Weltmeister und Olympiasieger Asbel Kiprop aus Kenia rannte die 1.500 Meter in der fünftschnellsten je gemessenen Zeit von 3:28,88 Minuten. Der US-amerikanische Hürdensprinter Aries Merritt egalisierte seine Bestmarke von 12,93 Sekunden erneut. Das US-Sprinterquartett Trell Kimmons, Justin Gatlin, Tyson Gay and Ryan Bailey schickte mit 37,61 Sekunden schöne Grüße nach Jamaika.

Beim Meeting im polnischen Stettin musste Stabhochsprung-Star Renaud Lavillenie aus Frankreich erneut eine herbe Schlappe verkraften. Eine Woche nach seinem fünften Platz beim Sieg von Björn Otto in London scheiterte der Gold-Favorit dreimal an der Anfangshöhe. Auch Malte Mohr aus Wattenscheid produzierte einen „Salto Nullo“. Der Brite Steven Lewis gewann mit 5,82 Metern. Im Diskuswerfen überzeugte der Litauer Virgilijus Alekna mit 68,50 Metern.